IT-Kompetenz

IT-Kompetenz, Problemlösefähigkeit im Bereich IT und Informationsverarbeitung.

Die Polen schockieren Piraten: wer sich Spiele nicht leisten kann, bekommt sie umsonst

Von am 24.11.14 11:10 | 0 Kommentare |

Vor einigen Tagen habe ich hier ein interessantes Spiel der polnischen Software-Schmiede 11 bit studios vorgeschlagen. Die Prämiere dieses Spiels war am 14.11.2014. Das Spiel wurde in einer sehr kurzen Zeit unglaublich populär. Und das zwar so populär, dass This War of Mine in nur wenigen Tagen auch auf die Top-10 Charts der illegalen Download-Seiten gelandet ist. Die Macher des Spiels reagierten sofort, aber wie es sich herausstellte, auf eine innovative und einzigartige Weise. Sie verteilten den Freischalt-Code kostenlos an die Piraten, die sich das Spiel käuflich offenbar nicht erwerben wollten.

Fazit: Wie kamen die polnischen Softwareentwickler auf die Idee Softwarepiraten zu schockieren? Die Antwort auf diese Frage ist banal - aber erst im Nachhinein. Sie verschenken die Lizenzen, an die Piraten.

https://www.allesgelingt.de/itkompetenz/This_War_of_Mine_Lizenz.jpg

Kostenloses Lizenzschlüssel und Freischalt-Code für arme

Auf dem Bild ist deutlich erkennbar, dass ein Mitarbeiter von 11 bit studios (oder zumindest eine Person, die über einen gültigen Freischaltcode verfügt und sich als Karol (einer der Mitarbeiter von 11 bit studios) ausgibt) die Piraten anschreibt und ihnen mitteilt, dass sie jetzt das Spiel gerne auf die legale Weise spielen können - mit einem Schlüssel.

Die Software-, Spiele-, Musik-, Film-, und sonst noch welche Piraten waren bis jetzt meisten von verschiedenen Anwälten, Kommissionen und Regierungen verfolgt, die Urheberrechts-Inhaber nicht ausgenommen. In diesem Fall melden sich die Urheber des Spiels und bieten freiwillig die legale Nutzung zum kostenlosen Tarif an.

Es werden Steuern überlegt, die die angeblichen immensen Verluste der Urheber ausgleichen sollen, die auf Bürger auferlegt werden, die die Werke der Urheber überhaupt nicht nutzen. In diesem Fall jedoch reagierten die Urheber des Spiels ziemlich gelassen und jetzt Profitieren noch mehr davon. Denn die Kommunikation mit dem Piraten hat der kleinen polnischen Programmierschmiede eine menge Publicity eingebracht.

Ich selbst bin auch der Meinung, dass Piraterie unfair ist. Seit dem ich Arbeite, verdiene ich bisschen Geld und kaufe mit dafür die Software oder Musik die ich haben möchte. Damit gerate ich nicht in einen Konflikt mit dem Gesetz, die wahren Macher der Werke die ich nutze können weiterhin coole Sachen erschaffen und ich habe dann noch mehr von dem Spaß. Und so soll es auch sein.

Begründung und rechtfertigung für illegale Downloads

In wenigen Fällen, wo man die Spiele nicht mehr bekommt, kann man sich mit einem Download aus zweifelhaften Quellen doch noch arrangieren. Vor allem wenn es um Uralte Spiele geht, die nicht mehr produziert werden, die man aber aus sentimentalen Gründen "wie in alten Zeiten auf Commodore, Amiga oder Atari" spielen möchte. Solche Spiele werden jetzt mit Hilfe von Emulatoren zum Laufen gebracht. Und dadurch jeder der heute 30 oder 40-jährigen kommen (wieder) in den Genus des Spiels von "damals". Egal wie stark man es will - diese Spiele zu kaufen ist heutzutage nicht möglich. Sie fungieren meistens als illegale Downloads auf den Torrent Seiten.

Mit einem Emulator, kann man auf einem Windows-PC oder einem MAC von heute, einen alten Rechner wie Amiga, Commodore oder Atari Simulieren. Dadurch lassen sich auch die Spiele von damals starten, obwohl die Rechner, für die sie programmiert wurden, schon längst die Hauptrolle als Exponate im IT-Museen übernommen haben.

Wenn ich kein Geld für das Spiel habe, darf ich es trotzdem herunterladen?

Die zweite Sache ist: was wenn ich einfach arm bin, und mir ein neues Spiel, Musik, Film oder sonst was in digitaler Form nicht leisten kann, es aber trotzdem gerne nutzen möchte. Bin ich dann berechtigt zum illegalen Download? Damals als ich 12 Jahre alt war und einen Commodore 64 hatte, konnte ich mir keine Spiele leisten, mein Monatstaschengeld hatte nicht mal für ein Spiel gereicht. Alles was ich gespielt habe, war von Kollegen ausgeliehen - man hat das als völlig selbstverständlich betrachtet.

Die Autoren des Spiels This War of Mine (TWoM) sind auf die Idee gekommen - dass jemand, der sich das Spiel nicht leisten kann, wird es sowieso nicht kaufen - aber doch spielen können. Wieso sollte man also eine solche Person an sich nicht dadurch binden, dass man ihr einfach den Schlüssel zum Spiel schenkt? An Piraten verdienen die Unternehmen nichts - denn sie kaufen nichts. Wenn man ihnen heute aber die eine oder die andere Lizenz (Lizenzschlüssel) schenkt - dann werden sie vielleicht morgen zu Stammkunden - das ist doch mal eine Perspektive für nachhaltige Entwicklung.

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