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Der erste Schritt des Konzeptionsentwurfs des Sifa-Portfolios erfolgte im Züge der Literaturrecherche. Während der Sichtung der Quellen haben sich vier Literaturkategorien herausgebildet: 1. Arbeitssicherheit, 2. User Centered Design, 3. E-Learning mit MOOCs und E-Portfolios, 4. Weiterbildung im Erwachsenenalter. Im Folgenden werden die wichtigsten Quellen zu den genannten Themenkategorien präsentiert.

Fazit: Im Kapitel 4.2 wird die Strategie für die Literaturrecherche zu Themen: Arbeitssicherheit, User Centered Design, E-Learning mit MOOCs und E-Portfolios, Weiterbildung im Erwachsenenalter vorgestellt. Diese Informationen dienen der Konzepterstellung einer Applikation für kontinuierliche Weiterbildung von Fachrkäften für Arbeitssicherheit.

Arbeitssicherheit

Die erste Kategorie beinhaltete Literatur zum Thema Arbeitssicherheit. Die Intention war die Erforschung der Spezifikationen des Berufes Fachkraft für Arbeitssicherheit. Maßgeblich für für den Einblick in die Sifa-Welt war der Endbericht der Sifa-Langzeitstudie betitelt: „Tätigkeiten und Wirksamkeit der Fachkräfte für Arbeitssicherheit" unter der Leitung von Trimpop in Verbindung mit den gesetzlichen Grundlagen: dem Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Arbeitssicherheitsgesetz), dem Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz) und schließlich dem Leitfaden für die Sifa Weiterbildung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) „Die Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit. DGUV Report 2/2012" und der Ergänzung Unfallverhütungsvorschrift "Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit" - DGUV Vorschrift 2 für Berufsgenossenschaften und öffentliche Unfallversicherungsträger.

Einen tiefen Einblick in die Arbeitsprozesse der Fachkräfte für Arbeitssicherheit gewährt das Werk von Lachenmeir und Schreiber „Arbeitssicherheit und Umweltmanagement für QM-Systeme. Handbuch für die Praxis". Konzentriert auf die IT Sicherheit schildert Sebastian Klipper in seiner Arbeit „Konfliktmanagement für Sicherheitsprofis. Auswege aus der „Buhmann-Falle" für IT-Sicherheitsbeauftragte, Datenschützer und Co." die täglichen Herausforderungen von Sicherheitskräften und liefert praktische Beispiele für gelungene Kommunikations- und Überzeugungsarbeit. Hilfreich war auch der Vergleich der veränderten Arbeitsbedingungen der Fachkräfte für Arbeitssicherheit zwischen der Vergangenheit und der Präsenz, die eine Broschüre aus dem Jahr 1978 von Müller „Grundlagen der Arbeitssicherheit im Betrieb" ermöglichte.

Mit Hilfe von fremdsprachigen Quellen könnten Parallelen und Differenzen des Berufes im englisch- und deutschsprachigen Raum ermittelt werden. In diesem Bereich äußert hilfreich waren vor allem Werke von Reese „Handbook of safety and health for the service industry. Industrial safety and health for infrastrusture services", von Tatiya „Elements of Industrial hazards. Health, safety, environment and loss prevention", sowie eine Sammlung von Fachartikeln herausgegeben von Väyrynen, Häkkinen und Niskanen unter dem Titel „Integrated ocupational safety and health management. Solutions and industrial cases".

User Centered Design

Die Thematik User Centered Design gewann in den letzten zehn Jahren deutlich an Bedeutung, da die von Entwicklern, in den meisten Fällen für Entwickler gestaltete, interaktive Systeme deutliche Defizite in der Bedienbarkeit und Nutzerfreundlichkeit mit sich trugen. Die aktuellsten computerunterstützten Systeme werden mit dem Fokus auf den Endverbraucher respektive den Nutzer gestaltet, so dass sie von der ersten Begegnung intuitiv bedient werden können. Innerhalb dieser Arbeit hat das Werk von Lambropoulus und Zaphiris „User-Centered Design of Online Learning Communities" unterstützend gewirkt. Der Aspekt der Nutzer-Charakteristiken wurde detailliert von Ritter, Baxter und Churchill in „Foundations for Designing User-Centered Systems. What System Designers Need to Know about People" beleuchtet. Für die Aspekte der Visualisierung von Informationen und der Gestaltung von User Interfaces lieferte Preim und Dachselt in der Arbeit „Interaktive systeme. Band 1, Grundlagen, Graphical User Interfaces, Informationsvisualisierung" detaillierte Einblicke inklusive der historischen Entwicklung von Bedienoberflächen für interaktive Systeme.

E-Learning mit MOOCs und E-Portfolios

Ausschlaggebend für die Recherche innerhalb dieser Thematik war das „Memorandum über Lebenslanges Lernen" der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2000 und die Mitteilung der Kommission aus dem darauf folgendem Jahr „Einen europäischen Raum des lebenslangen Lernens schaffen".

Die Aktuelle und die zukünftige Entwicklung von E-Learning schildern John Erpenbeck und Werner Sauter in den Werken „So werden wir lernen" und „Kompetenzentwicklung mit humanoiden Computern". Eine umfangreiche Auflistung und detaillierte Beschreibung von innovativen Projekten die im engen Zusammenhang mit E-Portfolios stehen, liefern Uwe Elsholz und Matthias Rohs im Sammelband „E-Portfolios für das lebenslange Lernen. Konzepte und Perspektiven".

Eine Systematisierung des Einsatzes von E-Portfolios beginnend beim schulischen Kontext über E-Portfolios im Bewerbungsprozess bis hin zu professionellen E-Portfolios im betrieblichen Rahmen liefert Giselle O. Martin-Kneip in „Professional portfolios for educators". Hilfreich für die Entwicklung des Sifa-Portfolios war auch ein Blick aus der Perspektive der kontinuierlichen Persönlichkeitsentwicklung, der von Lorraine Stefani, Robin Mason und Chris Pegler in „The educational potential of e-portfolios. Supporting personal development and reflective learning".

Während der internationalen Konferenz LTEC 2014 (Learning Technology for Education in Cloud) in Santiago, Chile wurde das Thema MOOCs und Big Data tiefgründig behandelt. Die „Proceedings" dieser Konferenz, die von Uden, Sinclair, Tao und Liberona herausgegeben wurden, lieferten umfangreiche Daten zum Einsatz von MOOCs im Fortbildungsprozess, die für die Entwicklung des Prototyps des Sifa-Portfolios große Relevanz hatte. Die aktuellste Ausarbeitung von Porter „To MOOC or Not to MOOC. How Can Online Learning Help to Build the Future of Higher Education?" lieferte eine systematisierte Gruppierung der Ziele, die von Anbietern von MOOCs verfolgt werden, inklusive Beispiele und Fallstudien mit der Berücksichtigung der unternehmerischen Seite von MOOCs.

Das Thema E-Learning wurde im Hinblick auf die Nutzung von massiven offenen Online-Kursen und die Verwendung von E-Portfolios recherchiert. Innerhalb dieses Themenfeldes Lernen mit Web 2.0 Werkzeugen gewährte Köhler und Neumann mit dem Werkt „Das Online-Berichtsheft. Stärkung der Lernortkooperation in der dualen Berufsausbildung durch Web 2.0" detaillierte Einblicke in die Entwicklung des Online-Berichtshefts BLok.

Weiterbildung im Erwachsenenalter

Der Bereich der Andragogik verfügt über besondere Motivationsaspekte, die mit beruflicher Tätigkeit eng zusammenhängen. Um die Motivation für das lebenslange Lernen im Erwachsenenalter zu untersuchen, wurde das Sammelband herausgegeben von Gorges, Gegenfurtner und Kuper „Motivationsforschung im Weiterbildungskontext" analysiert. Weil ein großer Teil der Lernprozesse, die während der Ausübung der beruflichen Tätigkeit ablaufen, auf informellen Lernen basiert, wurde nach einem Zugang zu diesem Themenaspekt recherchiert. Hilfreich dabei war das „Handbuch informelles Lernen" von Harrig, Witte und Burger, im speziellen das Kapitel von Kahnwald „Informelles Lernen im Erwachsenenalter". Das Handbuch stelle eine breite Diversifizierung der unterschiedlichen Kontexte des informellen Lernens, welches für die Entwicklung des Prototyps eine bedeutende Rolle spielte.

In Bezug auf die didaktischen Ansätze der Weiterbildung im Erwachsenenalter, die im Prototyp ihre Verankerung gefunden haben, hat das „Handbuch Erwachsenenbildung / Weiterbildung" von Tippelt und Hippel eine wichtige Rolle gespielt.

Im Hinblick auf die Zertifizierung von im Berufsleben erworbenen Kompetenzen lieferte das umfangreiche Werk von Annen „Anerkennung von Kompetenzen. Kriterienorientierte Analyse ausgewählter Verfahren in Europa" das nötige Hintergrundwissen.