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Geschlechterrollen im spanischen Theater des 18. Jahrhunderts - interessantes aus dem Bereich der romanischen Literaturwissenschaft - Hispanistik und französischer Literatur.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vollzieht sich im spanischen Theater, eingeleitet durch die Poética Luzáns im Jahre 1737, eine Abkehr vom barocken Geschmack, die unter dem Begriff „Neoklassizismus“ bekannt geworden ist. Gleichzeitig gerät das Theater immer stärker unter die Kontrolle des „despotismo ilustrado“, der zeitgenössischen Herrschaftsordnung der absoluten Monarchie, die sich der öffentlichwirksamen Gattung des Theaters bedient, um ihre reformerisch-aufklärerischen Interessen durchzusetzen. Besonders gut beobachten lässt sich dieser Wandel an der veränderten Darstellung der Geschlechterverhältnisse im Theater: Männer weinen, kleiden und frisieren sich nach der neuesten Mode, Frauen machen Politik, dichten und gehen außereheliche Verhältnisse ein, Kinder fordern das Recht auf Selbstbestimmung, Väter und Mütter verhalten sich anders als früher, ja die Familie insgesamt erscheint in einem neuen, wenn auch häufig noch satirisch verzerrtem Licht.

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