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Lernmaterialien, Fragen und Antworten zum Studium: Wirtschaftsrecht, BWL, HCI (Human Computer Interaction) und Wirtschaftsinformatik.

Fachkräfte für Arbeitssicherheit liefern einen bedeutenden Beitrag dazu, dass Millionen von Menschen täglich ihrer Berufung nachgehen können, und dabei geschützt bleiben. Dadurch, dass die Sicherheitsaspekte innerhalb der Betriebe an Sifas teilweise ausgelagert werden, können andere Facharbeiter ihre Aufgaben besser wahrnehmen und somit effektiver Arbeiten. Diese präventive Rolle können die Fachkräfte für Arbeitssicherheit nur dann erfüllen, wenn sie sich kontinuierlich Weiterbilden und über den aktuellsten Wissensstand verfügen.

Jeder Eingriff in ein bestehendes System bringt positive (in der Regel beabsichtigte) Veränderungen, sowie einige negative (in der Regel nicht beabsichtigte) Folgen mit sich. Das Konzept des Sifa-Portfolios basiert auf einzelnen Lernartefakten die von Anwendern angelegt werden, sowie aus den Verknüpfungen, die zwischen diesen Artefakten konstruiert werden. Das Konzept sieht zwar eine Exportfunktion vor, jedoch um das Portfolio langfristig zu pflegen ist die Funktionsfähigkeit der Plattform unabdingbar. Aus diesem Grund muss der Betrieb der Sifa-Community sichergestellt werden. Ein Fachexperte der über einen langen Zeitraum ein umfangreiches Portfolio aufgebaut hat, muss darauf vertrauen können, dass die Plattform ihre Funktionsfähigkeit beibehält. Als ein negatives Beispiel kann das LMS von Epsilen dienen.

Die initiale Evaluation, die mit im öffentlichen Dienst tätigen Sifas durchgeführt wurde, lieferte Feedback zum Konzept und warf neue Fragen auf. Weil das Konzept auf Grund schematischer Funktionalität nicht im produktiven Einsatz getestet werden konnte, war es nicht möglich zu erfahren, wie die Nutzer mit dem Sifa-Portfolio in der Praxis umgehen. Trotzdem könnten auf Grundlage der Feedbackgespräche einige Einblicke gewonnen werden. Es hat sich bestätigt, dass die Sifas ein großes Interesse an Dokumentation der Weiterbildungsaktivitäten, sowohl formaler als auch informeller Art, haben. Das Hauptanliegen lag nicht etwa in der Hortung von Lernartefakten, damit sie die Datenbank füllen, sondern im Erlernen neuer Kompetenzen, im Erkenntnisgewinn und in der potentiellen Möglichkeit die dokumentierten Lernaktivitäten zum Zwecke der Selbstvermarkung und beruflicher Positionierung zu verwenden.

Im Rahmen der Evaluation wurde das interaktive Axure Prototyp zwei Fachkräften für Arbeitssicherheit vorgeführt und mit ihnen intensiv besprochen. Die Sifas wurden gebeten die Grundfunktionalitäten zu überprüfen und zu beurteilen, ob sie erwartungsgemäß ausgeführt werden. Weil der Prototyp die produktive Umgebung des Sifa-Portfolios schematisch abbildet, kann es nicht im vollen Umfang genutzt werden.

Ein Paper Prototyp ermöglicht es, mit rudimentären Mitteln die ersten Erkenntnisse in Bezug auf Nutzungsverhalten zu gewinnen (vgl. Häger et al. 2016, S. 269). Das Ziel beim Paper Prototyping ist es „Mock-ups" zu erstellen, die eine vereinfachte Umsetzung der Idee repräsentieren, die mit potenziellen Nutzern besprochen werden können. Dadurch ist es schon in den frühen Phasen der Entwicklung die Idee zu evaluieren und mit den Erwartungen der Nutzer abzugleichen. Zu typischen Charakteristika von Paper Prototypen gehört die „Leichtgewichtigkeit" und die Schnelligkeit in der Umsetzung. Prototypen, die in Bezug auf Funktionalität nicht den Erwartungen der Nutzer entsprechen, lassen sich kostengünstig schnell korrigieren, oder es können neue erstellt werden (vgl. Rubin, Chisnell 2008, S. 57).

Die Schematische Abbildung der Sifa-Portfolio Architektur verdeutlicht die Art der Portfolio-Erstellung, der Portfolio-Präsentation und des kooperativen Lernens, welches mit dem Konzept angestrebt wird. Im Zentrum der Architektur stehen die einzelne Lernartefakte, die von Sifas erstellt werden. Die Artefakte können einen individuellen Charakter haben, in dem sie nur für den Autor sichtbar sind, sie können aber auch freigegeben, so dass jede Fachkraft innerhalb der Sifa-Community sie auffinden kann.

Personas können als Archetypen von Nutzern bezeichnet werden, die einerseits imaginären Charakter haben, denn sie werden während des Entwicklungsprozesses erstellt, die aber andererseits typische Nutzer und deren Verhalten abbilden. Mit Hilfe von Personas kann eine kritische Distanz gewährt werden, was einem Entwickler im Prozess der Arbeit verhilft sich mit eigenen Überzeugungen und Sichtweisen zurückzuhalten.

Im bisherigen Prozess der Anforderungsermittlung an das Sifa-Portfolio wurden Informationen aus zahlreichen Quellen zusammengetragen. In diesem Kapitel folgt die Synthese der gewonnenen Erkenntnisse. Unter Zuhilfenahme von geeigneten konzeptuellen Werkzeugen werden die ermittelten Anforderungen in Kategorien strukturiert, worauf den weiteren Verlauf der Arbeit eine prototypische Umsetzung des Weiterbildungskonzepts dominieren wird.

In diesem Abschnitt wird eine zweifache Einordnung des Konzepts des Sifa-Portfolios vorgenommen, eine unternehmerische respektive wirtschaftliche und eine didaktische. Die unternehmerische Einordnung soll das Konzept an sich innerhalb des Wirtschaftssystems und somit im Kontext der Wirtschaftsmärkte positionieren. Die didaktische Einordnung des Konzepts beabsichtigt eine lernpsychologische Fundierung.

Um den Nutzerkontext möglichst detailliert kennen zu lernen, eignen sich folgende ethnographische Methoden: Beobachtung, teilnehmende Beobachtung, Artefakten Analyse oder Interviews. Weil Beobachtung oder teilnehmende Beobachtung von Sifas in ihrem Arbeitskontext nicht möglich war, und aktuell kein spezielles Artefakt existiert, das von Sifas zur Weiterbildung genutzt worden wäre, wurden im Rahmen der Untersuchung sechs Interviews geführt. Fünf Teilnehmer wurden telefonisch interviewt, mit einer Person, die als Sicherheitsbeauftragte im öffentlichen Dienst tätig ist, wurde ein persönliches Gespräch geführt.

Anforderungen an das Sifa-Portfolio wurden zum Teil auf Grundlage der Analyse von Ergebnissen ermittelt, die von dem Sifa-Community Trendmonitor erstellt wurden. Der Trendmonitor stellt ein speziell zum Zweck der Analyse der Community Posts entwickeltes, funktionelles Prototyp dar. Es handelt sich dabei um ein Text-Mining Werkzeug, mit Hilfe dessen die Forum Posts, unter Berücksichtigung der Zeitdimension, statistisch ausgewertet und visualisiert werden.

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