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Dunning-Kruger Effekt: wieso wissen inkompetente Menschen nicht, dass sie inkompetent sind?

Von am 17.11.14 9:00, Aktualisiert am 17.11.14 9:10 | 0 Kommentare |

Der Effekt, der nach Kruger und Dünnung benannt wurde, schildert das Phänomen der inkompetenten Menschen und erklärt wieso sie nicht wissen, dass sie inkompetent sind. Mann kann auch Bertrand Russell an dieser Stelle zitieren und sagen:

"Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

Leider ist das Zitat von Bertrand Russell auch zutreffend, das zeigt zumindest die neuste psychologische Studie. Der Dunning-Kruger Effekt besagt, dass die Schwächsten nicht das Bewusstsein über die eigenen Schwächen verfügen. Sie wissen es nicht, dass sie inkompetent sind.

Fazit: Wie wird ein inkompetenter Mensch kompetent, wenn er nicht weiß, dass er inkompetent ist und wieso scheitern viele Menschen regelmäßig daran, ihre eigene Inkompetenz zu erkennen.

https://www.allesgelingt.de/blog/Inkompetente_Menschen_wissen_nicht_sie_sind_dumm.jpg

Mehrere Studien zum Thema Kompetenz kamen zum selben Ergebnis:

  • 2003 wurden Bachelor-Studenten geprüft und anschließend evaluiert. Beschrieben wurde das Vorhaben von Dünnung, Johnson, Ehrlinger und Kruger.
  • 2001 haben Medizinstudenten ihre eigene Bewerbungsgespräche bewertet - mit dem selben überbewertetem Ergebnis, zu finden bei Hodges, Regehr und Martin.
  • 2003 wurden Medizinstudenten, die Schwerpunkt in Gynäkologie gewählt haben und ein Referendariat absolvierten, auch mit dem Selben Ergebnis getestet. Diese Studie stammt von Edwards, Keller, Sistrom und Magyari,
  • Im Jahr 2000 evaluierten medizinische Techniker ihre eigene on-the-job Erfahrungen und Expertise. Haun, Zeringue, Leach und Foley entdecktem dass sich die Techniker bei weitem selbst überbewertet hatten.

Der Grund für dieses merkwürdige Verhalten liegt daran, dass die Leute, die schlecht abschneiden, aus eigenen Fehlern nicht lernen. Die oben erwähnten Forscher sind sich einig. Diesen Zustand kann man beheben und zwar am besten und am wirksamsten dann, wenn man den Inkompetenten Menschen klipp und klar mitteilt, dass sie einfach inkompetent sind.

Die Schwierigkeit liegt aber darin, dass die Inkompetenten vermutlich schon häufiger ein solches Feedback erhielten und sich aus unbekannten Gründen weigerten, solche ehrliche Rückmeldungen zu beherzigen.

Sokrates wußte, dass er nichts wußte

"Man hat die wahre Weisheit erlangt, wenn man weiß, dass man nichts weiß". Aber auch diese Perspektive kann etwas zu weit getrieben werden. Denn es stellte sich heraus - die Menschen die wirklich talentiert und äußerst kompetent sind, permanent ihre eigene Fähigkeiten unterschätzen. Wie kann das also sein, dass die Dummen denken, sie wären die Cleversten und die wirklich Klugen meinen, sie wären nicht schlau genug.

Dieser Paradoxon findet seinen Ursprung darin, dass die schlauen Menschen vermuten, dass alle anderen auf die gleichen guten Ideen kommen. Kurz gesagt: die Cleveren denken, alle anderen wären genau so kompetent, wie sie es selbst sind. Sie sind dann überzeugt, dass andere Menschen auch so talentiert sind, sie halten die Kompetenz der Mitmenschen für selbstverständlich.

Die Klugen denken, andere wären ebenso klug

In Wirklichkeit "überstrahlen" die Cleveren andere Leute mit ihrer eigener Kompetenz. Das funktionier bei den Inkompetenten nach genau demselben Prinzip: die Dummen meinen sie selbst wären super clever, aber die anderen Mitmenschen - die sind dumm. In diesem Fall überstrahlen die Dummen alle anderen mit ihrer eigener Inkompetenz oder Dummheit.

Das Problem scheint auch darin zu liegen, dass die Menschen die eigene Kompetenzen überbewerten - sich selbst einfach falsch bewerten. Wenn sie sich Feedback von außen holen und dieses (häufig negative) Feedback auch ernst nehmen, wird es ihnen vielleicht leichter fallen, sich selbst zu verbessern.

Wie kann man das Dilemma mit der Überbewertung der Kompetenzen lösen?

Eine andere Methode wäre es, dass Menschen die sich selbst überschätzen, das Feedback nicht von anderen Menschen erhalten sondern von der Aufgabe, die sie lösen. Denkbar wäre eine Aufgabe aus dem Bereich der Naturwissenschaften. In der Physik, Mathematik, Ingenieurwesen oder Architektur wird man von Folgend des eigenen Tuns eher getroffen, als das bei den Geisteswissenschaften der Fall ist. Kurz gesagt: wenn man dann scheiße gebaut hat, wird man es sofort merken. Und das wäre meiner Meinung nach genau die richtige Art des Feedbacks.

Baut mal beispielsweise ein Modell einer Brücke, die dann wegen der fehlerhaften Statik unter Belastung einstürzt, dann ist das ein geeignetes Feedback dafür, dass man es falsch gemacht hat. Verbindet man die Kabel in einem elektrischen Kreislauf verkehrt, bringt das die Lampe nicht zum leuchten. Programmiert man eine Routine oder ein Skript auf dem Computer falsch - dann wird es auch nicht funktionieren - man muss es anders machen.

In den oben genannten Beispielen lässt es sich nicht leugnen, dass man sehr gut die Aufgabe gemeistert hat und dass man sehr kompetent ist. Die Aufgabe gibt einem selbst das richtige und auch das wahre Feedback. Daran sollte man glauben.

Bildquelle: Helga Weber

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