Klausur Grundzüge der Volkswirtschaftslehre für Wirtschaftsinformatiker

Veröffentlicht am: in der Kategorie: Makroökonomik

Aufgaben und Beispiele zum Lernen in einer kombinierten Klausur Grundzüge der Volkswirtschaftslehre für Wirtschaftsinformatiker. Die Klausur besteht aus zwei Teilen :der Mikroökonomik und der Makroökonomik.

Liste der Aufgaben, Beispiele und Klausurfragen im Fach VWL: Grundzüge der Volkswirtschaftslehre für Wirtschaftsinformatiker. Die Klausur besteht aus zwei großen Teilen (Mikro und Makro). Die Bearbeitungszeit für beide Teile ist 120 Minuten.

Aufgabe 1
a) Betrachten Sie eine hypothetische Volkswirtschaft, in der nur zwei Güter hergestellt wer­den! Die produzierten Mengen und die Preise der Güter in zwei Jahren sind durch die fol­gende Tabelle gegeben:

Bestimmen Sie
• für beide Jahre das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in jeweiligen Preisen
• für beide Jahre das BIP in Preisen des Jahres 1
• für beide Jahre den impliziten Preisindex des BIP (Basisjahr: 1)
• die Wachstumsrate des realen BIP
• die Inflationsrate (gemessen am impliziten Preisindex)

(6 Punkte)
b) Die folgende Tabelle gibt die prozentuale Veränderung des BIP in jeweiligen Preisen und in Preisen von 1995 für einige Jahre in Deutschland wieder. Interpretieren Sie die Werte für die drei Jahre im Hinblick auf Wachstum und Inflation! (3 Punkte)
Veränderung des BEP

in Prozent in jeweiligen Preisen in Preisen von 1995
1993
2,5
-1,1

2000
2,6
2,9

2001
2,9
0,6
Aufgabe 2
a) Welche grundsätzliche Aufgabe haben die Finanzinstitutionen einer Volkswirtschaft? In welche beiden Kategorien unterteilt man die Finanzinstitutionen? Was ist das Unterschei­dungsmerkmal dieser beiden Kategorien? (2 Punkte)
b) Nehmen Sie an, der Bundestag beschließe ein Gesetz, die Ersparnisse der Wirtschaftssub­jekte stärker zu besteuern! Welche Auswirkungen ergeben sich für den Zinssatz, die In­vestitionen, die Ersparnis, das Kreditangebot und die Kreditnachfrage im Gleichgewicht? Argumentieren Sie anhand einer Graphik, wobei Sie die Verläufe der einzelnen Kurven und Verschiebungen kurz begründen! (6 Punkte)
c) Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist in jedem der Monaten März bis Juni dieses Jahres zurückgegangen. Warum ist aber trotzdem "Keine Trendwende am Arbeitsmarkt" (Videotext der ARD vom 08.07.2003) zu erkennen? (2 Punkte)
Aufgabe 3
a) Erläutern Sie, wie und warum die Geschäftsbanken Geld schöpfen können! Wodurch wird diese Möglichkeit der Geldschöpfung begrenzt? (6 Punkte)
b) In einer hypothetischen Volkswirtschaft ist der Preisindex zu Beginn des Jahres 1 gegeben durch Pt = 100 und zu Beginn des Jahres 2 durch P2 = 103. Auf eine Finanzanlage erhält man eine Verzinsung von 5 % pro Jahr. Berechnen Sie den realen Zinssatz im Jahr 1! Was misst allgemein der reale Zinssatz im Gegensatz zum nominalen Zinssatz? (4 Punkte)
Aufgabe 4
Nehmen Sie an, für einen Euro bekommen Sie 100 japanische Yen! Nehmen Sie weiterhin an, ein japanisches Auto koste 1 000 000 Yen und ein vergleichbares deutsches Auto koste 20 000 Euro!
a) Wie hoch sind aus deutscher Sicht der nominale Wechselkurs und der reale Wechselkurs in der Preisnotierung? Was misst der reale Wechselkurs im Gegensatz zum nominalen Wechselkurs? (4 Punkte)
b) Für welches Auto würden Sie sich entscheiden, wenn Sie keine Vorliebe für eine be­stimmte Marke hätten, wenn keine Transportkosten anfielen, und wenn es keine Handels­hemmnisse gäbe? Argumentieren Sie anhand des realen Wechselkurses! (2 Punkte)
c) Wie würden sich der nominale und der reale Wechselkurs im Zeitablauf entwickeln, wenn die Kaufkraftparitätentheorie gelten würde? (2 Punkte)

Aufgabe 5
Beschreiben Sie kurz die wichtigsten empirischen Charakteristika wirtschaftlicher Schwan­kungen! (3 Punkte)

Aufgaben zur MikroÖkonomik

(Tragen Sie bitte die Lösungen der folgenden Aufgaben zur MikroÖkonomik in das Klausur­heft "Gemünd" ein!)
Aufgabeö
Erklären Sie, warum jede der folgenden Aussagen über Unternehmen, die ihren Gewinn maximieren wollen und im Wettbewerb stehen, falsch ist. Formulieren sie jede Aussage neu, indem Sie sie korrigieren:
a) Ein Unternehmen strebt bei vollständigem Wettbewerb nach einer Produktionsmenge, bei der der Preis den durchschnittlichen variablen Kosten entspricht.
b) Die Angebotskurve eines Unternehmens hängt nur von seinen Grenzkosten ab. Jedes an­dere Kostenkonzept ist für die Angebotsentscheidung irrelevant.
c) Das Unternehmen setzt bei vollständigem Wettbewerb den Preis gleich den Grenzkosten.
(8 Punkte) Aufgabe 7
Häufig hängt die Nachfrage der Konsumenten nach einem Gut von der Nutzung dauerhafter
Güter ab, beispielsweise in den Bereichen Wohnen und Transport. Dann zeigt die Nachfrage
ein mit dem Zeitablauf unterschiedliches Reaktionsmuster, ähnlich dem Angebotsmuster. Ein
gutes Beispiel ist Benzin. Kurzfristig ist der Automobilbestand fix, während die Konsumenten
langfristig neue Autos oder Fahrräder kaufen können.
Welche Beziehung besteht zwischen Kurz- oder Langfristigkeit und der Preiselastizität der Nachfrage für Benzin? Zeichnen Sie die kurz- und langfristigen Nachfragekurven für Benzin. Zeigen Sie die Auswirkungen eines Angebotsrückgangs bei Benzin während beider Perioden. Beschreiben Sie die kurz- und langfristigen Auswirkungen einer Erdölknappheit auf den Ben­zinpreis und die nachgefragte Menge. (8 Punkte)

Aufgabe 8
Beschreiben Sie den Zusammenhang zwischen der Produktionsfunktion und der Kostenfunk-tion. Interpretieren Sie den Verlauf der graphischen Darstellung der Produktionsfunktion mit dem Begriff „Grenzprodukt". Wie ist dieses definiert? Interpretieren Sie den Verlauf der gra­phischen Darstellung der Kostenfunktion mit Hilfe des Begriffs „Grenzkosten". Wie sind diese definiert? (8 Punkte)
Aufgabe 9
Beschreiben Sie das einfache Kreislaufdiagramm und machen Sie mit dessen Hilfe an einem Beispiel die Allokationsfunktion des Preises deutlich. Was ist mit Allokation gemeint?
Warum spricht man in der Gewinntheorie des Polypols von einer optimalen Faktorallokation?
(8 Punkte)
Aufgabe 10
Betrachten Sie einen vollkommenen Markt für Wohnungen. Welche Auswirkungen auf das Gleichgewicht zwischen Menge und Preis wären nach den folgenden Änderungen (ceteris paribus) zu erwarten? Erklären Sie Ihre Antwort in jedem einzelnen Fall mit Hilfe von Ange­bot und Nachfrage.
a) Einkommenssteigerungen bei den Konsumenten.
b) Eine staatliche Verordnung, wodurch die Preisobergrenze für Wohnungsmieten mit 200 Euro monatlich festgelegt wird.
c) Eine neue Bautechnik, die es ermöglicht, Wohnungen zu den halben Kosten zu errichten.
(8 Punkte)

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Autor: Krzysztof