Lehrredaktion Online-Journalismus und Social Media

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Was sind Nachrichten, Hintergrundberichte, Kommentare, Portraits und Interviews - und wie setze ich sie onlinegerecht um? Welche Aufgaben übernimmt der Chef von Dienst (CvD), wie fügen sich Redakteur und Autor in den Redaktionsalltag ein, auf welche Besonderheiten achtet man beim Einsatz von Sozialen Netzwerken als Element des redaktionellen Marketings - und wie funktioniert eigentlich eine Redaktionskonferenz?

Grundlegende Fragen, die wir in der "Lehrredaktion Online-Journalismus / Social Media" in der journalistischen Praxis klären. Praktische Elemente sind dabei eine Schreibschule, die Einarbeitung in Content Management Systeme, eine Workshop mit ausführlichen Informationen zum Datenschutz in Facebook, praktische Tipps zum journalistischen Einsatz Sozialer Medien mit dem Schwerpunkt auf Facebook, Twitter und Youtube sowie die Vermittlung von grundlegendem journalistischen Handwerkszeug wie den Umgang mit Stock-Archiven (Bild/Text) und redaktionell immer wieder auftretenden Problemen im Urheber- und Persönlichkeitsrecht.


Diese Hintergrundinformationen bilden das Rüstzeug, um den praktischen Schwerpunkt der Übung zu meistern: die realen Abläufe in einer echten Online-Redaktion kennen zu lernen und unter dem Druck des Redaktionsschlusses regelmäßig zu publizieren.


Die Studierenden haben in der Lehrredaktion die Möglichkeit, unter fachkundiger Anleitung aus der Praxis die Abläufe in der Redaktion selbst mit zu gestalten, eine eigene Online-Ausgabe mit wöchentlichen Aktualisierungen zu produzieren und über das ganze Semester auf einem aktuellen Stand zu halten sowie als Crossmedia-Effekt bei der Erstellung von Inhalten für bestehende universitäre Publikationen mitzuwirken. Sie übernehmen im Wechsel Aufgaben im Rahmen klassischer Berufsbilder in einer Online-Redaktion und müssen sich an der Qualität ihrer journalistischen Arbeit, aber auch an der organisatorischen Leistung im Redaktionsalltag messen lassen.

Einführung in den praktischen Fernsehjournalismus

Wer heute Fernsehen machen will muss vor allem eins sein: Vielseitig. Man muss die Themenrecherche beherrschen, sollte organisieren und Themen visualisieren können, man sollte Teamplayer und belastbar sein, man muss filmisch und kreativ denken können, eine schnelle Auffassungsgabe ist erforderlich genauso wie sicheres Auftreten und Entscheidungsfreude. Fernsehsender und Produktionsfirmen erwarten heute viel. Nicht selten zu viel. Damit der erste Film nicht nur im "Giftschrank" landet, sollen in diesem Kurs die "Basics" der Fernseharbeit, also das Handwerk, vermittelt werden. Dazu gehören alle filmischen und inhaltlichen Aspekte von der Recherche, über die Dreharbeiten bis hin zur Postproduktion sowie organisatorische Grundlagen. Erstellt wird im Rahmen des Seminars ein Nachrichtenbeitrag und ein Magazinfilm.
Quelle: Michael Ortmann

Mediatisierte Lebens- und Erlebniswelten

Die dem Seminar zu Grunde liegende Perspektive nimmt in den Blick, dass eine Vielzahl unserer Lebensbereiche, unserer Handlungs- und Erfahrungsfelder sich nicht nur untrennbar mit Medien(technologien) verknüpft haben, sondern in vielerlei Hinsicht nur durch diese ermöglicht werden. Der aktuelle medien- und kommunikationswissenschaftliche Diskurs geht zur Veranschaulichung dieses Meta-Prozesses der gesamtgesellschaftlichen Mediatisierung, der als parallel verlaufend zu Groß-Prozessen wie Globalisierung und Individualisierung gesehen wird, vom Begriff der „Mediatisierung" aus. Gleichsam belegt eine Vielzahl auch journalistisch-essayistischer Veröffentlichungen, dass dieses Themenspektrum weit über die Sphäre des Akademischen hinaus stark diskutiert wird.


Das Seminar folgt zwei miteinander verschränkten Hauptrichtungen:
 


1. Theorien und Diskurse


2. Phänomene

 


1. Theorien und Diskurse


Zum einen soll der dezidierte Blick in die medien- und kommunikationswissenschaftlichen Theorien und Diskurse die Frage klären, welche Theorien(fragmente), Begriffe und Ansätze uns helfen können, diese (neuen?) Mediatisierungsphänomene zu verstehen, zu beschreiben, zu kategorisieren.

Einige Beispiele relevanter wissenschaftlicher Rahmungen und Autoren:


- Das Konzept der Mediatisierung nach Friedrich Krotz


- Manuel Castells: Der Aufstieg der Netzwerkgesellschaft


- Bruno Latour: Akteur-Netzwerk-Theorie


- Marshall McLuhan: Extension of man / Global village


- Pierre Bourdieu: Habitustheorie / Sozialkapital


- Modelle der Mediennutzung und Medienaneignung


- Konzepte zur Mediennutzung in Allag und Lebenswelt



2.Phänomene


Zum anderen sollen ganz konkrete Phänomene, Bedingungskonstituenten und Determinanten mediatisierter Lebens- und Erlebniswelten in den Blick genommen werden. Es steht hierbei die Frage im Fokus, welche Technologien und Applikationen, welche Interfaces, welche Software, welche Endgeräte etc. in unserem medialen Alltag von welcher Relevanz sind.

Einige Beispiele für zu diskutierende Phänomene:


- Social Media und Lebenswelt


- Mobile Media und Lebenswelt


- Software und Lebenswelt


- Mediatisiertes Beziehungsmangement: Dating 2.0


- Mediatisierte Kultur


- Mediatisierung der Arbeitswelt


- Mediatisierung des Wissens
 


Nicht zuletzt!


Wesentlicher Beitrag zum Seminar sind nicht nur die Phänomene, Theorien, Ihre Referate und Wortbeiträge, sondern auch Sie selbst, ganz unmittelbar in Ihrer Rolle als TeilnehmerInnen an mediatisierten Lebens- und Erlebniswelten. Wir wollen vor allem im Rahmen der Phänomenanalysen unsere eigene Involviertheit, unsere Abhängigkeit von mediatisierten Strukturen/Mediatisierungstrukturen (z. B. Social Media oder Mobile Media) beleuchten und uns die unmittelbar selbst erlebbaren Möglichkeiten, Freiheiten (und eventuellen Gefahren) einer mediatisierten Lebens- und Erlebniswelt vergegenwärtigen.
Quelle: Mario Anastasiadis