Lernen und Gehirn

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Wie kann ich Stress reduzieren und mich für Klausuren und Prüfungen stressfrei vorbereiten?

Von am 22.06.09 1:11, Aktualisiert am 22.08.11 18:47 | 2 Kommentare |

Ist es möglich beim Lernen Stress irgendwie zu reduzieren, so dass ich mich stressfrei zu den Klausuren und Prüfungen an der Uni vorbereiten kann? Diese Frage erhielt ich an diesem Wochenende in einer Email vom Thomas.

Mein Persönlicher Tipp ist: den Gehirn-Rechner runter fahren - Abschalten.
Man muss unbedingt eine klare Grenze zwischen Lernen und Freizeit oder anderen Aktivitäten ziehen. Es ist unglaublich wichtig, dass man eine Linie zwischen Lernen und der Rest der Welt zieht.

Fazit: Thomas fragt: was tun um beim Studieren den Stress-Faktor abzuschaffen und stressfrei lernen. In diesem Artikel habe ich meine persönliche Strategie gegen Stress beim Lernen verfasst. Das wichtigste ist die Zeit einzuplanen - fürs Lernen, Soziales und Sport. Wer die Balance einhält, wird sehr gute Ergebnisse feiern können.

Ich litt unter ähnlichem Problem, bin mir zwar nicht sicher, ob das beim Thomas genau so abläuft wie bei mir. Kann mir aber durchaus gut vorstellen, dass wir die selben Stress-Faktoren oder besser gesagt Stress-Auslöser teilen.


Der Studi-Survival-GuideWeniger Stress beim Lernen, wie geht das?
Ich kann erheblich besser Lernen und das quasi ohne Stress seit dem ich ein gut funktionierendes Planungssystem (nennen wir es Zeitmanagement System) für mich selbst konstruiert habe. Dieses System ist sehr einfach und ermöglicht sich beim Studium gut auf das Lernen zu konzentrieren. Meine ganze Planungstools bestehen nur aus zwei Dingen: einem Kalender, der jeden Morgen, täglich überprüft wird und einer To-Do Liste für den bestimmten Tag. Die To-Do Liste wird täglich neu aufgestellt. Die wichtigen Aufgaben wandern dann aus der To-Do Liste in den Kalender und werden beim jeweiligen Tag eingetragen.
Jetzt muss man das System nur noch anwenden. Da es nicht allzu kompliziert ist, kann ich es nur bestätigen, dass man es gut und ohne Kompromisse anwenden kann.
So, was mache ich jetzt um beim Lernen weniger Stress ertragen zu müssen?


Für mich das Wichtigste ist es: mit den relevantesten Aufgaben im Kalender immer auf dem aktuellsten Stand zu sein. Keine Rückstände, keine Aufschieberitis - wenn die wichtigsten Aufgaben „up to date" sind, habe ich einen klaren Kopf um mich mit dem Lernen auseinander zu setzen.
Der weitere Vorteil ist: ich muss nicht mehr im Kopf behalten was zu erledigen ist. Ihr wird mir kaum glauben wie leichter und freier man sich fühlt, wenn man nicht an die Termine oder Aufgaben denken muss, die nicht vergessen werden dürfen. Das ist echt unglaublich. Diese Methode habe ich zum ersten mal ausprobiert, als ich das Buch „Getting Things Done" von David Allen durchstudiert habe. Man schreibt alles auf, (wirklich alles was man plant, erreichen möchte, zu erledigen hat, oder aber kaufen will. Das Ziel des Aufschreibens ist, die lästige Dinge aus dem Kopf auf das Papier zu übertragen. Was ein mal aufgeschrieben wurde, wird ja nicht mehr verschwinden. Man kann dann die intellektuelle Bandbreite nutzen um die Aufgaben zu bewältigen und nicht um sie im Kopf zu behalten.


Daher ist es wichtig die Ziele, das zu lernende Stoff zu sortieren und aufzuschreiben was man lernen muss oder will. Ist die Liste komplett, muss man nur noch darauf achten immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. Alles was sich während des Tages so sammelt, schreibe ich in meinem Laptop auf, oder halte es in einem Notizbuch fest. Alle diese Daten werden dann in den Kalender übertragen und sortiert. Dort warten sie bis sie erledigt werden.


Man soll jeden Tag die Kalender Aufgaben überprüfen.
Warum? Die Ansichten, Pläne und Prioritäten nicht nur können sich ändern, sie ändern sich ständig. Von Tag zu Tag gewinnt man neue Eindrücke und will dann die Sachen anders machen. Außerdem Vergisst man nichts mehr, weil jeden Tag die Liste überprüft wird. Schließlich wird der Stress reduziert, weil ja alles schwarz auf weiß im Kalender eingetragen ist. Außerdem, je länger man diese Methode praktiziert, desto mehr Vertrauen wird in ihr Funktionieren gesetzt.


Überblick behalten
Regelmäßig schaue ich mir auch die Aufgaben die ich schon für die kommende 2-3 Wochen eingetragen habe. Dadurch behält man einen guten Überblick über die bevorstehende Ereignisse, Termine und Aufgaben. Das muss nicht viel Zeit in Anspruch nehmen. Für das übertragen der Aufgaben in den Kalender braucht man vielleicht 5 Minuten pro Tag. Für das tägliche Überprüfen vielleicht weitere 5 Minuten. Ich tue es jeden Morgen, so dass ich einen guten Überblick über den bevorstehenden Tag habe.


Das Wichtigste für mich, um stressfrei lernen zu können ist das kontinuierliche Erledigen von Aufgaben aus dem Kalender. Ich habe allerdings eine Regel eingeführt. Die Lautet: wenn ich 9 Stunden geistig aktiv war (also ca. 9 Stunden Sachen gemacht habe die mit dem Studium und der Uni unmittelbar zusammen verknüpft sind, dann ist Feierabend - Schluss, es wird nicht mehr gelernt und nicht mehr gearbeitet. (Beachte, dass die 9 Stunden niemals am Stück erfolgen sollen, man MUSS zwingend immer zwischen jeder Stunde eine 10-15 min. Pause einlegen.)


Für eine gute Work-Live-Ballance , oder bei Studenten besser gesagt Study-Live-Ballance ist es wichtig, dass man drei Dinge in angepassten Proportionen täglich erfahren kann. Das sind Lernen, also geistige Arbeit, dann soziale Kontakte also Freizeit und Sport.
Soziale Kontakte und Sport unterstützen das Gehirn beim Lernen ungemein. Daher ist die Zeit nie verloren, die man in Kontakte mit anderen Menschen einsetzt, und die man in sportliche Betätigungen investiert.
Bei Mir persönlich funktioniert das Schema 9-2-1 also 9 Stunden Arbeit, 2 Stunden soziales Leben und eine Stunde Sport am Tag.


Die Stressfreiheit beim Lernen garantiert mir die Tatsache, dass ich nach dem Lernen nicht mehr zu den Büchern zurückkehre. Wie gesagt, egal was passiert, wenn ich 9 Stunden am Tag geschafft habe, dann wird es nichts in diesem Bereich an diesem Tag gemacht. Das ist wie eine klare Grenze zwischen dem Lernen und anderen Aktivitäten zu ziehen.
Glaube mir, wenn man schafft 8-9 Stunden am Tag die Uni-Sachen vorzubereiten und zu lernen, man schafft im Semester unglaublich viel Stoff zu verarbeiten. Damit ist man für die Prüfungen und Klausuren in Top-Form und muss keine Niederlagen mehr fürchten.
Wie das einer meiner Professoren kurz vor den Klausuren ausgedrückt hat: „Meine Damen und Herren und bitte denken sie beim Lernen daran: in der Klausur bevorzugt das Glück immer nur die vorbereiteten Kandidaten" :)


So, damit ist jetzt Schluss für Heute. Wünsche Dir noch viel Spaß am Lernen und würde mich auf Feedback zu den hier beschriebenen Tipps freuen. Ich ziehe eine weitere klare Grenze und gehe jetzt schlafen. Alles gute und viel Erfolg.

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2 Kommentare

hi, echt super dein text.
ich werd es mal nächstes semester anwenden. mal sehen wie hoch die rendiete sein wird.

liebe grüße

hey, hat mich gefreut deinen text zu lesen.
ich bin vor ein paar monaten auch auf eine neue art zu lernen gestoßen. ich mache es fast so wie du, ich schreibe mir grundsätzlich jede kleinigkeit auf und mache dann "to do" listen. tägliche und wöchentliche.
das hilft wirklich in der freizeit den kopf frei zu bekommen und verschafft eine gute übersicht auf den bevorstehenden zeitaufwand.

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