Nicht immer alles besser machen, sondern das tun was fehlt zeichnet erfolgreiche Menschen aus
Die Philosophie alles immer besser machen zu müssen, damit man sich von der Masse abhebt, wird immer schwieriger umzusetzen. Daher ist es sinnvoller darauf zu achten was fehlt und an den fehlenden Stellen ansetzen. Dadurch wird es einfacher, erfolgreich zu sein anstatt immer wieder zu versuchen die Konkurrenz zu schlagen. Wozu ständig konkurrieren, wenn es auch einen anderen Weg gibt?
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Meinen Aktionsplan erstellenDie Philosophie alles immer besser machen zu müssen, damit man sich von der Masse abhebt, wird immer schwieriger umzusetzen. Daher ist es sinnvoller darauf zu achten was fehlt und an den fehlenden Stellen ansetzen. Dadurch wird es einfacher, erfolgreich zu sein anstatt immer wieder zu versuchen die Konkurrenz zu schlagen. Wozu ständig konkurrieren, wenn es auch einen anderen Weg gibt?
Haben Sie sich schon mal gefragt, wieso manche Persönlichkeiten in problematischen Situationen immer den Ausweg kennen? Was zeichnet diese Leute aus? Warum sind diese Personen ausgezeichnet in dem was sie tun?

Es gibt eine fiktive Geschichte von dem genialen Detektiv Sherlock Holmes. Beziehungsweise ist es nur eine Parabel.
„Sherlock Holmes und Doktor Watson gehen campen. Nachdem sie ihr Zelt aufgebaut haben, gehen sie schlafen. In der Nacht wacht Holmes auf und weckt seinen Partner: „Watson", sagt er, „öffne die Augen und schau hinauf zum Himmel. Was siehst du?" Watson antwortet schlaftrunken: „Ich sehe Sterne, unendlich viele Sterne." - „Und was sagt dir das, Watson?", bohrt Holmes nach. Watson überlegt kurz: „Das sagt mir, dass dort draußen unzählige Galaxien und Tausende Planeten sind. Ich nehme deshalb an, dass eine Menge gegen die Theorie spricht, wir wären allein im Universum." - „Watson, du bist ein Narr", blafft ihn Holmes an. „Es sagt, dass jemand unser Zelt gestohlen hat!"
Das ist genauso im Leben oder im Job. Wir sehen etwas nicht, was fehlt. Wir konzentrieren uns nur auf die Sachen und Aufgaben, die uns gegeben werden. Aber es ist definitiv nicht richtig. Wir sollten unsere Augen öffnen und aus eigener Initiative etwas Neues oder auch etwas Nötiges, das schon längst fehlt, machen. Das ist ein klassisches Alltagsphänomen, wir merken nicht etwas, was nicht da ist, oder wir merken es erst, wenn es richtig fehlt, und dann ist es auch viel zu spät.
Man kann als gutes Beispiel dafür Kommunikationsstrategien im Internet nehmen. Sehr viele schlaue und kreative Agenturen denken sich Social-Media und Viral-Strategien, -Aktionen, -Events aus. Ja, das Problem ist nun mal, dass keiner den Plan „B" hat, falls daraus nichts wird. Entweder sind die Menschen so optimistisch gestimmt oder zu blind wie Doktor Watson, um es nachvollziehen zu können.
Es gibt sehr viele Bücher und Studien darüber, wie unser Gehirn funktioniert und wie einfach sich unser Gehirn bei Entscheidungen beeinflussen lässt – denn oft handeln wir eher aus dem Affekt heraus als bewusst und logisch.
1977 machten die US-Wissenschaftler Richard Nisbett und Timothy Wilson einen Versuch. Sagen wir mal so etwas wie Unterhosen-Experiment. In einem Einkaufszentrum wurden die Kunden zu einem Tisch gebracht. Auf dem Tisch lagen vier Unterhosen. Die Kunden sollten sich für eine entscheiden. Sie wussten, dass es um ein Experiment geht und manche zögerten recht lang. Manche nahmen aber einfach die erste Unterhose rechts. Die Kunden dachten, dass beim Experiment es darum ging, welche Position von Unterhosen auf dem Tisch besser aussieht. Aber es ging überhaupt nicht darum. Es war absolut egal, für welche Unterhose sich die Kunden entscheiden würden, weil alle Unterhosen komplett gleich waren. Es ging einfach um klassische Blindheit.
Den Kunden wurde gesagt, sie könnten eine von vier Unterhosen auswählen. Die alle vier waren aber komplett gleich. Die Wahl war absolut sinnlos. Sie sollten sich aber für eine entscheiden und da fiel keinem auf, dass es nur um gleiche Unterhosen ging.
Das ist nur ein klassisches Beispiel, wie blind manchmal die Menschen sein können. Das gleiche passiert auch im Job und man merkt es später, dass man sich doch anders verhalten sollte. Der Chef sagt, was zu tun ist, und die anderen tun das einfach. Aber man muss nicht immer automatisch von dem Chef gesteuert werden. Einfach Augen aufmachen und Augenmerk darauf richten, was wirklich fehlt und gemacht werden muss.
Im Film „Ray" über das Leben und die Musik von Ray Charles gibt es auch eine solche Szene: Während eines Auftrittes von Ray Charles war das Publikum sehr aufgeregt und laut. Daraufhin begann Ray eine ruhige Ballade zu spielen. Dies hat aber das Publikum nicht beruhigt. Erst wenn sein neuer Konzertveranstalter die Beleuchtung heruntergedreht hat und nur einen Spot auf Ray ausrichten ließ, hat sich das Publikum beruhigt. Nach dem Konzert fragte Ray den Manager: „Wieso haben Sie die Lichter ausgeschaltet?" da erwiderte dieser: „... das musste einfach gemacht werden".
Die Lücke sehen – eine Fähigkeit, die man üben kann
Die Sherlock-Parabel bringt es auf den Punkt: Wir sind oft so auf das Vorhandene fixiert, dass wir das Fehlende übersehen. Die Forschung nennt das selektive Wahrnehmung – wir sehen, worauf wir uns konzentrieren, und blenden den Rest aus.
Die gute Nachricht: Den Blick fürs Fehlende kann man trainieren. Frag dich bei jeder Aufgabe nicht nur „Wie mache ich das besser?", sondern auch „Was fehlt hier eigentlich – und was würde wirklich helfen?". Dieser eine zusätzliche Gedanke unterscheidet oft das Gewöhnliche vom Wirkungsvollen. Mit der richtigen Frage im Kopf wird aus Routine echtes, eigenständiges Handeln.