Kompetenzentwicklung im Berufsleben der Fachkräfte für Arbeitssicherheit

Veröffentlicht am: in der Kategorie: HCI

Im Kapitel 2.3 wird die Kompetenzentwicklung im Berufsleben der SIFAS beschrieben. Es werden verschiedene Gesichtspunkte der Kompetenzen erörtert. Zusätzlich werden die Kernkompetenzen genannt, die Fachkräfte für Arbeitssicherheit aufgezählt, die zum einen während der SIFA Weiterbildung erworben werden und zum anderen die, die währende der Berufsauübung von SIFAs erworben werden.

Kompetenz kann als von außen (durch Dritte) zugesprochene Problemlösungsfähigkeit definiert werden (vgl. Bergmann/Daub 2006, S.2). Ursprünglich entstammt der Begriff der Kompetenz aus dem lateinischen „competentia" was „Zusammentreffen" oder „Eignung" bedeutet. Im deutschen Sprachgebrauch fungiert dieser Begriff als Umschreibung der „Zuständigkeit".

In der heutigen Gesellschaft wurde Kompetenz nach Erpenbeck und Sauter zur „ökonomisierten Variante des klassischen Bildungsbegriffs" (Erpenbeck/Sauter 2007, S. 7). Die zukünftige Weiterbildung der Fachkräfte muss sich an der sich ändernden Lebens- und Arbeitswelt orientieren. Erpenbeck und Sauter Beschreiben diese Konstellation mit Hilfe von fünf Gesichtspunkten, die auf die Kompetenz einen unmittelbaren Einfluss haben, und vier Ebenen, die mittelbaren Einfluss haben.

Zu den Gesichtspunkten der Kompetenz gehören:

  • Selbstorganisationsfähigkeit
  • Wertorientierung
  • Abgrenzung zur Qualifikation
  • Verwertbarkeit
  • Subjektzentriertheit

Diese Gesichtspunkte sind abhängig von den Ebenen: Komplexität, Vernetzung, Unsicherheit und Dynamik. Schon 2008 konstatierten Kohlmann und Sauter wie Lernkultur im 21. Jahrhundert aussehen könnte (vgl. Kohlmann/Sauter 2008, S. 7). Aspekte wie veränderte Lerngewohnheiten, veränderte Lernprozesse, veränderte Mediennutzung und veränderte Lernanforderungen sind heutzutage nicht mehr zu übersehen. Die Lerngewohnheiten ändern sich, indem formales Lernen zunehmend durch informelle Lernformen kannibalisiert wird. Informelles Lernen durch Informationsbeschaffung mit Hilfe von verschiedenen Medien und im Internet hängt wiederum eng mit veränderter Mediennutzung zusammen. Veränderte Lernanforderungen sind darin beobachtbar, dass heutzutage ein Hochschulabschluss keine unmittelbare Einstellung garantiert, was in der Vergangenheit der Fall war (vgl. Brenke 2015). Veränderte Lernprozesse im Hinblick auf kontinuierliches Lernen sind durch die Omnipräsenz des Themas „lebenslanges Lernen" keine Gedankengebilde mehr, sondern werden in Unternehmen schon heute realisiert.

In der Berufsumgebung der Fachkräfte für Arbeitssicherheit hat sich ein konkretes Kompetenzsetting herauskristallisiert. Es kann in zwei Bereiche aufgegliedert werden: Kernkompetenzen die während der Sifa Weiterbildung erworben werden; und Kompetenzen die für die Ausübung des Berufes bedeutsam sind (vgl. BA 2016 a). Diese Systematisierung wird innerhalb des Weiterbildungskonzepts berücksichtigt.

Kernkompetenzen, die während der Sifa Weiterbildung erworben werden:

  • Arbeitsplatzanalyse
  • Arbeitsplatzgestaltung
  • Arbeitsschutz, Unfallverhütung
  • Brandschutz
  • Ergonomie
  • Gefahrenabwehr (Prävention)
  • Gefahrenanalyse Sicherheitstechnik

Kompetenzen, die während der Berufsausübung erworben werden

  • Arbeitsmedizin
  • Arbeitswissenschaft
  • Betriebssicherheit von Transportmitteln
  • Kundenberatung, -betreuung
  • Lärmschutz
  • Strahlenschutz
  • Umweltschutz
  • Umwelttechnik

Post author

Autor: Krzysztof