Lernen und Gehirn

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Welche Musik hilft beim Lesen und Lernen?

Von am 28.02.07 19:36, Aktualisiert am 15.04.13 19:18 | 32 Kommentare |

Ich würde gerne wissen, ob Musik beim Lesen eher störend oder vielleicht sogar förderlich sein kann.

Hilft die Musik beim Lesen und Lernen ? Falls ja - wleche , falls nein - warum?

Die Musik ist ein unerlässlicher Bestandteil unseres Lebens. Die Tatsache, dass die Musik die Menschen begleitet schon seit dem wir uns aufrecht auf zwei Beinen bewegen können, ist ein wahrer Beispiel dafür.
Die Untersuchungen der letzten Jahre haben bewiesen, dass die Musik einen sehr positiven Einfluss auf das Lernen hat. Leider nicht jeder Musikrichtung eignet sich als Lernbegleiter.
Erstmal die Antwort auf die Frage:

- welche Musik beim lernen eher stört und warum?

Fazit: Ich würde gerne wissen, ob Musik beim Lesen eher störend oder vielleicht sogar förderlich sein kann. Hilft die Musik beim Lesen und Lernen ? Falls ja - wleche , falls nein - warum?

Die Musikrichtungen der heutigen Generation, also Pop, Rock, Hip Hop, Funky, Metal, usw. haben eher ablenkenden Einfluss auf das Lernen. Der Grund dafür ist: sie sind zu Aggressiv, sehr schnell, mit Unmengen von Texten versehen und sollte man z.B. für eine Prüfung lernen und das Radio im Hintergrund laufen lassen, dann kommen noch die Nachrichten dazu (die wiederum eine neue Informationsquelle bedeuten) und im Endeffekt schaltet das Gehirn ständig zwischen dem zu lernenden Stoff und den Informationen oder Musik die gerade aus dem Radio kommt.


Eine große Rolle spielt hier die Konzentration. Wir selbst jedoch bestimmen in welche Richtung die Konzentration gelenkt werden soll. Dies bedeutet also, dass wenn man beim Lernen die TOP – 40 hört, wird man nur schwer in der Lage sich auf nur einen Aufgabe konzentrieren zu können. Das Ergebnis ist: das Gehirn behält die Informationen nur anteilig, bisschen vom Radiohören und bisschen vom Stoff den wir zur Prüfung beherrschen sollen.

Kurz gesagt – vom Musikhören beim Lernen und Lesen ist eher abzuraten – mit einer Ausnahme : Barockmusik.

Dies betrifft jetzt den zweiten Teil der Frage: Welche Musik fördert das Lernen und warum?

Bulgarischer Pädagoge und Psychologe Georgi Losanow hat in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Lernmethode erfunden bei der die Barockmusik eine gravierende Rolle übernahm. Das gesamte Lernsystem nach Losanow wurde dann Suggestopädie genannt. Heutzutage nennt man die Suggestopädie auch das „Super learning“.

Losonov hat entdeckt, dass bestimmte Barockmusikstücke die beim Lernen im Hintergrund abgespielt wurden, das Lernen unglaublich fördern. Seine Methoden wurden empirisch untersucht und es wurde festgestellt, dass es möglich ist mit der Barockmusik das Lernen sogar um das 25 Fache zu beschleunigen. Wobei nicht nur die Geschwindigkeit eine Rolle spielte, sondern die Qualität. Die lernenden Personen könnten noch lange Zeit nach der Lernperiode das Erlernte problemlos wiedergeben. Er hat die Methoden verfeinert und angepasst und spezielle „aktive“ und „passive Lern-Konzerte“ entworfen.
Bei diesen Lernkonzerten werden verschiedenen Barockmusikstücke eingesetzt. Somit hat er die Musik auf dreifache Weise in das Lernen implementiert:


1. Die Einführungsmusik die beim Einsieg in das Lernen den Probanten verhelfen soll, hat beruhigende und entspannende Wirkung und hilft den Alpha-Zustand (die Gehirn-Wellen im Bereich zwischen 8 und 12 Hz.) zu erreichen. In diesem Zustand ist das Gehirn besonders aufnahmefähig.
2. Als ein „aktiver Konzert“ – die Informationen werden im Takt der Musik gelesen.
3. und als ein „passiver Konzert“ – die Informationen (z.B. Fremdsprachen CD wird angehört mit der Begleitung von Largo-Sätzen von Vivaldi, Bach oder Corelli.


Musik Stücke die man beim Lesen und beim wiederholen im Hintergrund abspielen kann:

Aktive Konzerte
1. Beethoven – Geigenkonzert D-Dur. OP.61
2. Czajkowski Konzert B-Moll
3. Mozart Konzert Nr. 7 D-Dur
4. Haydn Symphonie Nr. 69 und 67
5. Beethoven Klavierkonzert V Es-Dur


Passive Konzerte
1. Corelli – Concerti Grossi,
2. Händel „Wasser-Musik“
3. J.S. Bach Fantasien G-Dur
4. Vivaldi „Fünf Konzerte“


Warum hilft die Barockmusik beim Lernen?

Die Barockmusik zeichnet etwas aus. Die Stücke haben meistens Tempo 60-70 Schläge pro Minute. Die forscher haben bewiesen, dass das genau der Hirnfrequenz im Alphazustand entspricht. Deshalb ist es einfacher auch den Zustand mit Barockmusik zu erreichen. Den Alphazustand kann man auch mit Meditation erreichen, dafür braucht man jedoch ziemlich lange Einarbeitungszeit.


Titel=Stroh im Kopf? Vom Gehirn-Besitzer zum Gehirn-Benutzer
Autor=Vera F. Birkenbihl
ISBN=3636070673
Bild1=links

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32 Kommentare

Ich möchte gerne wissen ob die Goldberg-Variationen von Ragna Schirme zu dieser Art von Musik zählt mit dessen man seine Lernerfolge steigern kann. Also das Gehirn auf das alpha zustand bringen kann.

Ich bin im Besitz dieses Albumbs von Ragna Schirmer und die ganzen stücke sind mit dem piano komponiert.

Für eine baldige Antwort wäre ich sehr glücklich danke.

Ich finde das alles nicht stichhaltig genug; es klingt vielmehr nach Träumerei. Es ist viel zu sehr vom eigenen Musikhörverhalten abhängig, wie man auf die Musik reagiert (eher ablenkend oder stört es die Konzentration nicht?), ganz zu schweigen vom Musikgeschmack. Wenn mich ein Lied nervt, weil es nicht meinem Geschmack entspricht, wird es meine Konzentration sicher nicht fördern.

Letzten Endes bestimmt auch das eigene Lernverhalten den Einfluss der Musik.

Um es kurz zu fassen: Auf mich persönlich lässt sich das ganz und gar nicht anwenden. Meine Erfahrungen widersprechen all dem, was die Forschung in diesem Falle zu wissen meint.

Ich höre gerne Metal. Ich höre immer nur eine CD, die ich sozusagen auswendig kann. Wenn ich lerne und Musik höre, merke ich auf einmal nicht mehr, dass ich überhaupt Musik höre. Irgendwann ist das Album dann zu ende und nicht einmal das merke ich. Wenn ich jedoch keine Musik höre, werde ich von jeder Kleinigkeit abgelenkt und ich brauche dann auch viel länger. Kann es also sein, dass man sich mit Metal besser konsentrieren kann, aber nur, wenn man nicht einmal merkt, dass man Musik hört?

da ich sehr intelligent bin und daher auch eine unglaublich schnelle aufnahmefähigkeit besitze kann ich ausschliesslich mit schneller musik lernen ansonsten halten mich die langsamen beats nur auf und meine gedanken werden träge- daher drum n base, jungle oder extrem schneller hardcore/grindcore... beim schreiben ist auch 8bit musik extrem hilfreich...

und wo kann man die musik erwerben? irgendwie ist das so speziell, dass ich nichts finden kann :(

Ich finde auch nix! Kann der Autor mal ausdrücklich sagen, auf welchen CDs die Titel sich befinden?
Danke
Grüße

HAHA,
Kauft euch doch einfach alle Alben die Beethoven oder Haydn herausgebracht haben^^

ich habe den Eindruck dass man die Musik sie man hört nicht besonders mögen muss(!)- wenn man zB bei der Wassermusik mitdirigiert isi das kein Lernen mehr.

Ich als Klassikliebhaber habe gute Erfahrungen mit nicht zu aufdringlicher "Groove"und "Lounge" Musik gemacht.

Zum Ausprobieren:

Soma.fm

(Space Station , Secret Agent, usw.)

Wichtig finde ich dass die Musik nicht zu mitreissend sein darf.

Violinkonzert in D dur, Larghetto (Opus 61) fand ich persönlich ziemlich gut zum Lernen, Tchaikovskij eher nicht weil zu mitreissend.

"...Alpha-Zustand (die Gehirn-Wellen im Bereich zwischen 8 und 12 Hz.) zu erreichen.."


"Die Barockmusik zeichnet etwas aus. Die Stücke haben meistens Tempo 60-70 Schläge pro Minute. Die forscher haben bewiesen, dass das genau der Hirnfrequenz im Alphazustand entspricht."


?????????????????????????

Aussage A: Alpha-Zustand=>8-12Hz
Aussage B: Alpha-Zustand=>60-70 Schläge/minute

Zu B: 60/60sec.= 1 Hz!!!!!!!!

Wie soll man das verstehen?

ich würde gerne wissen, ob das Musik hören nach dem intensiven Lernen schadet und das Gelernte vergessen lässt??

wenn es DIREKT danach ist wirkt emotioal erlebte Musik mit SICHERHEIT retrograd deletierend auf die gelernte Informationen.
Weil emotionale Momente viel besser im Gedächtnis verankert werden.
Ich würde nach dem Lernen MINDESTENS 1/2 h warten. Vielleihcht auch länger, ist evtl individuell unterschiedlich.

OK, Dankeschön für die Antwort :) Dann weiß ich jetzt Bescheid. Es ist nur so, dass ich in zwei Tagen Abitur schreibe und schon gerne wissen würde, was mit meinem Gelernten passiert, wenn ich Musik höre..Hoffe, das kann man nachvollziehen.

Was soll denn "retrograd deletierend" heißen?

Ich glaube mit "retrograd deletierend" meint er, dass die schon gelernte Informationen rückwirkend wieder "gelöscht" werden, oder mit anderen ersetzt werden, sobald man Musik unmittelbar nach dem Lernen hört.

Ich denke persönlich, dass man tatsächlich dem Gehirn ein paar Minuten Pause gönnen soll. Nach einer Lerneinheit verarbeitet das Gehirn die Informationen. Wichtig ist, dass man niemals länger am Stück lernt als eine Stunde ohne Pause.
Ich selbst höre keine Musik beim Lernen. Ich kann mich dann besser konzentrieren. Musik lasse ich dann für später zur Entspannung. Aber nicht um zu lernen.

Wieso ist denn in dem Artikel die ganze Zeit die Rede von Barock Musik und dann eine Liste mit Haydn, Mozart und Beethoven, die eindeutig in die Klassik eingeordnet werden? Wollt ich nur mal anmerken...Da hat der Autor anscheinend auch nicht so wahnsinnig viel Ahnung worüber er da schreibt!

es geht um den Rhythmus. Ob das Klassik der Barock ist, spielt keine goße Rolle. Entscheident ist die Taktung der Lieder.

Hallo!

die Sache mit den Frequenzen ist leider falsch rübergekommen... im org. Text von Frau Birkenbihl beziehen sich die 60 Hz auf den Herz-Rhythmus und nicht auf die Frequenz der Gehirnwellen.

Diese liegen im Alpha Bereich bei 7-13 Hz, die 60 Schläge/min wurden von Lozanov als positiv für den Lernerfolg festgestellt.

Mit freundlichen Grüßen

Andre R.

Da habe ich mich wohl vertan. Danke für den Hinweis.

also ich finde diese musikrichtugn sehr spannend. Baer versuche mal beim lernen einen anderen musikstyle villt gefällt es dir besser ..
viel glück

wir finden den text sehr sehr juuut :P
weil wir das jetzt vorstellen werden xDD

Ich fands guuut :)

Ich persönlich hör ja lieber hardcore terror musik , das entspann t

Also ich kann am besten lernen mit AC/DC Hells Bells...
das hört sich komisch an aber ein bekannter von mir ist psychologe und der meinte das das damit zusammenhängt das durch den starken Bass das Gehirn die denkvorgäng gleichmäßig verarbeitet und ich mir das so besser einprähen kann ...

Man kann die Lieder auf youtube.de anhören. Die Qualität ist nicht einmal besonders schlecht.
Z.B.: http://www.youtube.com/watch?v=N7gh-5oI_lE&feature=BF&list=QL&index=1

Bei interesse kann die Musik hier zusammengestellt und als Web-Radio abgespielt werden:
http://grooveshark.com

Das sehe ich anders. Ich habe gerade erst vor kurzem mit zwangig Schülern selbst Lernversuche unter Musikeinfluss durchgeführt.
Barocke Musik schnitt super ab. Heute populäre Stilrichtungen hat eine um durchschnittlich 2 Fehler pro Person erhöhte Fehrlerqoute.

Zur Zeit Beethovens und Mozarts gab es noch nicht die Möglichkeit Compact Discs aufzunehmen. Man kann sich allerdings jegliche Aufnahmen von Vertonungen besorgen.

Hallo
Also ich kann das gedüdel von Barockmusik nicht gebrauchen und noch weniger beim lernen.Ich brauch zum lernen Slipknot,Balzac,Böse Onkelz usw.
Kommt vieleicht auch auf das alter an.

Hallo

Wie sieht es mit Dubstep aus? Es hat ein Tempo von ungefähr circa 120 bpm (also das doppelte), keine vocals und ist sehr gemütlich, wenn man nicht Skrillex als Beispiel nimmt (Vielleicht "Vesicle", "Mimosa" oder "the Widdler", "Mitis" oder "Blackmill" in diese Richtung).
Und man muss den Bass ja nicht voll aufdrehen.

Herzliche Grüsse
MarquisBS

Hallo

Wie sieht es mit Dubstep aus? Es hat ein Tempo von ungefähr circa 120 bpm (also das doppelte), keine vocals und ist sehr gemütlich, wenn man nicht Skrillex als Beispiel nimmt (Vielleicht "Vesicle", "Mimosa" oder "the Widdler", "Mitis" oder "Blackmill" in diese Richtung).
Und man muss den Bass ja nicht voll aufdrehen.

Herzliche Grüsse
MarquisBS

Ich wollte fragen wie das jetzt mit heavy metal ist, ich hörs jeden tag und zum lernen benutz ich das auch immer, aber ich bin mir nicht sicher ob es mit einer anderen musikrichtung leichter ist?

hilft bei mir definitiv nicht. streicher lenken mich eher ab. ich hab gute erfahrungen mit ambient/entspannungsmusik und wellenrauschen gemacht :)
hauptsache etwas ruhiges, bei gleichbleibendem tempo und lautstärke

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