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Lernen & Gedächtnis
24. Juni 2008 Aktualisiert am 25. Juni 2026

"Es liegt mir auf der Zunge" - ich weiss worum es geht kann es aber nicht aussprechen

Was mache ich, wenn mir die Antwort auf eine Frage "Auf der Zunge liegt"

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Was mache ich, wenn mir die Antwort auf eine Frage "Auf der Zunge liegt"

Das Phänomen "Es liegt mir auf der Zunge" auch "Tipp of the tongue" genannt kennt jeder. Man wird etwas gefragt und weiß die Antwort, kann sich aber nicht genau erinnern und kann es nicht aussprechen. Die Überzeugung, dass man es weiß, ist aber da. Was soll man in diesen Momenten machen, intensiv nachdenken oder eher einfach aufhören darüber zu denken? Was ist besser für das Gedächtnis?
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Oft passiert das gleiche während einer Prüfung. Man liest die Fragen durch, und ist überzeugt die Antwort zu wissen, kann es aber nicht niederschreiben. Eine kanadische Psychologin zeigt, was man tun soll, wenn man das Gefühl hat "wenn etwas auf der Zunge liegt". Ihre Untersuchung trägt zum besseren Lernen bei, denn die meisten Lehrer in der Schule wählen den falschen Weg und zwingen ihre Schüler zum sturen Nachdenken.

Karin Humphreys von McMaster University in Kanada hat das Phänomen untersucht und fest gestellt, dass es nicht vorteilhaft ist, über etwas stur nachzudenken, wenn es einem auf der Zunge liegt. Sie hat zwei Gruppen von Probanden untersucht, die eine Gruppe, sollte weiter überlegen um auf die Antwort zu kommen. Die zweite dagegen, sollte einfach weiter gehen und nicht über die Antwort auf die Frage stur nachdenken bis man es herausbekommt.


Es hat sich herausgestellt, dass die erste Gruppe, also Studenten die immer weiter nachgedacht haben, einige Tage später tendierten dazu, auf die gleiche Frage auch sehr lange nachzudenken. Sie hatten wieder das Gefühl, dass die Antwort auf der Zunge liegt, konnten sie aber nicht herausbekommen.


Die Gruppe zwei dagegen, hatte solche Probleme nicht mehr. Die Probanden konnten die Antwort direkt geben. Das Phänomen "es liegt mir auf der Zunge" ist bei dieser Gruppe nicht aufgetreten.


Die Strategie "Denke härter, oder denke weiter, bis man das Problem gelöst hat" erweist sich somit als nachteilig. Man wird das Problem nicht schnell lösen können, oder sich an etwas erinnern können. Was noch schlimmer ist, man wird sich in der Zukunft gar nicht schneller daran erinnern können. Ganz im Gegenteil - man wird noch mehr Zeit brauchen um auf die Antwort zu kommen.


Einen Bericht über diese Studie kann man sich hier als MP4-Datei in sehr guter Qualität anschauen: Es liegt mir auf der Zunge.


Oder hier bei Youtube:



Was das für deine Prüfung bedeutet

Das Ergebnis der Studie ist überraschend praktisch: Wenn dir etwas auf der Zunge liegt, ist stures Grübeln der falsche Weg – es prägt sogar den „Fehlversuch" ein, sodass du beim nächsten Mal wieder hängst. Besser:

  • Loslassen und weitergehen: In der Prüfung die Frage markieren, zur nächsten wechseln – oft taucht die Antwort von selbst wieder auf, wenn der Druck weg ist.
  • Über einen anderen Weg ansteuern: Denk an den Zusammenhang, den ersten Buchstaben, ein verknüpftes Bild – Abrufhilfen statt Erzwingen.

Und langfristig hilft das, was Vergessen von vornherein seltener macht: aktives Abrufen beim Lernen statt nur Wiederlesen. Mit der richtigen Strategie bleibt die Antwort abrufbar, wenn du sie brauchst.