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Das Produktionsprozessmerkmal Materialfluss wird bestimmt durch die vier Teilaspekte:

- Beziehung zwischen Materialinput und -output
- Kontinuität oder Diskontinuität des Materialflusses
- Struktur der Arbeitspläne
- Art des Materialflusses

Fazit: Materialfluss als Produktionsprozessmerkmal in der Produktion.

Nach der Input-Output-Beziehung lassen sich die synthetische, die analytische, die durchgängige und analytisch-synthetische Produktion unterscheiden.
Synthetische Produktion bedeutet, dass mehrere Input-Objekte zu einem Output-Objekt zusammengefasst werden.
Bei analytischer Produktion wird ein Input-Objekt in mehrere Output-Objekte zerlegt.
Von durchgängiger Produktion wird gesprochen, wenn ein Input-Objekt zu einem Output-Objekt umgeformt wird.
Bei analytisch-synthetischer Produktion entstehen demnach aus mehreren Input-Objekten mehrere, andersartige Output-Objekte.


Nach der Kontinuität des Materialflusses können kontinuierliche und diskontinuierliche Produktion unterschieden werden. Kontinuierliche Produktion findet statt, wenn jedes erzeugte Teil sofort in die nächste Bearbeitungsstelle transportiert wird. Der Materialfluss wird zeitlich nicht unterbrochen und findet zum Beispiel bei Fließbandfertigung im Automobilbau statt. Bei diskontinuierlicher Produktion wird eine gewisse Menge der gefertigten Teile (Los oder Charge) an einer Fertigungsstufe gesammelt, bevor diese an die folgende Bearbeitungsstufe weitergegeben wird.


Nach der Struktur der Arbeitspläne kann zwischen linearer und vernetzter Produktion unterschieden werden (siehe Abbildung 4). Von linearer Produktion wird gesprochen, wenn alle Arbeitsschritte zeitlich hintereinander angeordnet sind. Das ist zum Beispiel bei Fließfertigung der Fall. Bei vernetzter Produktion können die einzelnen Arbeitsgänge auch zeitlich parallel ausgeführt werden. Ein Beispiel ist die Automobilindustrie, wo die einzelnen Module, wie Motor, Karosserie, Getriebe etc., bis zum Montagepunkt zeitlich parallel gefertigt werden. Vernetzte Produktion ermöglicht somit kürzere Durchlaufzeiten, geht aber mit einem höheren Koordinationsaufwand des Materialflusses an den Knotenpunkten einher.


Nach der Art des Materialflusses kann ein gleicher oder unterschiedlicher Materialfluss durch die Produktionsstätten unterschieden werden (siehe Abbildung 5). Diese Unterscheidung ist vor allem bei Werkstattfertigung anzutreffen. Durchlaufen die Aufträge immer in der gleichen Reihenfolge die einzelnen Bearbeitungsschritte wird von Identical Routing gesprochen. Können Aufträge einzelne Bearbeitungsschritte überspringen, wird von Identical Routing Passing gesprochen. Durchlaufen die Aufträge die einzelnen Bearbeitungsstufen in unterschiedlichen Reihenfolgen, handelt es sich um Different Routing. Diese Art des Materialflusses ist sehr unübersichtlich und deshalb auch sehr koordinationsintensiv.