Stand der Forschung und Entwicklung im Bereich Weiterbildung im Erwachsenenalter

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Kapitel 3. Stand der Forschung und Entwicklung beschäftigt sich mit den Instrumenten der Weiterbildung im Erwachsenenalter in der Web 2.0 Ära.

In diesem Kapitel wird der aktuelle Stand der Forschung und Entwicklung im Bereich Weiterbildung im Erwachsenenalter analysiert, insbesondere mit dem Fokus auf mediengestützte Lernkonzepte.

Im Züge der Präsentation von aktuell verfügbaren Weiterbildungsinstrumenten, die für die Weiterbildung im Berufsleben besonders geeignet sind, werden E-Portfolios, MOOCs und BLok aus einer Unternehmens-Perspektive heraus beleuchtet. Im weiteren Verlauf werden die didaktischen Aspekte herausgefiltert, die für gelungene Weiterbildung der Fachkräfte für Arbeitssicherheit relevant sein können.

Instrumente zur Weiterbildung von Fachkräften für Arbeitssicherheit

Fachkräfte für Arbeitssicherheit, die ihr Wissen kontinuierlich erweitern möchten, haben grundsätzlich zwei Arten der Weiterbildung zur Auswahl. Zum einen besteht die Möglichkeit einer Fortbildung mit Hilfe von Seminaren, die von verschiedenartigen Institutionen angeboten werden. Diese Variante der Weiterbildung wird unproblematisch anerkannt bzw. es werden Zertifikate ausgestellt, die eine breite Akzeptanz finden. Zudem existiert eine gegenpolige Möglichkeit sich mit Hilfe von informellen und weniger strukturierten Lernformen fortzubilden. Dabei wird das fehlende Wissen aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragen und zwecks Kompetenzerwerb akkumuliert. Dabei ist es wichtig anzumerken, dass der Qualitätsanspruch dieser Fortbildungsvariante nicht immer den notwendigen Anforderungen genügt, weil die Beurteilung der Informationsquelle alleine dem Lernenden obliegt. Aus diesem Grund wird die Anerkennung und Zertifizierung dieser Form der Weiterbildung erschwert. Diese beiden Felder der Weiterbildung unterscheiden sich stark in Aspekten wie: Zugangsmöglichkeit, Aktualität, Qualität sowie Anerkennung durch Institutionen der gewerblichen Wirtschaft oder der öffentlichen Hand.

Wie im Kapitel 2.2 aufgeführt, schlägt der Gesetzgeber den Fachkräften für Arbeitssicherheit kontinuierliche Weiterbildung vor. Obwohl es sich dabei um eine Soll-Vorschrift und nicht um eine Muss-Vorschrift handelt, findet dieser Vorschlag eine breite Akzeptanz innerhalb dieser Berufsgruppe. Alleine im Jahr 2014 nahmen 26.989 Fachkräfte für Arbeitssicherheit an einer Aus- oder Fortbildung teil, die von der DGUV angeboten wurde (vgl. DGUV 2014). Zur Verfügung stehen weitere Schulungszentren wie beispielsweise zahlreiche TÜV-Gruppen (Nord, Süd, Rheinland, Saarland, Thüringen, Hessen) oder der VDSI.

Mehrheit dieser Fortbildungsangebote werden im Rahmen von Präsenzseminaren abgehalten, möglich sind aber auch Fernlehrgänge. Die Präsenzseminare können des Weiteren auf Halbtagsveranstaltungen, Ganztagsveranstaltungen und mehrtägige Veranstaltungen untergliedert werden. Eine solche Struktur der Weiterbildung kann vor allem für ältere Teilnehmer, die im Bereich der Arbeitssicherheit langjährige Erfahrung besitzen von Vorteil sein. Präsenzveranstaltungen sind die Art der Fortbildung, die sie aus eigener Ausbildungszeit noch kennen. Dagegen für jüngere Fachkräfte, die eine zukünftige Tätigkeit als Sifa anstreben und die mit Lernen unter Zuhilfenahme von abwechslungsreichen medialen Angeboten gut zurechtkommen, wird diese Art des Wissenserwerbs überwiegend monoton erscheinen. Außerdem sind Präsenzveranstaltung an einen bestimmten Ort gebunden. Abhängig von der Entfernung kann alleine dieses Merkmal als Ausschlusskriterium für viele potenzielle Kandidaten aufgefasst werden. Außerdem beinhalten Präsenzarrangements eine starre zeitliche Komponente, an die man sich zwingend ausrichten muss, um an einem Seminar oder einem Vortrag teilzunehmen.

Somit wird es deutlich, dass zeit- und ortunabhängiger Kompetenzerwerb mittels neuer Medien noch keinen Einzug in die Fortbildungsstruktur für Sifas gefunden hat.

Im Folgenden werden Weiterbildungsmethoden vorgestellt, die die beiden oben genannten Arten des Wissenserwerbs verbinden und die zunehmend Anerkennung der öffentlichen Institutionen und der Privatwirtschaft erhalten, und damit die Zertifizierung fördern. Vor allem in technischen Bereichen und Fachrichtungen wie Mathematik, Informatik, Robotik, Statistik aber auch im Gesundheitswesen, Management, Biologie, finden neue Fortbildungsformen Akzeptanz und verknüpfen die Vorteile von strukturierten Präsenzveranstaltungen (formales Lernen) mit unstrukturierter Informationsbeschaffung und informellen Lernen.

Zum einen besteht die Möglichkeit für den Lernenden ein E-Portfolio anzulegen, in dem er die einzelnen Stationen des Fortbildungsprozesses dokumentieren kann. Zum anderen bieten private Institutionen und mittlerweile auch öffentliche Einrichtungen wie Universitäten, die sogenannten MOOCs an. Dabei handelt es sich um Seminare, Vorträge oder komplette Studiengänge die innerhalb eines solchen MOOC absolviert werden können und die auch in ein E-Portfolio aufgenommen werden können. Zu einer stets wachsenden

Im dritten Abschnitt dieses Kapitels wird das ein online Portal namens BLok vorgestellt, in dem Auszubildende ein Lernblog-basiertes Portfolio erstellen und als Online-Bildungsnachweis nutzen können.

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Autor: Krzysztof