Seminar Positionen des Unendlichkeitsdenkens Zenon Aristoteles Bruno Bolzano

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Sein ist, Nichtsein ist nicht,- behauptet der antike Philosoph Parmenides (ca. 520-460 v. Chr.). Sein Schüler Zenon (ca. 490-430 v. Chr.) versucht das scheinbar Einfache zu beweisen. Mit unerwarteten Folgen, denn Zenon stößt auf seltsame Widersprüche: Eine Schildkröte läuft schneller als der unschlagbare Spitzenathlet Achilles, ein fliegender Pfeil steht in der Luft, das Halbe ist dem Ganzen gleich. Was steckt dahinter? Tatsächlich entdeckt Zenon die Paradoxien des Unendlichen, die kontroverse Deutungen der Unendlichkeit nach sich ziehen und eine eigene Herausforderung in der Geschichte der Philosophie bilden. Im Bestreben, die Torheit Zenons zu zeigen, entwickelt der antike Denker Aristoteles (384-322) die Vorstellung einer Unendlichkeit, die lediglich als Möglichkeit besteht.

Der Renaissancephilosoph Giordano Bruno (1548-1600) widerspricht dieser Deutung und betont die Wirklichkeit der absoluten Unendlichkeit. Der Philosoph, Theologe und Mathematiker Bernard Bolzano (1781-1848) versucht aus der Kontroverse herauszuführen und einen Weg vorzuschlagen, nach dem -das Unendliche sich restlos als Beschaffenheit von Mengen deuten lässt.- Das Seminar versucht, auf der Grundlage von Lektüre die verschiedenen Positionen des Unendlichkeitsdenkens zu erarbeiten und ihre Bedeutung für das Verständnis von Philosophie zu erkennen. Literatur: Textgrundlagen: Parmenides: Über das Sein. Griechisch/Deutsch. Mit einem einführenden Essay hg. von H. von Steuben. Universal-Bibliothek Nr. 7739[3], Stuttgart 1981. Aristoteles' Physik. Übers., mit einer Einleitung und mit Anmerkungen hg. von H.-G. Zekl. Griechisch/Deutsch. Philosophische Bibliothek Bde. 380 und 381. Hamburg 1987 und 1988. Giordano Bruno: Das Aschermittwochsmahl. Übers. von F. Fellmann. Mit einer Einl. von H. Blumenberg. Frankfurt a. M. 1981. Bernard Bolzano: Paradoxien des Unendlichen. Hg. von Chr. Trapp. Phil. Bibliothek Bd. 630. Hamburg 2012.Weitere Angaben werden in der Vorbesprechung bekannt gegeben.

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Quelle: Dr. Angelika Vallon Bönker