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Wie pflege ich Pflanzen zu Hause? Eine Formel für Hauspflanzen

Von Christopher am 13.02.18 21:07 | 0 Kommentare |

Es ist wieder passiert. Und es wird niemals klappen. Ich habe meinen Balkon endlich mal wieder Sommerfit gemacht und unter anderem einen monströsen Lavendelstrauch und einen prachtvollen Ginko-Baum aufgestellt. Er war wirklich toll und schön und lila und grün und duftend und... Es ist keine Woche vergangen und schon gingen die beiden Pflanzen ein! Nach drei Wochen waren alle beide nicht mehr am leben, elendig verreckt. Ich glaube es liegt an meiner Aura. Wie kann das sein, dass mich meine Nachbarn immer zum Blumengießen anrufen, wenn sie in Urlaub fahren, und deren Pflanzen immer schöner und gepflegter aussehen - aber wenn ich mich um meine eigenen grünen Mitbewohner kümmere, dann klappt es einfach nicht?! Kann mir das jemand bitte erklären? Über eure Berichte zur Pflanzenpflege, Pflegetipps und Gründaumen-Geheimnisse freue ich mich sehr.

Fazit: Mit dieser Formel pflegt man wunderschöne Pflanzen zu Hause. Die richtige Kombination aus Licht, Temperatur und Wasser sorgt für gedeihende grüne Freunde in eigenen vier Wänden - egal ob Haus oder Wohnung.

Wenn ich in einen Blumenladen gehe, sage ich ja schon: Ich brauche etwas, das auch einen Atomkrieg überleben würde, was haben Sie denn da im Angebot? Pflanzen, die man höchsten alle 3-6 Monate mal leicht anfeuchtet - alles andere ist bei mir nämlich leider zum Tode verurteilt. Ich kann's einfach nicht, es will nicht. Die Pflanzen können wir einfach nicht ausstehen. Wenn ich mir Tulpen hinstelle, sehen sie am nächsten Tag hässlich aus - ich glaube, dass sie schon freiwillig sterben.
Kennt ihr das? Habt ihr auch eher des schwarzen Daumen des Todes als einen grünen Daumen? Dann meldet euch, ihr Grünzeug-Killer, wir gründen eine Selbsthilfegruppe.

Wie pflegt man Pflanzen zu Hause?

Nach einigen Recherchen und ausführlichen Gesprächen mit mir bekannten Grün-Daumen-Besitzer konnte ich folgende Faktoren und Empfehlungen für schöne grüne Pflanzen zu hause herleiten.

Eins steht fest - wer einen schwarzen Daumen besitzt, oder auf gut Deutsch gesagt, keine Ahnung hat, wie man sich um Pflanzen zu Hause kümmern soll, der wird es über Nacht zum Botaniker auch nicht schaffen. Mit kleinen Erfolgen, Schritt für Schritt kann man aber doch eine beachtliche Pflanzenzüchtung zu Hause schaffen.


Licht, Wasser und Temperatur = geeignetes Klima

Erster Schritt: Die Lage zu Hause erstmal sondieren.
Jede Pflanze die am Leben bleiben soll, braucht im Gründe drei Faktoren: Licht, Wasser und die richtige Temperatur. Diese drei Elemente können auch als das geeignete Klima zusammengefasst werden. Man muss erstmal schauen - wie ist denn das Klima bei mir zu hause? Auf den zweiten Faktor - Wasser hat man im Prinzip einen uneingeschränkten Einfluss. Die anderen beiden: Licht und Temperatur ist nicht immer so leicht zu beeinflussen.


Licht

Jede Pflanze braucht Licht und zwar mehr als das, was an den kleinen Zettelchen angegeben ist, die den Pflanzen beim Kauf angeheftet sind. Ich habe den Eindruck, dass die Pflanzenhändler übervorsichtig sind, was die Angaben zu den Lichtverhältnissen (oder besser gesagt zum Lichtbedarf) einer Grünpflanze angeht. An zwei drittel aller Pflanzen steht auf dem Zettel, dass sie ein am besten im Halblicht / Halbschatten gestellt werden sollen. Ich habe es am Beispiel von einem Geldbaum und mehreren Orchideen bewiesen, dass der Halbschatten quatsch einfach nicht funktioniert. die beiden Pflanzen wachsen mittlerweile wie wahnsinnigen an meinem auf Wohnzimmerfenster, welches auf die Südseite ausgerichtet ist. Dieses Südfenster ist das einzige Fenster in meinem Wohnzimmer. Es ist allerdings relativ groß und von oben (ca. 2 Meter höhe) bis zum Boden komplett verglast. Es handelt sich dabei um eine quasi Balkontür, dessen linke Hälfte geöffnet werden kann, und dessen rechte Hälfte fest verbaut ist. Ein Südfenster bedeutet, dass das Zimmer und damit die am Fenster platzierten Pflanzen unter permanenter Belichtung stehen, und das vom Sonnenaufgang fast bis zum Sonnenuntergang. Es ist alles andere als Halbschatten (zumindest Tagsüber). Nachts gib es dort Schatten - und zwar Vollschatten ;).

Auf jeden Fall konnte ich durch hin und her Probieren feststellen, dass alle Pflanzen, die ich an diesem Fenster platziert habe, wunderbar gedeihen. Die Orchideen bekommen Blüten und neue Stränge spriessen mal von der einen mal von der anderen Seite des Hauptstrangs. Ähnlich verhält es sich mit dem Geldbaum - der auch Äste in alle Richtungen wachsen lässt. Bei dem Baum fällt zusätzlich noch auf, dass die Äste sehr stark in Richtung Licht drängen. Jede paar Monate drehe ich daher den Topf um 180 Grad um (vertikale Achse versteht sich). Mittlerweile konnte ich vom Geldbaum zwei Ableger einpflanzen. Die direkte Sonnenbestrahlung scheint den Pflanzen gut zu tun. Von ca. 9 Uhr bis 18 Uhr werden die Pflanzen direkt von der Sonne bestrahlt. Das einzige, was sie von der Sonne trennt, ist die Glasscheibe des doppelt verglasten Fensters.
Fazit: nicht jeder Angabe au dem Pflanzenzettel glauben und tendenziell mehr Sonnenlicht liefern als das auf dem Zettel empfohlen wird.


Wasser

Außer Licht brauchen die Pflanzen Wasser. Aber in welchem Rhythmus? wie nass soll die Erde genau sein? und in welchen Zeitabständen wie viel Flüssigkeit soll man hinzufügen? Das wiederum hängt davon ab wie warm zu Hause ist und auch wie feucht. Nach dem ich die Pflanzen gegossen habe, warte ich mit dem nächsten Giessen solange, bis die Erde der Pflanzen austrocknet aber ohne dass die Blätter schlapp werden. Ichglaube die Erde braucht ein wenig Pause vom Wasser, dann werden auch die Wurzeln besser mit Sauerstoff aus der Luft versorgt. Wenn man sie mit Wasser ertränkt, gehen die meistens ein, weil die Menge des Sauerstoffs, die sie übers Wasser annehmen anscheinend nicht ausreichend ist. Beim Geldbaum können auf diese Weise sogar bis zu 3 Wochen vergehen, bis die Pflanze wieder gegossen wird. Geldbaum gehört zu der Familie der Sukulenten und ist damit mit Kakteen verwandt. Die Pflanze speichert viel Wasser in ihren dicken, fleischigen Blättern.

Bei den Orchideen ist es wiederum etwas anders. Die Schnorrerpflanze braucht Rinde-artige Pflanzenerde und sie nimmt mehr Stoffe aus der Luft als der Geldbaum. Das wird deutlich, wenn man eine Orchidee mit vielen Blüten im Wasser tränkt, sodass der Blumentopf einen Tag mit Wasser gefüllt bleibt. Das Ergebnis dieses Experiments: alle Blüten fallen nach wenigen Tagen ab und der Strang, an dem sie sich befanden wird gelb und mit der Zeit trocken. Eine Orchidee kann man gerne im Wasser tränken, oder wie es manche sagen - baden, aber nur wenige Minuten. Das Ziel dabei ist, dass die trockene Rinde, und die darin verwickelten Wurzeln genug Feuchtigkeit erhalten, ohne dass die Wurzeln dabei ersticken. Seit dem ich die Orchideen nicht mehr giesse (weil das Wasser sowieso komplett durch die Rinde und die Wurzeln durchfliesst und den Topf verlässt) konnte ich beobachten, dass die Pflanze mehr Blüten bekommt. Sobald das Rindengemisch im Topf trocken ist, platziere ich den Blumentopf mit der Pflanze in einer Schale, und giesse sie mit Wasser bis der Topf komplett mit Wasser ist. Die Schale verhindert, dass das Wasser abfliesst. Zu dem Wasser gebe ich ein wenig Orchideendünger (flüssig) dazu. Die Dungflüssigkeit stinkt zwar wie Gülle, aber die Blüten, die die Orchidee danach hervorbringt, sind einfach wundervoll und riesengroß. Nach ca. 30 Min tränken im Wasser mit Dünger entferne ich den Blumentopf und lasse ihn abtropfen. Danach wandert die Pflanze an ihren alten Ort in das sonnige Fenster. Auf diese weise befeuchte Rinde und Wurzeln halten im Sommer ca. eine Woche bis die Prozedur viderhollt werden soll. Im Winter tränke ich die Orchidee ca. jede 3 Wochen .

Temperatur

Nachdem man eine Pflanze mit genügend Sonnenlicht und Wasser (im Optimalfall mit Dünger) versorgt hat, gibt es nur noch eine letzte entscheidende Komponente, die aus der Umgebung der Pflanzen ein perfektes Gedeihbiotop hervorspriessen lässt - die Temperatur. Das Klima in den Räumen mit Pflanzen muss ausreichend temperiert sein. Herkunftstechnisch stammen beispielsweise Orchideen aus tropischen Ländern. Es ist daher kein Wunder, dass eine Orchidee viel schönere und Größere Blüten hervorbringt, wenn sie in einem warmen Raum platziert ist. Unter einem warmen Raum meine ich einen Raum mit mindestens 23 Grad über den Tag hinaus. Nachts kann die Temperatur bis auf 19 Grad sinken. Ich habe aber den Eindruck, dass es den Orchideen besser geht, wenn auch nachts die Temperatur bei 23 Grad liegt. Da ich mir ein separates Zimmer mit einer anderen Temperierung als in den restlichen Zimmern einrichten werde, kann ich dann besser vergleichen (und praktisch einen Experiment durchführen). Die Ergebnisse daraus verlinke ich in diesem Post.


Ich hoffe, dass meine bisherigen Erfahrungen euch helfen, eure Wohnungen und Häuser mit schönen und gedeihenden Pflanzen zu bestücken - und diese auch beizubehalten. Es gibt nichts schöneres als eine schöne Wohnung (manchmal reicht es auch nur ein Zimmer) mit vielen ausgewachsenen Pflanzen. Die stillen Mitbewohner sorgen für ein schöneres Wohnambiente und erfreuen das Auge des Betrachters. Auch die besten Freunde, die einem nur Gutes wünschen, werden dann merklich neidisch. Und das alles erreicht man durch ausgewogene Lichtverhältnisse, genügend Wasser und behagliche Temperaturen im Pflanzenzimmer.

Was sagen die Stimmen der Community zu den Methoden wie man zu Hause schöne Pfnazen pflegt?

Bei mir sterben alle Pflanzen in kürzester Zeit. Und dabei ist es ganz egal um welche Pflanze es sich handelt.
Anfänglich lag es wohl daran, dass ich nie ans gießen gedacht habe, aber mittlerweile gieße ich und sie sterben dennoch nach 1-2 Wochen. Und dabei habe ich sogar schon unterlassen sie zu ertränken! Ich verstehe das Ganze einfach nicht!
Manche Frauen stehen ja nicht so auf Schnittblumen/Sträuße, da sie ja so schnell welken, aber ich LIEBE sie, da sie bei mir schon manchmal länger halten als eine Topfpflanze!

Wie gemein und unverantwortlich von denen, die keine Blumen gießen oder Sie in Wasser regelrecht ersaufen lassen. Wir müssen lernen, unsere Natur zu hegen und zu pflegen, Ist das denn so schwer, eine Blume zu pflegen? Für unsere Natur ist Wasser genauso heilig wie für den Menschen Brot. Bitte, behandelt unsere Natur nicht wie ein Tier! Ist doch schlimm genug, das die Erderwärmung immer näher rückt.

Da hab ich schon eine Schwester die Gärtnerin ist und trotzdem hab ich den schwarzen Daumen. Die einzige Blume die bei mit überlebt hat ich Sunny und aus Kunststoff. Dabei weiß ich nicht was ich falsch mache.

Also. den schwarzen Daumen habe ich definitiv. Ich weiß nicht wieviele Topfpflanzen ich schon umgebracht habe -natürlich nicht absichtlich- aber meine bessere Hälfte hat es mittlerweile aufgegeben mir welche zu schenken. Ich habe sogar einen Kaktus gekillt und ich weiß noch nicht mal wie.

Einen wirklich schwarzen Daumen hab ich nicht, aber als meine Mutter die Woche im Krankenhaus war ist doch die eine oder andere Blume von uns gegangen.hab vielleicht also einen schwarz-grünen Daumen

Also mir geht's ähnlich mit dem schwarzen Daumen...
Ein Kaktus ist bei mir ausgetrocknet! Und das obwohl die ja sogar in der Wüste überleben... und den zweiten hab ich, dadurch das der erste zu wenig hatte, ertränkt...
Dann hab ich eine andere Pflanze bekommen und ihr sogar einen Namen geben. Gordon. Habe gehört man soll mit Pflanzen sprechen. Vielleicht hat der Pflanze der Name nicht gefallen, oder es waren nicht ihre Gesprächsthemen, es war traurig als die grünen Blätter abfielen und sie allmählich starb. Nach Gordon folgte Gustav. Als auch Gustav sich nach kurzer Zeit von mir verabschiedete, hab ich es mit der Pflanzenwelt aufgegeben. Ist wohl besser für die Pflanzen!

Wie man sieht, adressieren die Community Rückmeldungen unterschiedlichste Ursachen. Von ökologischer Apathie und drakonischer Verurteilung bis hin zum Mitgefühl und Schwarz-Daumen-Geständnissen. Man kann also sagen, dass die Leser dieser Seiten in zwei Kategorien unterteilt werden können. Zum einen gibt es die, die ihre (und damit alle anderen) Blumen pflegen und hegen können, so dass sie gedeihen. Zum anderen gibt es die umweltbewussten Pflanzenflüsterer, die mit allen grünen Lebewesen auf einer Welle schwingen. Sie verstehen was Pflanzen wollen, sie gehen auf ihre Bedürfnisse ein und sie werden dafür auch belohnt - mit einem Anblick auf schön gedeihende Fensterbänke und Pflanzenständer, die die Heimatmosphäre bereichern.

Die wichtigste Frage dabei bleibt: was muss ich tun, damit Pflanzen in meinem Zuhause prächtig wachsen und im besten Fall noch blühen?

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