Prototyping: eine schnelle Methode für Evaluierung digitaler Produkte

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Prototyping kann mit Hilfe verschiedener Methoden eingesetzt werden. Dadurch ist man in der Lage recht früh im Produktentwicklungsprozess notwendige Daten zur Validierung der Idee sammeln. Mit Prototyping findet man schneller heraus, was gebaut und was nicht umgesetzt werden soll. Dieser Artikel gibt einen Überblick über: Die wichtigsten Prototyping Schritte, Anwendungskontexte für Prototyping, KI einsatz fürs Prototyping sowie Vor- und Nachteile dieser Methode. Zum Schluss. gibt es noch Beispiele die verdeutlichen bei welchen bekannten Produkten - zuerst Prototypen validiert wurden und darauf aufbauend Produkte entwickelt wurden.

Prototyping ist eine Methode zur Entwicklung digitaler Produkte, bei der ein Modell oder eine Simulation des endgültigen Produkts erstellt wird, um das Design zu testen, zu überprüfen und zu verfeinern, bevor das endgültige Produkt gebaut wird. Prototyping ist eine wichtige Methode zur Produktentwicklung, die es ermöglicht, schnell und kostengünstig zu iterieren und Feedback von Nutzern zu sammeln.

Die wichtigsten Prototyping Schritte

Hier sind die Schritte, die für die Nutzung von Prototyping in der Entwicklung digitaler Produkte notwendig sind:

  1. Sammeln von Anforderungen und Ideen: Der erste Schritt bei der Nutzung von Prototyping ist das Sammeln von Anforderungen und Ideen für das Produkt. Dies kann durch Interviews mit potenziellen Nutzern oder durch Brainstorming-Sitzungen mit dem Team erfolgen.
  2. Erstellen eines Konzepts: Basierend auf den gesammelten Anforderungen und Ideen wird ein Konzept für das Produkt entwickelt. Hierbei geht es um das Design des Produkts, seine Funktionalität und seine Eigenschaften.
  3. Erstellen eines Wireframes: Der nächste Schritt ist das Erstellen eines Wireframes oder eines Low-Fidelity-Prototyps. Dies ist ein grundlegendes Modell des Produkts, das die wichtigsten Funktionen und die Struktur des Produkts zeigt. Es kann von Hand oder mit einer speziellen Software erstellt werden.
  4. Verfeinerung des Wireframes: Der Wireframe wird nun verfeinert und verbessert, indem Feedback von Nutzern und anderen Stakeholdern eingeholt wird. Hierbei geht es darum, das Design, die Funktionalität und die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern.
  5. Erstellen eines High-Fidelity-Prototyps: Nachdem der Wireframe verfeinert wurde, wird ein High-Fidelity-Prototyp erstellt. Dies ist ein Modell des Produkts, das eine realistischere Darstellung des endgültigen Produkts zeigt. Es kann auch Interaktivität und Animationen enthalten.
  6. Testen und Verfeinern: Der High-Fidelity-Prototyp wird nun getestet, um zu sehen, wie er von den Nutzern verwendet wird und wo noch Verbesserungen vorgenommen werden können. Feedback wird gesammelt und in die Entwicklung des endgültigen Produkts integriert.
  7. Erstellen des endgültigen Produkts: Nachdem der High-Fidelity-Prototyp verfeinert wurde, wird das endgültige Produkt erstellt. Dies ist ein viel umfangreicheres Projekt, aber durch den Einsatz von Prototyping wurde bereits eine solide Basis für das Design und die Funktionalität des Produkts geschaffen.

Durch den Einsatz von Prototyping können Entwickler schnell und kostengünstig iterieren und Feedback von Nutzern und anderen Stakeholdern sammeln. Dies ermöglicht es, das Design und die Funktionalität des Produkts zu verbessern, bevor es gebaut wird. Prototyping ist eine wichtige Methode zur Entwicklung digitaler Produkte, die es Unternehmen ermöglicht, Produkte schneller auf den Markt zu bringen und dabei die Bedürfnisse der Nutzer zu berücksichtigen.

Anwendungskontexte für Prototyping

Prototyping ist besonders gut geeignet für digitale Produkte, bei denen die Benutzererfahrung eine wichtige Rolle spielt, wie zum Beispiel:

  1. Mobile Apps: Prototyping ermöglicht es, verschiedene Ansätze für die Benutzeroberfläche und Benutzererfahrung von mobilen Apps zu testen, bevor die endgültige Version entwickelt wird.
  2. Webanwendungen: Prototyping kann bei der Entwicklung von Webanwendungen helfen, indem es den Benutzern ermöglicht, die Navigation und das Layout der Anwendung zu testen.
  3. Benutzeroberflächen von IoT-Geräten: Prototyping kann bei der Entwicklung von Benutzeroberflächen für IoT-Geräte helfen, indem es ermöglicht, die Benutzererfahrung und Interaktion mit dem Gerät zu testen.
  4. Spiele: Prototyping kann bei der Entwicklung von Spielen helfen, indem es ermöglicht, verschiedene Ansätze für das Spielkonzept und die Benutzeroberfläche zu testen.
  5. E-Commerce-Plattformen: Prototyping kann bei der Entwicklung von E-Commerce-Plattformen helfen, indem es ermöglicht, verschiedene Ansätze für das Layout, die Navigation und die Benutzererfahrung zu testen.
  6. Augmented Reality- und Virtual Reality-Anwendungen: Prototyping kann bei der Entwicklung von AR- und VR-Anwendungen helfen, indem es ermöglicht, verschiedene Ansätze für die Benutzerinteraktion und die Benutzererfahrung zu testen.

Wofür ist Prototyping nicht geeignet?

Prototyping kann für viele digitale Produkte ein wertvolles Werkzeug sein, um Ideen zu testen und Feedback zu erhalten. Allerdings gibt es auch Anwendungen, für die Prototyping weniger geeignet ist, zum Beispiel:

  1. Produkte mit hohen Sicherheitsanforderungen: Prototyping ist nicht geeignet für Produkte, bei denen die Sicherheit an erster Stelle steht, da Fehler im Prototypen zu Risiken für die Nutzer führen können.
  2. Produkte mit hohen technischen Anforderungen: Wenn das Produkt sehr technisch und komplex ist, kann es schwierig sein, einen Prototypen zu erstellen, der alle Funktionalitäten abbildet.
  3. Produkte, die auf physische Komponenten angewiesen sind: Bei Produkten, die auf physische Komponenten angewiesen sind, kann es schwierig sein, Prototypen zu erstellen, da es teuer sein kann, physische Komponenten für jeden Prototypen zu produzieren.
  4. Produkte, die auf spezielle Software abhängig sind: Wenn das Produkt auf einer bestimmten Software aufbaut, die schwer zugänglich oder teuer ist, kann es schwierig sein, Prototypen zu erstellen.

In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, auf andere Methoden zurückzugreifen, wie zum Beispiel Simulationen oder Modellierungstools.

Kann man KI im Prototyping irgendwie nutzen?

Ja, KI kann auch im Prototyping von digitalen Produkten genutzt werden. Ein Beispiel dafür ist die Generierung von Prototypen mithilfe von GANs (Generative Adversarial Networks). GANs können verwendet werden, um automatisch Prototypen auf Basis von Designvorlagen und Kriterien zu generieren.

Auf diese Weise kann die Geschwindigkeit der Prototypentwicklung erhöht werden, indem menschliche Designer entlastet werden und die Zeit für die manuelle Erstellung von Prototypen verkürzt wird. Ein weiteres Beispiel ist die Verwendung von KI zur Analyse von Nutzerfeedback und -verhalten, um Prototypen zu optimieren und zu verbessern.

Die Methode, bei der KI zur Generierung von Prototypen verwendet wird, basiert auf dem Einsatz von Generative Adversarial Networks (GANs). Dabei handelt es sich um KI-Modelle, die aus einem Generator und einem Diskriminator bestehen. Der Generator erzeugt neue Daten, während der Diskriminator die Echtheit dieser Daten bewertet.

Im Kontext der Prototypengenerierung wird der Generator mit Designvorlagen, Regeln und Kriterien trainiert, um neue, einzigartige Designs zu erzeugen. Der Diskriminator prüft dann, ob die generierten Designs den Anforderungen entsprechen oder nicht.

Die Kriterien für das Training können beispielsweise Farbschemata, Layouts, Schriftarten, Symbole und andere Elemente des Designs umfassen. Je mehr Daten und Kriterien dem GAN zur Verfügung stehen, desto besser wird es darin, realistische Prototypen zu generieren.

Sobald der Generator genügend Daten erzeugt hat, können die Prototypen weiter verfeinert werden, indem menschliche Designer sie anpassen und optimieren. Auf diese Weise kann die Geschwindigkeit der Prototypentwicklung erhöht werden, indem menschliche Designer entlastet werden und die Zeit für die manuelle Erstellung von Prototypen verkürzt wird.

Nachteile von Prototyping

Obwohl das Prototyping in der Entwicklung digitaler Produkte viele Vorteile hat, gibt es auch einige Nachteile, die berücksichtigt werden sollten:

  1. Zeitaufwand: Das Erstellen von Prototypen erfordert Zeit, da Entwickler und Designer die Anforderungen verstehen, Konzepte entwickeln und den Prototyp erstellen müssen. Einige Prototypen können auch umfangreich sein, was zu einem erhöhten Zeitaufwand führen kann.
  2. Kosten: Die Erstellung von Prototypen kann teuer sein, insbesondere wenn sie für umfangreiche Produkte oder für eine größere Anzahl von Benutzergruppen erstellt werden müssen.
  3. Einschränkungen: Prototypen können aufgrund der eingeschränkten Funktionen und der fehlenden Integration mit anderen Systemen und Produkten nicht alle Funktionen und Anforderungen eines endgültigen Produkts abbilden.
  4. Fehlende Realitätsnähe: Obwohl Prototypen eine Möglichkeit bieten, das Aussehen und die Benutzererfahrung eines Produkts zu demonstrieren, können sie nicht die tatsächlichen Umstände und Bedingungen simulieren, unter denen das Produkt verwendet wird.
  5. Mangel an technischem Verständnis: Nicht alle Entwickler und Designer haben die Fähigkeit oder das Wissen, um komplexe Prototypen zu erstellen, was zu ungenauen Darstellungen des endgültigen Produkts führen kann.

Beispiele für Produkte die Mit Prototyping entwickelt wurden

Hier sind 10 Beispiele von Produkten, die mit Hilfe von Prototyping entwickelt wurden:

  1. Adobe XD: Adobe XD ist ein Prototyping-Tool, das speziell für die Erstellung von Benutzeroberflächen und Design-Prototypen entwickelt wurde.
  2. Dropbox: Dropbox hat Prototyping genutzt, um die Benutzeroberfläche und Funktionen der App zu verbessern, bevor sie auf den Markt gebracht wurde.
  3. Twitter: Twitter nutzte Prototyping, um verschiedene Benutzeroberflächen und Funktionen auszuprobieren und zu testen, bevor sie live gingen.
  4. Amazon Echo: Amazon nutzte Prototyping, um verschiedene Designs und Funktionen für den Echo-Lautsprecher auszuprobieren und zu testen, bevor er auf den Markt gebracht wurde.
  5. Airbnb: Airbnb nutzte Prototyping, um verschiedene Aspekte seiner Plattform zu testen und zu optimieren, darunter das Buchungs- und Zahlungssystem.
  6. Tesla: Tesla nutzte Prototyping, um verschiedene Designs und Funktionen für seine Elektroautos auszuprobieren und zu testen, bevor sie in Produktion gingen.
  7. Fitbit: Fitbit nutzte Prototyping, um verschiedene Designs und Funktionen für seine Wearables zu testen und zu optimieren, bevor sie auf den Markt gebracht wurden.
  8. Instagram: Instagram nutzte Prototyping, um verschiedene Benutzeroberflächen und Funktionen auszuprobieren und zu testen, bevor sie live gingen.
  9. Slack: Slack nutzte Prototyping, um verschiedene Aspekte seiner Kommunikationsplattform zu testen und zu optimieren, darunter das Nachrichten- und Benachrichtigungssystem.
  10. Apple Watch: Apple nutzte Prototyping, um verschiedene Designs und Funktionen für die Apple Watch auszuprobieren und zu testen, bevor sie in Produktion ging.