Beispiel für eine isolierte BWL Klausur mit mehreren Fächern
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Beispiel für eine isolierte Klausur im BWL Studium mit mehreren Fächern. Abgefragt werden: Handelsrechtlicher Jahresabschluss: weiße Lösungsblätter, Investitionstheorie, Spezielle Rechnungssysteme, Unternehmungspolitik, Betriebliche Planung
So kann eine isolierte Klausur im BWL Studium aussehen. Hier werden mehrere Fächer zusammengefasst und innerhalb einer Klausur abgefragt.
Wichtige Hinweise für die Bearbeitung der Klausuraufgaben
• Die Klausur umfaßt insgesamt 5 Themengebiete. Für diese Themengebiete sind jeweils 20 Punkte vorgesehen. Daraus ergibt sich die maximal erreichbare Punktzahl von 100.
• Jedes Themengebiet muß auf dem dafür vorgesehenen farbigen Papier bearbeitet werden. Für diese Klausur gilt folgende Regelung:
Handelsrechtlicher Jahresabschluss: weiße Lösungsblätter,
Investitionstheorie: blaue Lösungsblätter,
Spezielle Rechnungssysteme: gelbe Lösungsblätter,
Unternehmungspolitik: grüne Lösungsblätter,
Betriebliche Planung: graue Lösungsblätter.
Befinden sich Lösungsteile zu Aufgaben aus einem bestimmten Themengebiet nicht auf dem dafür
vorgesehenen Lösungsbogen, dann werden diese Lösungsteile nicht bewertet.
• Jeder Lösungsbogen muß mit der Matr.-Nr. des Kandidaten/ der Kandidatin versehen werden. Lösungsbogen ohne Matr.-Nr. werden nicht bewertet.
• Bei Rechenaufgaben muß der Lösungsweg erkennbar sein. Zahlenrechnungen sind zu erläutern (z.B. nicht: Wertproduktivität = 13.000, sondern: Wertproduktivität = Ertrag/Mitarbeiterzahl = 130.000/10 = 13.000). Teillösungen werden gewertet.
Erlaubte Hilfsmittel:
unkommentierte Texte der Wirtschaftsgesetze (HGB, AktG, GmbH, UmwG, etc.):
es dürfen weder verlagsseitige Kommentierungen noch hand- oder maschinenschriftliche Zusatzeintragen enthalten sein;
ausgenommen von diesem Verbot sind einfache Querverweise auf andere Gesetze oder Paragraphen, Markierungen durch An- bzw. Unterstreichen oder mit Farbstift sowie Eigentümemame und - adresse;
von den Beck'schen Loseblattsammlungen darf ausschließlich der Band „Wirtschaftsgesetze" verwandt werden; bei anderen Loseblattsammlungen muss eine analoge Eingrenzung vorgenommen werden;
nicht programmierbarer, netzunabhängiger Taschenrechner.
Teil 1. Handelsrechtlicher Jahresabschluss
Aufgabe 1.
Erläutern Sie den Unterschied zwischen den Bilanzpositionen Rücklagen und Rückstellungen.
Inwieweit müssenKapitalgesellschaften die Legung stiller Reserven im Anhang und Lagebericht offen legen?
Zur Ermittlung des Periodenerfolges zum 31.12.2002 stehen dem Leiter des Rechnungswesen der SIGENIA GmbH, Siegen folgende Angaben zur Verfügung:
Produktionsmenge 2000 Stück
Absatzmenge 1500 Stück
Absatzpreis pro Einheit 640 EUR
Fertigungslöhne pro Einheit 100 EUR
Materialeinzelkosten pro Einheit 150 EUR
Materialgemeinkosten pro Einheit 30 EUR
Fertigungsgemeinkosten pro Einheit 90 EUR
Abschreibungen auf Anlagevermögen der Fertigung pro Einheit 140 EUR
Verwaltungskosten pro Einheit 55 EUR
Angenommen sei, dass es sich dabei um ein Einproduktunternehmen handelt.
Aufgaben:
Stellen Sie anhand dieser Daten
a) eine GuV nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB und
b) eine GuV nach dem Umsatzkostenverfahren gem. § 275 Abs. 3 HGB auf
unter der Bedingung, dass das Unternehmen in 2002 einen möglichst hohen Gewinn ausweisen möchte.
Teil 2. Investitionstheorie
Aufgabe 1.
Herr K. aus Siegen hat im Zeitpunkt t=0 ein Einkommen von 1.000 EUR zur Verfügung. Er hat die «^Möglichkeit, dieses zu konsumieren oder zu sparen. In t=l kommen wiederum Einkünfte in Höhe von 1,000 EUR dazu. Die Indifferenzkurven von Herrn K. sind konvex und haben den typischen Verlauf.
a) Skizzieren Sie den optimalen Konsumplan von Herrn K., wenn kein Kapitalmarkt existiert.
b) Beschreiben und skizzieren Sie, wie sich sein optimaler Konsumplan ändert, wenn ein Kapitalmarkt mit einem einheitlichen Zinssatz von 5 % existiert.
Aufgabe 2.
Ein Unternehmen kauft eine Maschine mit einer Nutzungsdauer von 4 Jahren. Die Maschine kostet 100.000 EUR und erwirtschaftet eine Rendite (Interner Zinsfuß) von 8,25' % mit Rückflüssen im ersten Jahr in Höhe von 49.672,67 EUR, im zweiten Jahr von 30.000 EUR, im dritten Jahr von 20.000 EUR und im vierten Jahr von 17.500 EUR. Am Geld- und Kapitalmarkt lag in t=0 die nachfolgende Zinsstrukturkurve mit den dazugehörigen Zerobond-Abzinsfaktoren (ZB-AF) vor:
Laufzeit: 1 2 3 4.
Zinssatz 4,0% 4,5% 6,0% 8,0 %
ZB-AF 0,9615 0,9155 0,8371 0,7249
Nach einem Jahr (in t=l) hatte sich die Zinsstrukturkurve folgendermaßen geändert:
Laufzeit 1
Zinssatz 6,0% 5,5% 5,0% 4,5%
ZB-AF 0,9434 0,8987 0,8647 0,8404
Nach einem weiteren Jahr (in t=2) hatte sich die Zinsstruktur erneut wie folgt verändert:
Laufzeit 1 2 3 4
Zinssatz 2,8% 3,0% 3,5% 4,0%
ZB-AF 0,9728 0,9425 0,9014 0,8532
Das Unternehmen ist an der Erfolgsquelle Fristentransformation interessiert und möchte im Rahmen einer ex post-Analyse das Phänomen analysieren.
a) Für welche Möglichkeit der Fristentransformation (Anfangs- und Anschlussfinanzierung) hätte sich das Unternehmen im Investitionszeitpunkt t=0 entschieden, wenn es vor dem Hintergrund der gegebenen Zinsentwicklung einen maximalen Erfolg aus der Fristentransformation generieren möchte (verbale Erklärung). Einzige Bedingung ist, dass in t=2 die eingegangene Fristentransformation spätestens beendet sein muss.
b) Das Unternehmen hat sich für eine Anfangsfinanzierung von 2 Jahren und eine Anschlussfinanzierung von 2 Jahren entschieden. Berechnen Sie den periodischen Investitions- und Fristentransformationserfolg im ersten Jahr als Marge (in Prozent) und die Änderungen der beiden Erfolgsfaktoren nach Durchführung der Anschlussfinanzierung.
c) Welchen barwertigen Erfolgsbeitrag hätte das Unternehmen alternativ zum prozentualen periodischen Ergebnis im Investitionszeitpunkt (t=0) durch die Anschaffung der Maschine und die gewählte Fristentransformation aus Aufgabe b) realisiert?
Aufgabe 3.
Interpretieren Sie die Rolle und die Bedeutung des Korrelationskoeffizienten in der Theorie der Portfolio-Selection anhand eines Beispiels. Gehen Sie bei Ihren Ausführungen auch auf mögliche Diversifikationseffekte ein.
Teil 3. Spezielle Rechnungssysteme
Aufgabe 1.
Erläutern Sie das System der Bezugsgrößen als kostenverursachende Größen in der Kostenstellenrechnung. Gehen Sie in Ihren Ausführungen auch auf die Prozesskostenrechnung ein.
Aufgabe 2.
Ein Unternehmen verfügt über eine Stanze und eine Blechschneidemaschine, die zu Anschaffungspreisen in Höhe von 10.000 EUR und 16.200 EUR angeschafft worden sind. Die Stanze mit einer Periodenkapazität von 11.400 Zeiteinheiten (ZE) ist bereits vollständig abgeschrieben, während die Blechschneidemaschine (Periodenkapazität von 15.000 Zeiteinheiten) noch mit 3.000 EUR je Periode abgeschrieben wird. Die beiden Produkte „Rundblech" und „Lochblech" müssen bei ihrer Herstellung jeweils beide Maschinen durchlaufen. Die für die Aufgabenstellung relevanten Informationen zu den beiden Produkten finden Sie in der folgenden Tabelle:
Produkt
DeckungsÂspanne
Zeitliche Inanspruchnahme der Stanze je Stück
Zeitliche InanÂspruchnahme der Blechschneidemaschine je Stück
AbsatzÂobergrenze in Stück
Rundblech
20 EUR
5ZE
6ZE
2.000
Lochblech
40 EUR
8ZE
10 ZE
800
a) Stellen Sie für die gegebene Aufgabenstellung ein Lineares Optimierungsmodell auf, mit dessen Hilfe der maximale Deckungsbeitrag je Periode ermittelt werden kann.
b) Lösen Sie das Lineare Optimierungsmodell aus Aufgabenstellung a) grafisch. Wie hoch ist der insgesamt erzielbare Deckungsbeitrag?
Teil 4. Unternehmenspolitik
Aufgabe 1.
Erläutern Sie, was Bleicher unter einer Opportunitäts- und was er unter einer Verpflichtungspolitik versteht. In welchen Ausprägungen der von ihm unterschiedenen vier generellen Zielausrichtungen schlägt sich eine solche Politik jeweils nieder?
Aufgabe 2.
Miles/Snow unterscheiden die strategischen Grundhaltungen zu Neuerungen und zur Spezialisierung Ihre verschiedenen Ausprägungen lassen sich zu fünf Typen kombinieren.
Benennen und kennzeichnen Sie diese „Typen strategischer Grundhaltungen".
Aufgabe 3.
Mit Perlmutter lassen sich 3 unternehmungspolitische Typen von Internationalisierungs-Strategien unterscheiden: Ethnozentrische, Polyzentrische und Geozentrische Ausrichtung (die später dazugekommene regiozentrische Ausrichtung soll hier unbeachtet bleiben).
Welche spezifischen Qualifikationen ergeben sich aus den Internationalisierungs-Strategien als Anforderungen an die Führungskräfte?
Aufgabe 4.
Im sogenannten „Ressourcenorientierten Ansatz" wird zwischen Fähigkeiten, Kompetenzen und Kemkompetenzen unterschieden.
Erläutern Sie kurz den Zusammenhang zwischen diesen Konstrukten.
Teil 5. Betriebliche Planung.
1. Was sind die Bestandteile eines Plans?
2. Grenzen Sie die strategische und operative Planung mittels fünf ausgewählter Kriterien voneinander ab!
3.Vergleichen Sie die Top - Down- mit der Bottom - Up - Planung!
4. Vergleichen Sie folgende Planungsmethoden:
a) Ziellückenanalyse,
b) Produktlebenszyklus,
c) Trendextrapolationsverfahren!
5. Darstellung und Vergleich von Entwicklungs- und Wirkungsprognosen!