Arten von Anschaffungskosten, Lagererhaltungskosten und Fehlmengekosten.

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Kostenoptimierung beschäftigt sich mit Anschaffungskosten, Fehlmengekosten und Lagererhaltungskosten.

Obwohl der Einstandspreis von Beschaffungsgütern eine wichtige Determinante bei der Erreichung des Kostenminimierungsziels darstellt, darf das reine Preisdenken bei der Erfüllung operativer Versorgungsaufgaben nicht dominieren. Bei operativen Beschaffungsentscheidungen sollten deshalb die vier Kostenkategorien – Anschaffungskosten, Bestellabwicklungskosten, Lagerhaltungskosten und Fehlmengenkosten – gleichrangig berücksichtigt werden.

Fazit: Kostenoptimierung beschäftigt sich mit Anschaffungskosten, Fehlmengekosten und Lagererhaltungskosten.


Anschaffungskosten ergeben sich aus der Multiplikation des Einstandspreises pro Stück mit der eingekauften Menge. Der Einstandspreis dient dem Einkäufer als Vergleichsmaßstab für die Angebote verschiedener Lieferanten. Der Einstandspreis eignet sich dafür besser als der jeweilige Angebotspreis, da Zuschläge, Rabatte und Boni, Skonto sowie Fracht, Verpackung und Versicherung bereits berücksichtigt sind. Preisstaffelungen und -konditionen sollten deshalb bei der Ermittlung der Einkaufsmenge berücksichtigt werden.


Unter fallen Personal- und Sachkosten der Einkaufsabteilung, der Wareneingangs-, Qualitäts- und Rechnungsprüfung sowie anteilig Kosten der IT-Abteilung. Bestellabwicklungskosten fallen bei jeder Bestellung an und können somit als bestellfixe Kosten betrachtet werden. Lagerhaltungskosten setzen sich aus den fixen Kosten der reinen Lagerhaltung und den variablen Kosten für die Lagerbestände zusammen. Die Fixkosten der Lagerhaltung sind vor allem die Lagermiete, Abschreibung, Beleuchtung, Heizung, Instandhaltung und Personalkosten. Die variablen Kosten der Lagerhaltung sind abhängig vom Lagervolumen, da sich Zinsen und Versicherung auf das im Lager gebundene Kapital beziehen und auch die Kosten für Verderb, Schwund und Veralterung mit zunehmender Lagermenge ansteigen.


Lagerhaltungskosten und Bestellabwicklungskosten stehen somit in einem Konflikt zueinander. Einerseits ist es sinnvoll, die Lagerbestände so gering wie möglich zu halten. Andererseits sollten nur wenige Bestellungen mit großen Bestellmengen durchgeführt werden, um die Bestellabwicklungskosten zu minimieren. Dieser Konflikt sollte unter Berücksichtigung der Versorgungssicherheit und den Fehlmengenkosten gelöst werden.


Fehlmengenkosten treten auf, wenn Materialien zum Bedarfszeitpunkt fehlen. Unter direkten Fehlmengenkosten werden Gewinnschmälerungen verstanden, die aufgrund der Unterproduktion bzw. des Produktionsausfalls auftreten. Alle Aufwendungen, die zur Verhinderung eines drohenden Versorgungsengpasses anfallen, werden den indirekten Fehlmengenkosten zugeordnet. Indirekte Fehlmengenkosten können z.B. Aufwendungen für Expresslieferungen oder Preiszuschläge für sofort erhältliche Ware sein. Unterschiedliche Auswirkungen hat der jeweilige Realisierungsgrad der vier Bestimmungsfaktoren der Beschaffung – Menge, Zeit, Qualität und Preis – auf die Kosten.


Literatur zum Vertiefen:
Basiswissen Rechnungswesen. Buchführung, Bilanzierung, Kostenrechnung, Controlling von Volker Schultz
# Taschenbuch: 269 Seiten
# Verlag: DTV-Beck; Auflage: 4. A. (März 2006)
# Sprache: Deutsch
# ISBN-10: 3423508159
# ISBN-13: 978-3423508155
# Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 2,2 cm


Autor=Volker Schultz
Titel=Basiswissen Rechnungswesen
ISBN=3423508159

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Autor: Krzysztof