Geschichtsunterricht im Verbundfach Gesellschaftslehre Sprachlichkeit und fachliches Lernen

  • Veröffentlicht am
  • by
  • auf

Sprache und historisches Lernen sind untrennbar miteinander verbunden: Geschichte wird durch Sprache erst konstruiert und somit vermittelt und ""erfahrbar"" gemacht. Vor diesem Hintergrund erscheinen sprachliche Schwierigkeiten von Schülerinnen und Schülern in doppelter Hinsicht problematisch: Die betroffenen Lernenden können an historischen Aushandlungs- und Verstehensprozessen nur bedingt teilnehmen und ihnen bleibt der Zugang zur Geschichte vielfach verwehrt. Diese Voraussetzung des schulischen Geschichtsunterrichts wird vor allem dann prekär, wenn historische Lernprozesse durch Lehrplanvorgaben auf ein zeitliches Minimum beschränkt werden. Denn Geschichte wird in den aktuellen Kernlehrplänen des Landes Nordrhein-Westfalen nur noch an Realschulen und Gymnasien als eigeneständiges Unterrichtsfach ausgewiesen. An Haupt- und Gesamtschulen dagegen wird Geschichte in Kombination mit den Fächern Erdkunde und Politik unterrichtet. Dies wirft bei angehenden Geschichtslehrerinnen und -lehrer eine ganze Reihe von berechtigten Fragen auf: Welche Vorteile kann die fachliche Erweiterung mit sich bringen und welche Chancen können für das historische Lernen daraus entstehen? Wie können die unterschiedlichen Inhaltsbereiche sinnvoll miteinander kombiniert werden? Und wie kann der Geschichtsunterricht so gestaltet werden, dass er sprachsensibel ist und Lernende mit sprachlichen Schwierigkeiten bestmöglich unterstützt? Um auf diese Fragen Antworten zu finden, hat die Übung vielfältige Ziele: Die Studierenden sollen sich auf grundlegender Ebene mit Spracherwerbsprozesse auseinandersetzen und diese auf Schlüsselprobleme sprachlich bedingter, historischer Lernprozesse anwenden. Weiterhin sollen sie unterschiedliche sprachfördernde Verfahren für den Geschichtsunterricht kennenlernen. Schließlich soll es darum gehen, eigene fächerübergreifende Unterrichtsszenarien zu entwickeln, auszuprobieren und gemeinsam auszuwerten.

Arand, Tobias: Fächerverbindender Geschichtsunterricht, in: Michele Barricelli / Martin Lücke (Hrsg.): Handbuch Praxis des Geschichtsunterrichts. Band 2. Schwalbach/Ts. 2012, S. 308-324. Grosch, Waldemar: Fächerverbindender und fächerübergreifender Geschichtsunterricht, in: Hilke Günther-Arndt (Hrsg.):Geschichts-Didaktik. Berlin 2009, S. 242-253. Handro, Saskia / Schönemann, Bernd (Hrsg): Geschichte und Sprache. Berlin 2010. Handro, Saskia: Sprache und historisches Lernen. Dimensionen eines Schlüsselproblems des Geschichtsunterrichts, in: Michael Becker-Mrotzek u.a. (Hrsg.): Sprache im Fach. Sprachlichkeit und fachliches Lernen. Münster u.a. 2013, S. 317-333. Hartung, Olaf: Die „sich ewig wiederholende Arbeit" des Geschichtsbewusstseins - Sprache als Medium historischen Lernens, in: ZfGD 9 (2010), S. 180-190. Geschichte Universität Duisburg-Essen WiSe 2014/15 Master of Education