Verhältnis von Lehrenden Lernenden und den Rahmenbedingungen von Unterricht

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In keinem Bildungsbereich haben es Lehrkräfte mit homogenen Lerngruppen zu tun. Ob im Primarbereich, in der gymnasialen Oberstufe, der Berufsschule, der Universität oder der Erwachsenenbildung: Alle Lerngruppen sind mehr oder weniger stark heterogen. Homogenität, so heißt es, sei eine Illusion, Heterogenität die Realität. Entsprechend dürfe Heterogenität nicht als Problem angesehen werden, das - etwa durch eine stärkere Außendifferenzierung - gelöst werden müsse, sondern als Herausforderung. Interkulturalität und Integration, neuerdings Diversität und Inklusion sind die Oberbegriffe, die diese Wende im Bildungsbereich charakterisieren. Binnendifferenzierung, Lernerorientierung und Offener Unterricht sind die Konzepte und Methoden, die jede Lehrkraft kennt. Zunehmend wird jedoch nicht mehr nur von Herausforderung, sondern sogar von Bereicherung gesprochen. Diese Begriffswandlung ist eine dialektische, weil sich damit teilweise auch das Bewusstsein für konkrete Probleme im Klassen- oder Kursraum verändert. Bei Lehrkräften sind häufig zwei Verhaltensweisen zu beobachten: Entweder werden offensichtliche Probleme im Sinne dieser neuen Begriffswelt ignoriert oder schöngeredet. Die Leidtragenden sind die Lernenden. Oder es wird versucht, die Probleme mit viel methodisch-didaktischem Arbeitsaufwand, Empathie und Berufsidealismus zu meistern. Die Leidtragenden sind die Lehrkräfte. Was diese beiden Verhaltensvarianten eint, ist, dass die politischen, ökonomischen, curricularen und institutionellen Rahmenbedingungen nicht kritisch hinterfragt werden. An diesem Punkt setzt dieses Seminar an. Es hat einen ideologiekritischen Anspruch. Ziel ist, das Verhältnis zwischen den Rahmenbedingungen des Lehrens bzw. Unterrichtens, der Lehrkraft und den beobachtbaren Phänomenen im Kurs- oder Klassenraum bzw. den konkreten Problemlagen einzelner Lernender genau in den Blick zu nehmen, Widersprüche aufzuzeigen und eine fundierte Kritik herauszuarbeiten. Arbeitsgrundlage sind bereits transkribierte problemzentrierte Interviews mit Migrantinnen eines ""Frauen-Integrationskurses"" sowie zwei theoretische Texte.

Wird in der Vorbesprechung bekannt gegeben. Bemerkung Der Vorbesprechungstermin ist verpflichtend für die Teilnahme am Seminar, da dort Ablauf, Ziele und Inhalte des Seminars besprochen und Referatsgruppen gebildet werden. Es besteht die Möglichkeit, im Sommersemester 2015 ein Methodenseminar in Modul 4 zu belegen, das auf die Ergebnisse dieses Seminars aufbauen wird. Das Methodenseminar kann jedoch auch unabhängig von diesem Seminar belegt werden. Voraussetzungen Der Vorbesprechungstermin ist verpflichtend für die Teilnahme am Seminar FB 01 Institut für Sozialwesen Der Vorbesprechungstermin ist verpflichtend für die Teilnahme am Seminar Uni Kassel WiSe 2014/15 Sozialpädagogik in Aus-, Fort- und Weiterbildung