Grundlagen von CSCW: was ist die Definition und wie entstand CSCW?

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Der Kern der Definition von (CSCW) computerunterstützten Gruppenarbeit besteht aus zwei Aspekten: Nutzung der Technologie und Kooperation in der Gruppe. Weil das Feld der CSCW fachübergreifend ist, findet man in der Literatur zahlreiche Definitionen, die unterschiedliche Aspekte in den Mittelpunkt stellen.

CSCW steht für Computer Supported Cooperative Work. Im deutschen Sprachraum haben sich die Begriffe: computerunterstützte Gruppenarbeit oder rechnerunterstützte Gruppenarbeit etabliert. Im Grunde genommen, handelt es sich bei CSCW um einen Bereich, der sich mit technischer Unterstützung von Zusammenarbeit beschäftigt. Aus dem Wortlaut des Begriffs kann man entnehmen, dass für CSCW der technologische Aspekt und der Aspekt der menschlicher Zusammenarbeit unerlässlich ist.
Die Definition von CSCW (Computer Supported Cooperative Work) ist nicht eindeutig bestimmbar, bzw. gibt es mehrere zutreffende Definitionen dieses Begriffs. Das liegt daran, dass computerunterstützte Gruppenarbeit mehrere fachübergreifend ist. Dadurch kann man aus der Perspektive des jeweiligen Themengebietes eine separate und auch zutreffende Definition von CSCW bilden.

Definitionen von CSCW Computer Supported Cooperative Work

Folgende Definitionen von CSCW haben sich in der Literatur etabliert:

CSCW ist ein übergeordneter Begriff, der zwei Themengebiete miteinander kombiniert: zum einen wie Menschen und Gruppen arbeiten, und zum anderen, wie sie dazu die Technologie in Form von Hardware, Software, Dienstleistungen und Methoden nutzen. (Wilson 1991).
Im Großen und  Ganzen beschreibt SCSW die Möglichkeiten und den Einfluss von technologischer Unterstützung von Menschen, die in kollaborative Kommunikation und Arbeitsprozess involviert sind. (Bowers und Benford 1991).

CSCW ist computerunterstützte Aktivität wie Kommunikation oder Lösung von Problemen, die von einer miteinander arbeitenden Gruppe von Individuen unternommen wird. (Greif 1988).
CSCW untersucht wie Gruppenarbeit erfolgt und sucht mach Möglichkeiten wie die Technologie die Gruppenarbeit unterstützen kann. (Ellis 1991).
Der Erste Workshop bei dem der Begriff CSCW etabliert wurde, fand 1984 statt und ist von Irene Greif und Paul Cashman organisiert. Seit dem wird im zwei-jährigen Takt die ACM Conference on Computer-Supported Cooperative Work veranstaltet. Im europäischen Raum findet seit dem Jahr 1989 auch im zwei-jährigen Turnus die European Conference on Computer-Supported Cooperative Work (ECSCW) statt.
Die computerunterstützte oder rechnerunterstützte Gruppenarbeit vereint mehrere Disziplinen in sich. Unter anderem gehören dazu: Informatik, Kommunikationstechnik, Hardware-Engineering, Informationsmanagement, Organisationswissenschaft, Ethnographie, Soziologie und Psychologie.

Entstehung von SCSW

Die CSCW wurde gebildet aus dem Forschungsfeld CSCW und aus dem zunehmend wachsenden Bereich der Groupware Systeme. Aus diesem Grund hängt die Thematik der Groupware-Systeme untrennbar mit der rechnerunterstützten Gruppenarbeit zusammen.

Definition von Groupware

Groupware ist keine Magie. Groupware versucht nicht die Arbeit für Dich zu erledigen, aber es hilft Dir die Arbeitsaufgaben zu meistern. (Winograd 1989).
Groupware ist ein Themenübergreifender Begriff für spezialisierte Computer-Hilfsmittel, die für den Gebrauch durch kollaborative Arbeitsgruppen genutzt werden. Typischerweise sind das projektorientierte Arbeitsgruppen, die bestimmte Aufgaben innerhalb von vorgegebenen und häufig recht kurzen Fristen zu erledigen haben. Groupware sind Systeme die aus Software, Hardware, Services oder Prozesse unterstützen. (Johansen 1988).
Wegen der Breite der Thematik und den schwammigen Definitionsgrenzen st es schwierig Groupware einer bestimmten Ebene der verteilten Systeme zuzuordnen. Es gibt Autoren, die E-Mail als Groupware beschreiben, die anderen wiederum erst die Datenbanken und Codemanagement als Groupware bezeichnen. Schließlich gibt es auch Vertreter der Theorie, dass erst bei verteilten Systemen oder bei Betriebssystemen, Netzwerken und Telekommunikationssystemen von Groupware gesprochen werden kann.
Nach Lynch ist das wichtigste Kriterium, dass Groupware den Benutzen ständig daran erinnert, dass sie ein Teil von der Gruppe sind, wogegen andere Software Systeme genau das Gegenteil anstreben; sie lassen jeden einzelnen Benutzer als ein Individuum arbeiten, abgetrennt von der Gruppe.
Eine der Möglichkeiten Groupware eindeutig zu definieren und zu beschreiben wäre, die gemeinsamen Eigenschaften und Anforderungen an Groupware zu identifizieren. Eine der Anforderungen ist sicherlich das Bewusstsein dass man ein Teil einer Gruppe ist. Dass man nicht isoliert von einander arbeitet, sondern dass man gemeinsam ein Ziel realisiert. Wann bin ich aber ein Teil einer Gruppe? Meistens dann, wenn ich mit anderen Mitgliedern direkt interagiere, wenn wir alle räumlich unweit von einander angesiedelt sind und wenn die Anzahl der Teilnehmer nicht übermäßig groß ist. Im Lehrbuch von Gross und Koch werden an dieser Stelle solche Formen der Interaktion genannt wie: Koexistenz, Kommunikation, Koordination, Konsensfindung und Kooperation. 

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Autor: Krzysztof