Lernen und Gehirn

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Welchen Einfluss hat die Musik auf das menschliche Gehirn und Lernfähigkeit?

Von am 29.11.09 2:43, Aktualisiert am 20.04.13 17:35 | 3 Kommentare |

Die Musik wirkt auf das Gehirn auf besondere Art und Weise. Bekannt ist auch der unmittelbare Zusammenhang zwischen Musik und der Lernfähigkeit des Gehirns. Warum ist das der Fall?
Letzte Woche in einer Arte-Reportage mit dem Titel: „Notes & Neurons" (Noten und Neuronen) wurde auf diese Frage endlich eine plausible Antwort geliefert. Die gesamte Sendung ist auch auf You Tube abrufbar. Sie wurde in 11 Teile jeweils 10 Minuten aufgeteilt.
Noten und Neuronen ist meiner Meinung nach eine der best-recherchierten Reportagen die ich zum Thema Gehirn, Lernen und Neurologie gesehen habe. Daher möchte ich Euch diese auch hier im Blog empfehlen.

Fazit: Eine herausragende Reportage bei Arte liefert plausible Antworten auf die Fragen welchen Einfluss die Musik, Melodie und Rhythmik auf das menschliche Gehirn hat. Untersucht wird auch der Zusammenhang zwischen lernen und musizieren.

Wie wurde die Antwort auf die Frage : „Was bewirkt Musik im Gehirn", gefunden?
Es haben sich zwei Gruppen von Menschen, die dieses Thema unmittelbar beeinflusst, zusammengetroffen und ihre Erfahrungen ausgetauscht. Neurologen und Musiker diskutierten darüber, was genau in dem menschlichen Körper vorgeht, wenn Musik gespielt wird. Oder aber: was empfindet und wie reagiert das Gehirn eines Musikers, wenn er selbst oder mit weiteren Musikbegeisterten ein Stück gemeinsam spielen?

Die Musik scheint einen ungeklärt mächtigen Einfluss auf das Gehirn zu haben. Durch verschiedene Töne werden Gehirnareale so angeregt, dass wir beispielsweise eine Gänsehaut bekommen oder emotional angeregt werden. Die Stimmung wird um 180 Grad innerhalb von wenigen Takten durcheinander geschmissen.
Die Musik ist eigentlich nichts anderes als eine reihe von Schwingungen. Genau wie eine Saite einer Gitarre oder eines Cellos schwingt, so schwingen auch die Wellen die in unser Gehör gelangen und Gehirn zum Lernen anregen. Die Neurologen und Musiker haben gemeinsam festgestellt, dass die Schwingungen der Wellen in unseren Körper wortwörtlich eindringen. Deshalb sagt man häufig, dass man sich von der Musik „berührt" füllt.


Man kann sogar von „der Macht der Musik" sprechen. Denn eins wurde schon bewiesen: die Musik wirkt auf jeden Menschen. Sie ist wie eine barrierefreie Sprache. Es gibt zwar kulturelle Unterschiede, aber immerhin bewegt die Musik (auch wiederum wortwörtlich) sämtliche Kulturkreise auf unseren Planeten.


Wo sollte man nach dem Ursprung der Musik suchen?
Bei näherem Betrachten findet man heraus, dass die Menschen, genauer gesagt die menschlichen Körper, selbst musizieren. Der Herzrhythmus oder Atemrhythmus sind eine Folge von Tönen die wir schon im Mutterleib zu hören bekommen.
Das könnte schon ein Ansatz für die Antwort auf die Frage sein: wieso Musik so wichtig im unseren Leben ist? Schon vor der Geburt lernt unser Gehirn verschiedene Töne kennen. Den Herzschlag der Mutter, Atemrhythmus sowie ihre Stimme. Ein Physiker würde sagen: ja klar, das sind doch alles Schwingungen der Wellen - also alles Musik.
Daher hat die Musik, als eine Ansammlung von Tönen einen dermaßen gewaltigen Einfluss auf die Menschen.

Man kann auch sagen, dass wir dank der Musik Dinge erleben, die wir sonst außerhalb der Klangwelt nicht erleben können. Jeder Mensch, egal welcher Rasse, religiöser Anschauung oder Kultur, kann sich mit einer bestimmten Musikrichtung identifizieren. Die Musik steuert sozusagen die Menschen, daher ist die Behauptung auch richtig wenn man sagt, dass die wahre Macht der Musik weitaus größer ist als es dies bis heute bewusst war.
Dadurch, dass wir die Musik (verschiedene Töne und Rhythmen) schon vor der Geburt hören, wird die Musik in uns quasi einkodiert. Hier sollte man auch die Antwort auf die Frage suchen: Ob uns die Musik klüger macht?
Musik spricht im Gehirn tief einkodierte Areale und bringt eine Balance in die Zusammenarbeit der beiden Gehirnhälften.


Die Sendung trägt außer dem Titel „Noten und Neuronen" auch den Untertitel: „Der Schlüssel zum Musikgefühl. Begleitet werden die Zuschauer von zwei außergewöhnlichen Persönlichkeiten aus der Musik- und Neurologiewelt: dem Jazz-Musiker Mobby Mac Farrin und dem sowohl Musiker als auch Neurologen Daniel Levitin. Die beiden Persönlichkeiten forschen in der Musikwelt um herauszufinden warum uns die Musik berührt.

isbn=3498063766
Titel=Über Musik und das Gehirn

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3 Kommentare

Es ist sehr interesant MJ ist der beste.

Musik und Emotionen

Das größte Problem bei der Beantwortung der Frage, wie Musik Emotionen erzeugt, dürfte die Tatsache sein, dass sich Zuordnungen von musikalischen Elementen und Emotionen nie ganz eindeutig festlegen lassen. Die Lösung dieses Problems ist die Strebetendenz-Theorie. Sie sagt, dass Musik überhaupt keine Emotionen vermitteln kann, sondern nur Willensvorgänge, mit denen sich der Musikhörer identifiziert. Beim Vorgang der Identifikation werden die Willensvorgänge dann mit Emotionen gefärbt. Das gleiche passiert auch, wenn wir einen spannenden Film anschauen und uns mit den Willensvorgängen unserer Lieblingsfigur identifizieren.

Auch hier erzeugt erst der Vorgang der Identifikation Emotionen.
Weil dieser Umweg der Emotionen über Willensvorgänge nicht erkannt wurde, scheiterten auch alle musikpsychologischen und neurologischen Versuche, die Frage nach der Ursache der Emotionen in der Musik zu beantworten. Man könnte bei diesen Versuchen an einen Menschen denken , der einen Fernsehapparat aufschraubt und darin mit einer Lupe nach den Emotionen sucht, die er zuvor beim Ansehen eines Films empfunden hatte.

Doch wie kann Musik Willensvorgänge vermitteln? Diese Willensvorgänge haben etwas mit dem zu tun, was alte Musiktheoretiker mit "Vorhalt", "Leitton" oder "Strebetendenz" bezeichnet haben. Wenn wir diese musikalischen Erscheinungen gedanklich in ihr Gegenteil umkehren (der Ton strebt fort - ich will, dass der Ton bleibt), dann haben wir im Prinzip den Willensinhalt gefunden, mit dem sich der Musikhörer identifiziert. In der Praxis wird dann alles noch etwas komplizierter, so dass sich auch differenziertere Willensvorgänge musikalisch darstellen lassen.

Weitere Informationen erhalten Sie über den kostenlosen Download der E-Books des Universität München "Musik und Emotionen - Studien zur Strebetendenz-Theorie".

Bernd Willimek

Zum Thema "Musik und Emotionen" verweise ich auf den fünfteiligen Artikel "Warum klingt Moll traurig? Die Strebetendenz-Theorie erklärt das Gefühl in der Musik". Er wurde letzte Woche im Online-Magazin "musik heute" publiziert und kann unter folgendem Link kostenlos heruntergeladen werden:
http://www.musik-heute.de/tags/strebetendenz-theorie/
Bernd Willimek

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