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Bücher von Bukowski, Empfehlungen und Erfahrungen beim Lesen

24.08.10 14:20 | 0 Kommentare |

Ich stehe kurz davor mir einige Bukowski Bücher zu lesen. Habt ihr schon Erfahrungen damit gemacht. Welches Bukowski Buch soll ich zu erst lesen?
Also ich hoffe sehr, dass es das Thema noch nicht gibt, wenn ja verzeiht mir ;)
Ich würde demnächst gern mal ein Bukowski-Buch lesen, da bei uns zuhause ca. 20 Stück rumstehen und der mich schon interessiert. Hat jemand Erfahrung mit Charles Bukoswis Werken und kann mir vll sage mit welchem Buch man evtl anfangen sollte?

Fazit: Empfehlung für die Bücher von Bukowski.

Habe vor JAHREN paar Geschichten von Bukowski gelesen (aus der Buecherei ausgeliehen) und fand kaum eine Story schlecht. Such Dir doch 2-3 Kurzgeschichten mit interessantem Titel aus & dann kannste weiteriterieren...


ich finde bukowski ehrlich gesagt nicht besonders überzeugend. Ich habe "jeder zahlt drauf" gelesen. In allen der Geschichten geht es entweder um pferderennen, saufen oder gewalt oder alles auf einmal. Aber nicht nur die Thematik, sondern auch die Schlussfolgerungen, die bukowski zieht, haben mich nicht weitergebracht, sondern einfach nur gelangweilt.
ich kenne allerdings einige leute, denen bukowski sehr gut gefällt, insofern ist meine meinung vielleicht nicht gerade repräsentativ.


Ich hab's sehr gern gelesen! Natürlich ist es nicht "schön" zu lesen. Es ist sprachlich nicht Shakespeare-like. Aber die Geschichten haben... eine gewisse Autentizität.

Das ist einfach das Bild der amerikanischen Unterschicht zu jener Zeit. Und ich denke, es macht vieles von dem verständlich, was man so auf der Welt sieht. Ich finde es teilweise regelrecht erschreckend - aber nachvollziehbar. Die Geschichte mit seinem Vater, Alkohol, Frauen... Ich kann schon verstehen, daß, wenn man keine Perspektive sieht, man sich in Exzesse zurückzieht. Und ich fand es irgendwie schon gut, das so schonungslos vor Augen geführt zu bekommen.

Also ich kann Bukowski empfehlen. Die Reihenfolge weiß ich nicht mehr. Aber von den Kurzgeschichten abgesehen ist es eine komplette Lebensgeschichte in Reihenfolge. Es beginnt mit der Jungend ("Fast eine Jugend" dürfte das erste sein) und geht dann halt bis ins höhere Alter.

das hat meiner meinung nach nichts mit "schön" zu tun. ich will auch nichts gegen seine ausdrucksweise oder das milieu, das er beschreibt, einwenden. aber die schlussfolgerungen, die er zieht, sind weder neu noch aus einer interessanten perspektive beleuchet.

man nehme eine beliebige person (tochter/sohn/ehepartner/geschäftspartner) und
a) demütige sie
b) füge ihr gewalt zu
c) betrinke sich ständig in ihrer gegenwart

so wird diese person
a) bei pferderennen ihr ganzes geld verlieren
b) andere menschen demütigen
c) anderen leuten gewalt zufügen
d) alkoholiker werden

re-vo-lu-tio-när!

ABER: Schau Dich in der Welt um. GENAU das, ist, was tausend-, millionen- wenn nicht gar milliardenweise passiert!
Man lebt schön in seiner Welt vor sich hin, wenn man da Glück hat, davon nicht betroffen zu sein, und negiert es mehr oder minder. Bukowski knallt es einem aber unverblümt vor dem Latz.

Ich bin nicht in einem Möchtegernbürgerlichen Elternhaus der amerikanischen Unterschicht der 30er und 40er aufgewachsen und wurde von meinem Vater so lang mit nem Wetzriemen verdroschen bis es mir nicht mehr weh tat. Darum bin ich so nicht geworden. Sehr vereinfacht ausgedrückt. Du offenbar auch nicht.

Aber wieviele Menschen auf der Welt sind es?! Und gerade für Nicht-Betroffene ist es dann eine Art der Konfrontation mit der "Realen Welt". Gerade diese Antriebs- und Perspektivlosigkeit war mir bis dato eigentlich ziemlich fremd. Zumindest in dieser Spielart...

ich habe schon einige Bücher von Bukowski gelesen... angefangen bei dem Roman "Der Mann mit der Ledertasche" und darauf hat sich alles aufgebaut, habe dann auch Gedichte und Kurzgeschichten, die veröffentlicht wurden gelesen! Ich fand und finde seine schreibweise sehr toll, es ist zwar richtig, das er sehr einfach schreibt, aber ich finde es keineswegs primitiv! Er schrieb so, das es wirklich jeder lesen, bzw. auch verstehen kann.
Ich finde auch die Thematik mit der er sich befasst nicht "geklaut", denn es war ihm ja schließlich egal, ob es jmd. liest oder nicht. Diese egalitäre haltung, hat ihn ja ausgemacht, die Gesellschaftskritik, ist ein Paradebeispiel dafür, das nicht jeder Amerikaner, auch tatsächlich DEN AMERIKANISCHEN TRAUM lebt!
Ich muss auch sagen das, als ich angefangen habe seine Bücher zu lesen, nicht darauf aus war zu lachen, sondern in einer Phase, als es mir nicht so gut ging, und ich auch eine beinahe vergleichbare egalität entwickelt hatte, was heißen soll, das ich mich nicht dafür interessiert habe, ob andere Leute denken, ich trinke viel, oder wo ich auch gerne mal allein war, weil ich das Gefühl hatte, ich könnte echt kaum einen anderen menschen gut leiden, weil sie alle son anders sind als ich... also das klingt jetzt sehr drastisch, so schlimm war es nicht, aber ich konnte mich sehr gut damit indentifizieren.
Seine nüchterne Art die Dinge in seinem leben zu Schildern, ist beeindruckend, wenn man bedenkt, was er wirklich in der untersten "Klasse" der Gesellschaft erlebt hat.
Ich finde er war etwas ganz besonderes, und das merkt man auch in einigen Bücher, wenn man ein wenig zwischen den zeilen liest... :-)
Also ich kann ihn nur empfehlen, und tue das auch sehr gerne!


Ich habe auch mit "Der Mann mit der Ledertasche" angefangen und fand es einfach nur genial!
Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Bukowskis Werke sind leicht und schnell zu lesen, aber sie sind nicht trivial!

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