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Die Balance zwischen Wissen und Gewissen: wann lohnt es sich ehrlich zu sein?

Von am 12.06.14 10:15, Aktualisiert am 12.06.14 11:28 | 1 Kommentar |

Es ist ein Jahr seit dem Edward Snowden ausgepackt hat und uns alle darüber informiert hat, dass die alltägliche Kommunikation von uns allen einfach gespeichert, mitgeschnitten und womöglich abgehört wird. Er konnte dieses Wissen nicht mit seinem Gewissen vereinbaren und hat ehrlich erzählt was mit den Daten in Wirklichkeit gemacht wird. In seinem Fall ist nicht wirklich klar, ob sich die Ehrlichkeit gelohnt hat oder nicht. Für den Snowden selbst hat sich die Ehrlichkeit nicht wirklich gelohnt. Schließlich wird er verfolgt und darf / kann nicht mehr nach Hause. Für manche ist er ein Verräter, für viele andere ist er ein Held.

Um der Wahrheit näher zu kommen (ob sich die Ehrlichkeit wirklich immer lohnt) fragt man am besten andere was sie davon halten. An meiner Uni habe ich eine kleine Umfrage durchgeführt deren Ergebnisse erstaunlich sind. Das Spiel zwischen Wissen, Gewissen und der Ehrlichkeit ist nicht so leicht zu meistern:

Fazit: Das Spiel zwischen Ehrlichkeit, Wissen und Gewissen ist schwierig. Das sich die Ehrlichkeit nicht immer auszahlt, zeigt der Fall von Edward Snowden. Zumindest für ihn dürfte es schwierig sein zu sagen: Ja, ehrlich sein lohnt sich immer. Zum Thema Wissen, Gewissen und Ehrlichkeit kennt jeder nur seine eigene Meinung, bis er die anderen Fragt. Aber wenn man die Leute befragt, findet man recht interessante Dinge heraus.

https://www.allesgelingt.de/blog/Ehrlichkeit-Wissen-Gewissen.jpg

Ehrlich währt am längsten - ist das wirklich so?

  • Denke, es ist meist ein gewisser Balanceakt den man in so einer Situation meistern muss. Schätze das fast jeder von uns in so einer Situation gewesen ist. Im privaten Bereich handele ich persönlich so, das ich loyal meinen Freunden bin und bleibe, somit erzähle ich denen vorsichtig / verblümt die Umstände. Hingegen handele ich beruflich nach den Vorgaben meines Chefs. Interne Diskussionen sind ok, allerdings sollte das nie nach ausserhalb gelangen. Wenn man vorher beim Geheimdienst anfängt, sollte man sich schon mal selbst fragen, ob man wirklich nach den Vorgaben handeln will und auch Dinge tun / für sich behalten, die sonst keinen angeht. - Bei der NSA zu arbeiten wäre für mich selbst nichts, schätze es dort ehr so ein, das man da auch seine "Seele" verkaufen muss um dort arbeiten zu können. - Reizvoller Job, mit zu vielen Nebenwirkungen :-D.

Wie ist das mit der Ehrlichkeit unter Freunden und Familie?

  • Ich finde, dass man seiner Familie und seinen Freunden zu Ehrlichkeit verpflichtet ist, was bedeutet auch Dinge, die sie verletzen könnten an sie weiterzutragen. Meist sind es ja gerade solche Sachen, die man selbst wissen sollte. Andersrum ist es wichtig Geheimnisse, die man von Familie und Freunde anvertraut bekommt, für sich zu behalten. Würde ich merken, dass da etwas falsch läuft und sich ein Geheimnis negativ auf einen anderen Freund von mir auswirken würde, müsste ich das mit dem der den Schaden verursacht ausdiskutieren. Sicherlich kommt es auch auf die Freunde an, aber da muss ja jeder selbst wissen.

  • Ich kenne die Situation genau, ich habe ein Geheimnis ausgeplaudert, weil ich es nicht für richtig gehalten habe, dass jemand seinen Ehepartner schon über Jahre belügt und jedes mal mich und meine Frau als Ausrede benutzt hat, wenn sie mal doch erwischt wurde. Es war zwar zu der Zeit sehr unpassend, aber mir ging es nachher viel besser.

  • Das Thema ist so breit gefächert das eine veralgemeinerung für nicht möglich scheint. Wenn mir ein Freund irgendetwas anvertraut vielleicht ein Seitensprung oder ähnliches, ist das kein Geheimnis welches ich ausplaudern würde. Man kann ihn dazu bewegen es selber zusagen aber als Freund hat man doch die verpflichtung auch mal die Klappe zu halten. Klar hört das bei Straftaten etc. auf. Das gehört für mich zu einer Freundschaft.

  • ..der Partner einer langjährigen Freundin hat versucht mich zu gemeinsamen Saunabesuchen zu überreden, immer mit den Worten: Aber sag ihr nichts...würde sie nur unnötig belasten und vielleicht auch komisch finden. Als ich ihm dann endlich klar gemacht hatte, dass ich das nicht will, fing er später damit an, ob ich ihm helfen könnte ne Spermaprobe "hinzubekommen", die bräuchte er für den Arzt. Es würde auch reichen, wenn ich mir nur was Nettes anziehen würde und ein wenig für ihn zu posieren. Ich hab ihm klipp und klar gemacht, dass ich das nicht tun werde!!! Die beiden hatten gerade einen 4 Monate alten Sohn. Obwohl ich nichts getan habe, hatte ich der Freundin gegenüber ein mega schlechtes Gewissen. Ich habe ihr nichts davon erzählt, weil ich Angst hatte, dass sie mir nicht glaubt und das deswegen die "kleine Familie" auseinander geht. Das Ergebnis ist: ich habe heute keinen Kontakt mehr zu ihr, weil ich ihr mit diesem schlechten Gewissen nicht gegenüber stehen konnte...

  • Ich denke man sollte ein Geheimnis nur solange für sich behalten, wie man es mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Meiner Meinung nach sollte man reden, sobald das Geheimnis einer dritten Person schadet!

Ehrlichkeit in Beziehungen wie wäre es damit?

  • Ich war auch schon in so einer Situation. Eine gute Freundin von mir wurde von ihrem Freund betrogen und jeder wusste es, nur sie nicht. Ich fand das ziemlich kacke, aber habe dennoch die Klappe gehalten. Als es dann später raus war hab ich ihr gestanden, dass ich es wusste und auch kurz davor war ihr es zu sagen. Sie fand es ok, weil sie versteht, dass mein Prinzip ist, mich möglichst nicht einzumischen. Wenn irgendwas zwischen zwei Leuten ist, ist das meiner Meinung nach deren Sache und sich da einzumischen, kann alles sogar noch schlimmer machen. Ich hab es durchaus auch schon erlebt, dass Beziehungen zerbrochen sind gerade, weil jemand aus falsch verstandener Moral meinte sich einmischen zu müssen. Ohne das Einmischen hätten sie es unter sich geklärt und es wäre weiter gegangen. Aber natürlich liegen irgendwo Grenzen, bloß wo die liegen entscheidet wohl jeder für sich. Wo wir dann beim großen Thema Moral wären, was eh viel zu komplex und schwierig und nicht objektiv lösbar.

  • Meine Mutter sagte immer: Es gibt gute und schlechte Geheimnisse. Die guten muss man für sich behalten, so zum Beispiel, wenn eine Freundin verliebt ist oder der Onkel eine Geburtstagsüberraschung für seinen Bruder plant. Und die schlechten Geheimnisse, wenn jemand etwas Verbotenes getan hat, wenn jemand anderes in Gefahr gerät etc, die sollte man verraten. Ich fragte: "Wie kann ich die guten von den schlechten Geheimnissen unterscheiden?" Sie meinte immer nur: "Das wirst du schon merken. Wenn es sich wie ein schlechtes Geheimnis anfühlt, wird es auch eines sein." Dieses Konzept hat sich bewährt..

Wie es aussieht, kann ein Mix aus Ehrlichkeit, Geheimnissen, Wissen und Gewissen hochexplosiv sein. Was meint ihr?

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1 Kommentar

Ich bin der Meinung, dass man eigentlich immer ehrlich sein sollte und dass es auch eine Lüge ist, wenn man etwas verheimlicht. Aber ich würde erst mit demjenigen sprechen, der etwas verheimlicht. Ich würde ihn fragen, warum er es für sich behält und ihn auffordern die Wahrheit zu sagen. Aber es gibt auch Ausnahmen. Zum Beispiel hatte meine ältere Schwester vor ungefähr einem Jahr einen Freund, den sie im Urlaub betrogen hat. Sie machte kurz nach dem Urlaub Schluss, weil sie sich in ihre "Affäre" verliebte, von der ihr Freund bis heute nichts weiß. Ich habe mich sehr gut mit ihrem nun Ex-Freund verstanden, sagte ihm den Grund jedoch nicht, weil ich das Gefühl hatte, dass es ihn noch mehr verletzen würde. Hätte meine Schwester aber nicht mit ihm Schluss gemacht und es ihm nicht gesagt, hätte ich wahrscheinlich meine Schwester überredet ihm die Wahrheit zu sagen oder sogar selbst Andeutungen gemacht, weil ich damit wahrscheinlich nicht hätte Leben können.

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