Welchen Einfluss haben Handys, Internet und Spielkonsolen auf das Denken, Lernen und Gehirn der Heranwachsenden?
Dieses interessante und uns allen betreffende Thema wurde in einem Interview mit GARY SMALL diskutiert.Er selbst hat 2 Kinder im jugendlichen Alter und beschreibt die Problematik und die Gefahren der neusten Technik im Hinblick auf die Entwicklung unseres Gehirnes.
Wer ist GARY SMALL??
Garry ist verheiratet, hat 2 Kinder, Psychologe und Professor für Psychiatrie an der Unvirsität von Californien in Los Angeles (UCLA)
Er gilt als einer der frühenden Neurowissenschaftler in der USA.Zusammen mit seiner Frau Gigi Vorgan, eine Wissenschaftsautorin veröffentlichte er Bücher wie iBrain oder Gegen das große Vergessen etc..
Er beschäftigt sich mit vor allem mit diesen Gebieten:
- Gehirnentwicklung,
- Gedächtnisprozesse
- Einfluss digitaler Technologien auf das Gehirn.
Fazit:Das Gehirn geht anders mit Medien wie Internet oder Handys um, als wir uns das vorstellen. Wer viel Zeit vor dem Computer verbringt lernt nicht so effektiv als jemand der ein Buch liest oder sich über das Thema in der Lerngruppe unterhält.
Süddeutsche.de:
Über die Folgen der digitalen Revolution für die Gehirne von Kindern und Heranwachsenden wird viel spekuliert! Welche Erkenntnisse gelten denn als gesichert?
Gary Small:
Eigentlich gibt es nur sehr wenige Studien, die genau messen können, was sich im Gehirn abspielt, wenn man Stundenlang vor dem PC sitzt und wie es unser Gehiern auf welcher Art und Weise verändert.Vor allem Wo?
Eins steht jedoch fest: Sie verändern unser Gehirn.
Gary hat bei seinen Untersuchungen festgestellt, dass der Stirnlappen eine wichtige Rolle einnimmt.Denn der Stirnlappen ist für das logische Denken von zentraler Bedeutung, dass bei den Heranwachsenden noch nicht vollständig ausgebildet ist.
Und genau hier kann die Technologie förderlich oder aber auch hinderlich sein.Es kommt nicht darauf an, welches Medium man benutzt sondern viel mehr kommt es auf den Kontext an.
Als Beispiel: Wenn man ein Spiel ständig wiederholt spielen tut, dann ist das fürs Gehirn nicht stimulierend, sondern genau das Gegenteil, weil man nichts Neues dazu lernt im Vergleich zu komplexeren Spielen.Denn diese Erfordern viel mehr logisches Denken, Planung und Strategie.Hier wird eher das logische Denken angeregt, als wie immer das selbe Spiel zu wiederholen , sagt er!
Gary erwähnt dabei "Brain Games", die bei den Senioren gut ankommen und gut verkaufen lassen.
G.Small erzählt von einer Studie mit 8-23 Jährigen.Man hat Ihnen Gesichter gezeigt. Die verschiedenen Gesichtsausdrücke mussten sie dann zu den bestimmten Emotionen zuordnen. Krass ist, dass die jenigen , die vorher 15 min ein Videospiel gespielt haben-das gewalttätig war- länger gebraucht hatten als andere.Bis sie die Emotionen mal erkannt haben...dauerte eine Weile oder ging nicht so zügig wie bei den anderen.
Schäden im Stirnlappen machen sich folgendermaßen bemerkbar:
- Regeln werden nicht beachtet
- Intelligenz wird beibehalten, kann sie jedoch nicht in wichtigen Situationen einsetzen, so dass man zu keiner Schlussfolgerung kommen kann
- Man hält sich zu lange an unwichtigen Details auf
- Handlungskonsequensen werden nicht genügend berücksichtigt
- Man verstößt gegen Regeln, sei es im sozialen Umfeld
- Die Aufmerksamkeit wird gestört
- Gedächtnisleistung ebenfalls
Süddeutsche. de
Was bedeutet das für die Kommunikation im Umfeld sprich für die zwischenmenschliche Beziehung??
Gary Small:
Durch die Technik können die Heranwachsenden die sozialen Fähigkeiten nicht entwickeln bzw beeinträchtigt werden.
G. Small hat selber mit Jugendlichen zu tun, die seiner Meinung nach zu sehr in einer digitalen Welt leben. Wenn es um Kommunikation von Angesicht zu Angesicht geht, dann hat er den Eindruck, dass sie Schwierigkeiten dabei haben. Haben ausserdem Schwierigkeiten die Emotionalen Signale zu erkennen und zu entschlüsseln.
Süddeutsche. de :
Heutzutage sind Pc´s und Notebooks out, wenn man das I-PAD in Betrachtung zieht. Welche Folgen wird das für die Heranwachsenden haben??
Gary Small:
Da wir soziale Wesen sind, schütten wir während der digitalen Kommunikation das Glückshormon Dopamin aus. Das hört sich zwar schön an, kann uns aber von sozialen Netzwerken abhängig machen. Einige Lehrer hätten Gary Small berichtet, dass sie nach einer Stunde Handypausen einlegen müssen, damit die Schüler Nachrichten verschicken können. Sie könnten es sonst nicht aushalten.
Ist schon krass, dass die Lehrer das zulassen, aber auch verständlich nach dem ganzen Amoklauf. . . (S. Y)
Wir sind schon vernetzt wie eine Ameisen-oder Bienenkolonie sagt der Psychologe Gary Small, allerdings nicht durch Hormone, sondern durch Technik!
Süddeutsche. de:
Wie meinen Sie das mit " Evolution" unseres Gehirn, dass Sie ihn ihrem Buch erwähnen??
Gary Small:
Die Vernetzung wird bei jeder Stimulation unseres Gehirns geändert. Gary hat die Hirnströme von Internet-Neulingen und erfahrenen Internetnutzern gemessen, während sie im Netz waren.
Ergebnis: Bei den Neulingen wurden die Teile des Gehirns aktiviert, die sie auch beim Lesen nutzen. Bei den Erfahrenen hat er fast eine doppelt so hohe Aktivität gemessen.
Süddeutsche. de:
Tut sich mittelfristig die Nutzung digitaler Medien in unserer Gehirnstruktur widerspiegeln??
Gary Small:
Ja, aber die Evolution ist ein Frage von Generationen und wenn man überlegt, was Darwin zu Evolution gesagt hat:
Darwin : Evolution ist eine bessere Anpassung an die Umwelt!!!
Aus der Wissenschaft der Menschen weiss man, dass der Stirnlappen durch die Komplexität der Umgebung und den notwendigen menschlichen Fähigkeiten gewachsen ist.
Beispiel :
Das Handwerkzeug hat damals dafür gesorgt, dass sich die Sprache und zielgerichtetes Handeln weiterentwickelt haben.
Mr. und Mrs. Small argumentieren in ihrem gemeinsamen Buch, dass die Technologie unsere Umwelt verändert. Sie wird immer komplexer und dynamischer, dh. sie verändert sich mit einer rasenden Geschwindigkeit. Und es ist klar, dass unsere Gehirne sich der Verwendung dieser Techniken anpassen und auch dementsprechend verändern.
Wie sonst sollten wir im Umfeld zurecht kommen, wenn man sich dem neusten Stand der Gesellschaft nicht anpasst.
- Bsp:Die Studiengebühren werden nur noch online ermittelt.
- Bsp:Anmeldung der Klausuren nur durch lsf. . .
- Bsp:Vorlesungsunterlagen etc. nur online erhältlich
- Dann frage ich mich, was die jenigen machen, die zu Hause kein Internetzugang haben???
Süddeutsche. de:
Diese Evolution, also die Anpassung an die dynamische Umwelt, könnte dies auf Kosten unserer Gedächtnisleistung gehen?? Denn sogesehen tun wir immer mehr Informationen aus dem Internet herausfischen. . .
Gary Small:
Ja, das stimmt. Wir nehmen Informationen, die wir brauchen einfach aus dem Netz. Wir speichern sie nicht ein auf der traditionellen Art und Weise ein. Wir lernen eher, wo wir die Infos am besten finden können.
Beispiel:
Telefonnummern, Adressen oder aber auch Wegbeschreibungen. Wir brauchen sie gar nicht auswendig zu lernen, weil durch ein paar Klicks die Sache erledigt ist. Um den Weg nach Düsseldorf zu finden braucht man einfach Navi anzuschliessen. Somit wird das biologische Gedächtnis schwächer!
Vorteile:
*Ältere Menschen mit Gedächtnisproblemen können von sowas profitieren, es sei denn sie kennen sich mit Internet nicht aus.
Süddeutsche. de:
Wie sollte man mit der kompexen und dynamischen Umwelt umgehen sprich mit dem ganzen High Tech etc??
Gary Small:
Man muss die Balance halten zwischen Online- und Offline-Zeit. Das gilt für alle. Nicht nur für Heranwachsende, Erwachsene, digitale Migranten, die nicht mit dem Internet aufgewachsen sind. Man muss wissen wie man mit der Technik umgeht, sonst hat es Folgen auf unser Denkvermögen und Gehirnentwicklung. Sonst ist die Technik eine wunderbare Sache, die viele Vorteile mit sich bringt.
Die Nachteile und die verborgenen Gefahren müssen den Eltern klar werden oder gemacht werden, damit sie Maßnahmen ergreifen können. Das heißt sie müssen konsequent sein und ihren Kindern Grenzen setzen.
Gary und seine Frau haben auh 2 Teenager-Kinder und sie haben gewisse Regeln, was das Internet betrifft. Zum Beispiel sind Handys, TV, LP während des Essens strengstens untersagt, damit man sich vernünftig und ungestört unterhalten kann.
FAZIT: ich finde Internet, Handys, I-Pads etc wirlcih sinnvoll, aber man muss richtig damit umgehen können.
Es ist wie eine Waffe. Wenn man nicht damit umgehen kann, sollte man die Finger davon lassen, bevor man sich schäden hinzufügt.
ISBN=3423343273
Titel=Vorsicht Bildschirm!: Elektronische Medien, Gehirnentwicklung, Gesundheit und Gesellschaft



Das ist so ein leidiges Thema, was regelmäßig wieder in allen Medien aufgefrischt wird. Ich denke einfach, dass unkontrollierter Gebrauch schaden kann, genau wie der unkontrollierte, übermäßige Gebrauch von allem anderen auch. Aber generell gehören die neuen Medien wie Internet und Computerspiele einfach mittlerweile zur Gesellschaft; wer sich damit nicht beschäftigt oder beschäftigen will, bleibt zurück und wird ausgeschlossen. Das ist zwar teilweise traurig, dass alte Werte verloren gehen, aber der Fortschritt ist wichtig und einfach nicht aufzuhalten.
Ich kann mir heute das Leben ohne Handys und Internet nicht mehr vorstellen. Problematisch ist nur die Erkenntnis, dass das Wissen anders verarbeitet wird, wenn es sich um diese Medien handelt. Liest man beispielsweise in einem Buch, so konzentriert sich das Gehirn weitestgehend auf den Inhalten und den im Buch enthaltenen Informationen.
Liest man am Bildschirm eine Internetseite, so wird vom Gehirn das Medium, die Funktionsweise der Seite und nicht die Inhalte selbst im Mittelpunkt gestellt.
Das stimmt zwar schon, aber ich kann Zeitung genausogut im Internet als auch gedruckt lesen, wenn nicht sogar noch besser. Man kann viel leichter zu den Themen finden, die einen wirklich interessieren und findet auch noch die älteren Artikel.
Ich denke, das Lesen am PC unterscheidet sich nicht grundlegend von dem der Printmedien...