Der Einfluss von Stress und Glücksempfinden auf Gehirn und Lernen

Veröffentlicht am: in der Kategorie: Gehirn und Neurologie

Trauma-Erlebnisse aus der Jugend werden tief im Gehirn verankert und führen zu depressiven Verhalten bei Erwachsenen. Unter Stress lernt das Gehirn besonders schwer. Für optimales Lernen sollte man daher auf Stress und negative Emotionen die lange Zeit andauern am bestens verzichten.

Man muss kein Neurospezialist sein um feststellen zu können, dass positive Gefühle Lernen fördern und dass negative Gefühle wie Stress, die Lernfähigkeit negativ beeinträchtigen. Jeder hat schon mal erfahren, dass beim Lernen unter Stress kriegt man die Sachen nicht in den Kopf. Ist man dagegen entspannt und glücklich, so wird das Lernen spielend leicht und alle Informationen bleiben im Gedächtnis.

Die Neuro-Forscher liefern jetzt die dazu passende wissenschaftliche Belege. Man kann tatsächlich nachweisen, dass sich die Gefühle nicht nur im psychischen Zustand wieder spiegeln, sondern wortwörtlich im Kopf und Körper. Das Gehirn hat womöglich einen größeren Einfluss auf die einzelne Teile unseres Körpers als wir es jetzt vermuten. Negative Emotionen wie Angst oder Stress können den Hormonspiegel dermaßen aus dem Gleichgewicht bringen, dass einzelne Organe gezielt beeinflusst werden.
Dies würde bedeuten, dass die Psychischen Erkrankungen ihren Ursprung in den Neuronen haben und nicht in der Psyche eines Menschen. Wird das psychologische aber nicht im Gehirn entstehen? Im Prinzip schon. allerdings werden bei psychischen Erkrankungen die Psychologen zu Rate gezogen, nicht aber die Neurologen.


An der Emory Universität in Atlanta hat frau Christine Heim folgendes bewiesen: Kinder die häufig traumatisiert wurden neigen zu Depressionen viel stärker als Kinder deren jugendliche Jahren ruhig verlaufen sind. Es schein so als ob sich die negative Stresserfahrungen tief im menschlichen Gehirn verankern konnten.


Wieso prägen uns negative Stresserfahrungen auf Dauer?
Die Abwehr-Reaktion des Körpers bei der Stress eine Kettenreaktion auslöst sollte den Körper schützen. Das tut sie auch, allerdings nicht wenn der Stress andauern ist. Bei dieser Kettenreaktion handelt es sich um ein Zusammenspiel zwischen Gehirnareal Hypothalamus, dem Hormon ACTH, Cortisol und Beschleunigung des Stoffwechsels. Bei kurzfristigen Stress-Situationen ist der Organismus in der Lage sich selbst zu verteidigen oder zu flüchten. Es ist wie eine Alarmreaktion im Körper. Leider wird die Gleicht Kettenreaktion angesteuert wenn der Stress auch lange andauert und das macht unser Gehirn krank.


Das wichtigste Teil des Gehirns, das für Lernen, Gedächtnis und Emotionen verantwortlich ist, Hippocampus, kann sich unter Stress nicht entwickeln. Bei Personen die unter Depressionen leiden und in der frühen Kindheit traumatisiert worden sind, stellten Neurologen häufig einen nicht voll entwickelten Hippocampus.


Um dem Gehirn die Möglichkeit zur vollständigen Entfaltung zu geben sollte man also möglichst auf andauernden Stress und negative Emotionen verzichten. Dann Profitiert man davon z.B. in der Weise, dass man besser lernen kann.
Diese Woche ist auch ein interessanter Artikel bei der Süddeutschen Zeitung zu diesem Thema erschienen. Erstaunlich finde ich die Befunde, die von Markus Heinrichs beschrieben wurden. Männer und Frauen reagieren unterschiedlich auf Stress. Um eine Lebensgefährtin zu beruhigen sollte ihr der Mann ihren Nacken massieren und dabei die Klappe halten. Versucht der Mann die Frau verbal zu beruhigen, steigt der Stresspegel bei der Frau. Das ist doch interessant oder?


Auf jeden Fall loht es sich gegen Stress einiges zu unternehmen. Das Buch "Der Anti-Stress-Vertrag" kann dabei sehr behilflich sein.