Was werde ich in: Materialität Kunstwerke was sind das für Dinge lernen ?

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-What you see is what you see and is what you not see- Richard Tuttle Nimmt man Dinge als Bilder, oder gar Dinge als Kunstwerke wahr, so wird das WAS diese Bilder zeigen oftmals viel wichtiger als das WIE sie sich zeigen: Ihre Gegenständlichkeit im Sinne einer Zugehörigkeit zu unserer sinnlich wahrnehmbaren physischen Alltagsrealität tritt zu Gunsten einer abstrakten imaginären Gedanklichkeit zurück. Oder einfach ausgedrückt: Wer würde im Antlitz der Mona Lisa lediglich von einem mit erdig-öliger dunkler Paste bestrichenen, auf einen Holzrahmen gespanntem Stofftuch sprechen anstatt von jener sagenumwobenen Person -im- Gemälde? Was geschieht nun aber, wenn Kunstwerke sich bis hin zur Ununterscheidbarkeit an den alltäglichen Materialkosmos annähern? Und was geschieht auf der anderen Seite, wenn Kunstwerke mittels bestimmter Verfahren ihre Materialität geradezu negieren, wie es etwa die Fotografie seit jeher verinnerlicht? Der Frage nach Materialität und Dinghaftigkeit von Bildern und Kunstwerken soll sich aus künstlerischer, aus kunstwissenschaftlicher und kuratorischer, aber auch aus philosophischer Perspektive angenommen werden. Dazu sollen einzelne künstlerische Positionen und Themen gezeigt werden (etwa Richard Tuttle, Blinky Palermo, Heimo Zobernig, Charlotte Posenenske, Pedro Cabrita Reis, Ian Kiaer, Isa Genzken u.a.) und deren kritische Rezeption durch Kunstwissenschaftler. Ebenso sollen zeitgenössische Ausstellungskonzepte, welche sich Materialität zuwenden besprochen werden (insbesondere die Ausstellungen -Speculations on Anonymous Materials- und -Nature after Nature- von 2013 und 14 im Fridericianum in Kassel). Zudem stehen Theorien die sich mit Materialität, Dinglichkeit und Bildlichkeit befassen zur Debatte (etwa Edmund Husserl, Martin Heidegger, Niklas Luhmann, Martin Seel u.a.).

Kunstgeschichte Universität Siegen WiSe 2014/15 Dicke Martin

Quelle: Dicke Martin , Uni-Siegen