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Personas können als Archetypen von Nutzern bezeichnet werden, die einerseits imaginären Charakter haben, denn sie werden während des Entwicklungsprozesses erstellt, die aber andererseits typische Nutzer und deren Verhalten abbilden. Mit Hilfe von Personas kann eine kritische Distanz gewährt werden, was einem Entwickler im Prozess der Arbeit verhilft sich mit eigenen Überzeugungen und Sichtweisen zurückzuhalten.

Fazit: Personas können als Archetypen von Nutzern bezeichnet werden, die einerseits imaginären Charakter haben, denn sie werden während des Entwicklungsprozesses erstellt, die aber andererseits typische Nutzer und deren Verhalten abbilden. Mit Hilfe von Personas kann eine kritische Distanz gewährt werden, was...

Personas

Diese Methode hat ihren Ursprung in Disziplinen wie Ethnographie und Anthropologie. Beim erstellen von Personas werden Verhaltens- und Nutzungsszenarios kreiert, die typische Nutzungsarrangements der Anwendergruppe beschreiben. Nach Rubin und Chisnell soll für jeden Hauptanwendungsfall der entwickelten Lösung eine Persona erstellt werden (vgl. Rubin/Chisnell 2008, S. 160).

Im Falle der Softwareentwicklung in Teams helfen Personas beteiligten Entwicklern auf eine aktivierende und belebende Weise in die Welt der zukünftigen Anwender einzutauchen. Typische Aufgabenanalysen, „Walkthrous" und Anforderungslisten mit Funktionen beinhalten große Mengen an Informationen, die schwer in einem sinnvollen Zusammenhang gebracht werden können. Personas helfen in diesem Fall ein gemeinsames Verständnis für die Wirklichkeit der Nutzer zu gewinnen (ebd. S. 332).

Sebastian Müller

Sebastian Müller ist 29 Jahre alt und aktuell als Praktikant im Bereich Energiemanagement und Arbeitssicherheit für IKEA tätig. Er ist ledig und lebt in einer Wohngemeinschaft. In seinem Studium im Masterstudiengang Betriebssicherheitsmanagement an der Technischen Fachhochschule Georg Agricola zu Bochum befindet er sich in der Abschlussphase.

Mediennutzung

Sebastian hegt eine große Affinität zu neuen Medien im speziellen zu Computern, Tablets und Smartphones. Seine Termine, E-Mails und den Nachrichtenkonsum regelt er überwiegend über sein Smartphone. Zu Hause verbringt er auch viel Zeit vor dem Computer, da die Vorbereitung der Abschlussarbeit und auf die letzten Klausuren parallel zu dem Praktikum dieses erfordern.

Ziel

Sebastian ist karriereorientiert. Sein Ziel ist es Sicherheitsmanager zu werden und nach seinem Studium als Fachkraft für Arbeitssicherheit in Vollzeit zu arbeiten und sein Wissen teilen, in dem er anderen interessierten verhilft den Fuß in der Sicherheitsbranche zu fassen.

Laura Schmidt

Laura Schmidt ist 40 Jahre alt und seit 12 Jahren als Fachkraft für Arbeitssicherheit für Willms Bau GmbH in Köln. Sie ist verheiratet und hat 2 Kinder. Ihre Arbeitszeit verbringt sie überwiegend im Außendienst und besichtigt diverse Bauprojekte.

Mediennutzung

Laura ist überwiegend draußen unterwegs, sie mag die Tätigkeit in der frischen Luft und die neuen Erfahrungen die jeder Tag mit sich bringt. Sie Nutzt ihren Arbeitsrechner auf der Arbeit nur dann, wenn nötig. Gegenstände oder unterlagen die sie haptisch erfahren kann entsprechen eher ihrem Gusto. Den Nachrichten- und Wissensbedarf deckt Sie mit Hilfe von gedruckten Zeitungen und Büchern.

Ziel

Laura ist in ihrem Beruf sehr zufrieden, sie möchte sich daher weiter entfalten und ihre Erfahrungen mit anderen Sifas austauschen. Allerdings die Kombination aus Berufs- und Familienleben lässt ihr nicht viel Zeit übrig. Ihre Weiterbildungsmaßnahmen greift sie während der Arbeitszeit auf.

Use-Cases

Use Cases respektive Nutzungsszenarien werden anhand von im früheren Schritt entwickelten Personas erstellt. Sie repräsentieren ein realitätsnahes Verhalten eines Anwenders, der ein bestimmtes Ziel vor Augen hat, und mit Hilfe der Applikation versucht er dieses Ziel zu erreichen. Ein Akteur, in diesem Fall eine Persona, absolviert einen bestimmten Weg innerhalb der Applikation, um das Ziel zu erreichen. Aus diesem Grund müssen die Schritte die zu absolvieren sind, schon in der Konzeptionsphase berücksichtigt werden, anstatt sie erst in der Entwicklung- (Programmierungsphase) zu beachten (vgl. Richter/Flückiger 2013, S. 63-70).

Use Case Sebastian Müller

Sebastian bereitet während seines Praktikums mehrere Berichte zum Thema Arbeitssicherheit vor. Diese sollen seinem Vorgesetzten als Unterstützung bei der Erstellung von obligatorischen Reports für die Geschäftsführung dienen. Diese Aufgabe absolviert Sebastian zum ersten Mal, er würde sich gerne mit anderen austauschen, und erfahren wie solche Berichte im optimal-Fall aufgebaut werden sollen, welche Faktoren kritisch sind, und ob es spezielle Richtlinien für seine Branche gibt. Um die Aufgabe zu erfüllen sucht er innerhalb der Sifa-Community nach Fachexperten die innerhalb des gleichen Branchenzweigs arbeiten und über mehr Erfahrung verfügen als er selbst. Zusätzlich möchte Sebastian seine Bescheinigungen und Zertifikate, die er während seines Studium erworben hat, in seinem Sifa-Portfolio publizieren und einige davon in seinem öffentlichen Profil zugänglich machen, damit er als Fachexperte zu seinem bestimmten Thema gefunden wird.

Use Case Laura Schmidt

Laura ist schon seit mehreren Jahren als Sifa tätig und möchte innerhalb der Sifa-Community ein Portfolio mit ihren Dokumenten und Zwischenstationen im Beruf anlegen, damit sie ihre Kompetenzen anderen Mitgliedern zur Verfügung stellt und auch selbst Mitglieder mit mehrjähriger Erfahrung in der Baubranche findet. Sie ist am Austausch mit anderen Experten interessiert, die in der Baubranche bei Großprojekten beteiligt sind. Außerdem möchte Sie Belege für ihre Weiterbildung in einem Online-Portfolio bereitstellen. Zusätzlich möchte Laura mehrere Lernartefakte anlegen und diese Freigeben. Ihr Ziel ist diese Artefakte aus ihrer Perspektive zu beschreiben und von anderen Sifas zu erfahren wie sie dieses Artefakt wahrnehmen. Um das Verständnis für die eigene Perspektive zu erweitern, möchte Laura die Perspektive anderer erfahren.

Anhand der bisherigen Konzeptionsphasen wurde ein Architekturschema für das Sifa-Portfolio entworfen, welches im nächsten Abschnitt präsentiert wird.

Die Schematische Abbildung der Sifa-Portfolio Architektur verdeutlicht die Art der Portfolio-Erstellung, der Portfolio-Präsentation und des kooperativen Lernens, welches mit dem Konzept angestrebt wird. Im Zentrum der Architektur stehen die einzelne Lernartefakte, die von Sifas erstellt werden. Die Artefakte können einen individuellen Charakter haben, in dem sie nur für den Autor sichtbar sind, sie können aber auch freigegeben, so dass jede Fachkraft innerhalb der Sifa-Community sie auffinden kann. Zu den Freigegebenen Artefakten kann eine persönliche Sicht bzw. Perspektive generiert werden, in dem das von einer Person erstellte Artefakt, in das Portfolio einer anderen Person aufgenommen wird und aus einer andern Perspektive heraus beschrieben wird. Die Sifas können entscheiden welche Artefakte aus dem eigenen Portfolio freigegeben werden. Des Weiteren kann auch festgelegt werden, welche Artefakte in ein öffentliches Portfolio, welches zur Präsentationszwecken dienen soll, aufgenommen werden. Das öffentliche Portfolio wird um eine Kompetenzen-Übersicht und einen Badges-Bereich erweitert. Für die Administratoren der Sifa-Community wurde ein Bereich entworfen, in dem Zugriff auf eine erweiterte Funktionalität des Trendmonitors vorhanden ist, sowie Statistiken über die Aktivität der Autoren und die Vielfalt der kategorisierten Lernartefakte, die von Sifas erstellt werden.

Anhand Grundlage dieses Entwurfs wird der Konzeptionsprozess fortgesetzt und in weiteren Schritten vervollständigt. Im nächsten Abschnitt folgt die prototypische Umsetzung mit Hilfe eines Paper-Prototyps.