Paul Valéry (geb, 1871 in Sète, gest. 1945 ibid.) begegnet uns in zweierlei Ansicht: Er ist zum einen Nachfolger Stéphane Mallarmés und hochdekorierter Dichter des lart-pour-lart, der u.a. die bewundernswerten Dichtungen Les pas (Charmes, übersetzt von Rilke), La jeune Parque und Le cimetière marin geschrieben hat. Er ist zum anderen ein luzider Philosoph, und Zeitdiagnostiker, der Wissenschaften, Politik, Künste und Medien beobachtete und reflektierte in einer unausgesetzten Schreibbewegung, die am eindrucksvollsten in den Cahiers nachzulesen ist, die er ab 1894 bis zu seinem Tode anwachsen ließ auf über 20000 Seiten.
Fazit:Wer war Paul Valéry? Eine Persönlichkeitsvorstellung,
Zeitgleich mit dem Entschluss, diese Hefte zu führen, entstanden die Texte Carnet (dit de Londres), Introduction à la métode de Léonard de Vinci sowie der erste Teil seines Zyklus zu Monsieur Teste. Sie alle sind, mit Blick auf die künstlerische Schaffenskraft und das Wissen der Vergangenheit und Gegenwart, darauf angelegt, in experimentellen Anordnungen die Kraft des Imaginären und der Kreativität zu begreifen und in Gang zu setzen.


