Lernen und Gehirn

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Computerbasiertes Training von Lernen und Lerntechniken durch Fragen stellen

Von am 6.06.09 20:33, Aktualisiert am 10.04.11 21:48 | 2 Kommentare |

Das Uni-Projekt zum computerbasierten Training von Lernen und Lerntechniken zielt darauf ab, den Schülern und Studenten beizubringen: wie man die richtigen Fragen stellt. Es geht um einen Fragetraining der dafür sorgt, dass das Lernen viel effektiver abläuft. An den Universitäten wird es häufig und sehr viel gefragt. Jedoch überwiegender Teil der Fragen keine wirklich sinnvolle und durchdachte Fragen sind.

Fazit: An der Uni-Erfurt wird ein Computerprogramm entwickelt, das die Schüler und Studenten fürs Fragen (Fragenstellen) trainiert. Dadurch soll der Lerneffekt verbessert werden.

Ich will hier eins klar stellen. Selbst glaube ich an den Grundsatz, dass es keine dumme Fragen oder keine schlechte Fragen gibt. Jedoch die Antworten auf die meisten Fragen die ich im Hörsaal gehört habe waren wirklich nicht schwer zu finden. Manchmal gibst es allerdings Fragen die einen umhauen. Man denkt dann: „mensch, wie ist denn der auf die Idee gekommen, das ist doch genial...!"


Lernen Durch Fragen: Wirkung Von Strukturierenden Hilfen Auf Das Generieren Von Studierendenfragen ALS Begleitende Lernstrategie (Padagogische Psychologie Und Entwicklungspsychologie)In diesem Artikel meine ich genau solche Fragen.
Eines Tages in Jura Vorlesung ist es mir gelungen für eine richtige Antwort ein Krombacher Elf-er Kasten Bier zu gewinnen. Bis heute jedoch bin ich überzeugt, dass den Kasten der Student verdient hat, der die Frage gestellt hat.


Daraus ergibt sich folgender Gedanke: Das Fragestellen ist eigentlich eine sehr wichtige und effektive Lerntechnik. In den Untersuchungen wurde auch bewiesen, dass Studenten und Schüler die beim Lernen wirklich gute Fragen gestellt haben, viel besser in den Prüfungen abschneiden. Vergleicht wurde diese Gruppe von Studenten und Schülern mit deren Kollegen, die keine Fragen gestellt haben. Die zweite Gruppe hat einfach den Unterricht auf sich wirken lassen, anstatt darin intellektuell aktiv Teil zu nehmen.
Schüler die Fragen erzielen grundsätzlich bessere Lernergebnisse.


In vergangenem Jahr startete an der Uni-Erfurt ein Projekt mit einem Budgetumfang von 100.000 Euro. Mit diesen Mitteln übernahm der Prof. Dr. Helmut Niegemann die Aufgabe ein Computergesteuertes Programm zu entwickeln, der die Studenten darin schulen soll richtige und gute Fragen zu stellen.


Was verraten die Fragen die man stellt?
Es ist nicht sinnvoll zu behaupten, dass die Studenten, die Fragen stellen, in Wirklichkeit naiv, unvorbereitet oder gar verbildet sind. Es kann völlig umgekehrt sein. Durch das Fragenstellen beweisen die Teilnehmer, dass sie zum einen beim Thema aufmerksam bleiben. Zum anderen, dass sie beim Zuhören aktiv am Unterricht teilnehmen und mitdenken. Dabei lernen sie viel mehr ,als wenn sie im Unterricht nur anwesend sind.
Beim Fragen geht es nicht nur um das Verständigungsdefizit sondern darum, dass es zu Interaktionen und Irritationen kommt. Man lernt erst dann wenn man die eigenen Ansichten und Vorstellungen ändert.


Viele Fragen basieren auf einem breiten Vorwissen. In der Vorlesung oder im Unterricht wird dann der Student / Schüler mit neuen Ansichten oder Theorien konfrontiert und versucht das Neue in die alten Muster zu „packen" häufig ist das nicht möglich und daraus resultieren Fragestellungen.


Das Programm von Prof. Dr. Niegemann soll mit Schülern der 8. und 9. Klasse erprobt werden. Eine solche Lern-Software kann man allerdings auf jedem edukativen Niveau einsetzen.


Die Antwort auf die Frage: in wie fern kann man besser lernen durch Fragenstellen, kann soweit noch nicht gegeben werden. Die Forschungsergebnisse des Projekts zum computerbasierten Training von Lernen und Lerntechniken durch Fragen liegen noch nicht vor. Es ist aber ziemlich sicher, dass jeder Mensch besser Lernt und sich schneller neue Kompetenzen aneignet, wenn er hinterfragt. Und durch Training kann man auch besser werden: im Fragenstellen.

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2 Kommentare

Cal Newport, ein amerikanischer Colleges Student, empfiehlt Notizen und Zusammenfassung im Q-E-C (Question, Evidence, Conclusion) Verfahren anzufertigen, und empfiehlt dieses Verfahren auch auf seinem Blog und in seinem Buch.
Ich persönlich hab es auch ausprobiert und war positiv überrascht. Anfangs fällt es schwer die richtigen Fragen zu stellen. Aber unbewusst hilft es sehr das Gelernte als Gesamte zu verstehen.
Meiner Meinung nach eine sehr effektive Art und Weise Fragen zu nutzen!

Danke ThiloP für den Tipp. Die Seite von Cal Newport habe ich direkt in die Liste meiner RSS Quellen hinzugefügt. Sein Buch ist auch in Deutschland erhältlich. Habe es bei Amazon bestellt und warte auf die Lieferung. Am kommenden Wochenende habe ich ein bisschen frei, da werde ich die Gelegenheit nutzen um es durchzuarbeiten. In der Woche folgt dann die Rezension. Danke noch mal, dass Du mich darauf hingewiesen hast.

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