2.2 Relevanz von neurobiologischen Erkenntnissen für die Untersuchung: Lernen

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Der einleitende Teil wird mit einem Hinweis auf die Relevanz der neurobiologischen Erkenntnisse für die Untersuchung von Kompetenzen und Kompetenzentwicklung. Anbei werden Beispiele: Lernen, Schule und Universität analysiert.

In der vorliegenden Arbeit werden zur Untersuchung Studienergebnisse herangezogen, die potenziell aus fremden Fachrichtungen stammen. Der Grund dafür ist der, dass ein Mensch (bzw. ein Berufsanfänger) nicht ausschließlich als eine wirtschaftliche oder wirtschaftende Einheit in der Betriebswirtschaftslehre gesehen werden darf. Als biologische, emotionale und komplexe Wesen, die sowohl von Bewusstem als auch, und vor allem im größeren Teil, von Unbewusstem gesteuert werden, sind wir auf die Kohärenz mit der Neurobiologie angewiesen. Durch die Identifizierung eines Menschen mit einer vorhersehbaren und leicht berechenbaren „Wirtschaftsmaschine" riskiert man eine unzulässige Trivialisierung, die im Endeffekt zu falschen Ergebnissen führen kann.

Die Ignoranz der Erkenntnisse aus der Biologie, Neurologie, Psychologie sowie Soziologie und Verhaltensforschung würde die Untersuchung möglicherweise in eine betriebswirtschaftslehrengerechte Richtung führen. Dabei wäre die, für diese Arbeit relevante, Menschen-gerechte Richtung verfehlt. Aus diesem Grund wird in der vorliegenden Arbeit des Öfteren mit neurobiologischen Erkenntnissen begründet. Unterstützend werden auch Psychologie, Soziologie, Verhaltensforschung und Pädagogik bzw. Andragogik wirken.

Lernen
Kompetenzentwicklung ist untrennbar mit dem Lernen, den Erfahrungen und den Emotionen verknüpft. Die Verschaltungsmuster, die sowohl für das Lernen als auch für die Erfahrungssammlung und die Aktivierung der emotionale Ebene zuständig sind, entstehen aus synaptischen Verknüpfungen im Gehirn. Die klassische Betriebswirtschaftslehre untersucht verstärkt die Abläufe in einem Betrieb. Dabei wird der komplexe Mensch als eine Faktorgröße interpretiert. Dadurch wird es häufig übersehen, dass der Mensch der entscheidende Faktor ist, der den Zeichen und Daten Bedeutungen zumisst und Informationen daraus generiert. Aus Informationen entsteht Wissen und zwar durch die Vernetzung, den Kontext, die Erwartungen und Erfahrungen. Wissen in Verknüpfung mit einem Anwendungsbezug spiegelt das Können. Das Können wiederum, unter Zuhilfenahme von Wollen, führt zum Handeln. Aus dem Handeln werden anschließend Kompetenzen. Je besser und einzigartiger die Kompetenzen, desto wettbewerbsfähiger ein Unternehmen. (Vgl. Renzl (2003), S. 18.)

Die Heranziehung von fachfremden Disziplinen kann als problematisch angesehen werden. Man könnte argumentieren, dass die Ergebnisse der Untersuchung unzulässig verfälsch werden könnten, und dass das Thema entfremdet wird. Es stellt sich die Frage ob und in wie weit bei einer wirtschaftswissenschaftlichen Untersuchung verwandte oder sogar fachfremde Disziplinen herangezogen werden dürfen.

Erstens vergrößert die Unterstützung durch verwandte Disziplinen den Pool an möglichen Lösungsvorschlägen und Perspektiven. Des Weiteren wird dadurch ein ganzheitliches Verständnis wahrscheinlicher. Denn es werden nicht nur Themenaspekte wie beispielsweise Personalentwicklung isoliert betrachtet. Schließlich eröffnet die holistische Arbeitsweise Möglichkeiten, zu neuen, unbekannten Lösungen zu gelangen. Ganzheitliche Betrachtung schließt nicht, sie eröffnet die Wege. Diese Vorgehensweise wird auch dem ethischen Imperativ nach Hein von Förster gerecht: „Handle stets so, dass die Anzahl der Wahlmöglichkeiten größer wird!" (Förster (2002), S. 303).

Eine isolierte Betrachtung von Themenaspekten führt durch die fortschreitende Spezialisierung paradoxerweise zur Entfremdung. Ein Thema wird dermaßen detailliert untersucht, dass die jeweiligen Ergebnisse, zwar dem Hauptthema entspringen, jedoch mit diesem kaum zu vereinbaren sind. Dadurch wird das funktionierende System zwar objektiv gestärkt, allerdings aus systemischer Sicht, wird es geschwächt. Denn die erarbeitete Lösung nicht mehr systemdienlich ist, im Bezug auf das System aus dem es selbst hervorkommt. Das kann an zwei Beispielen deutlich gemacht werden.

Relevanz von neurobiologischen Erkenntnissen für die Untersuchung: Schule

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Autor: Krzysztof