Gesamteuropäisches Phänomen: Romantik
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Gesamteuropäisches Phänomen: Romantik. Eine europäische Affäre
Seit einigen Monaten schon steht auf den deutschen Sachbuchbestsellerlisten Rüdiger Safranskis Studie zur Romantik verstanden als genuin „deutsche Affäre“. Die enorme Popularität dieses Buches in Zeiten, in denen Jakobsweg-Reminiszenzen, esoterisch gefärbte Lebenshilfe und Enthüllungsbiographien offenbar den Nerv einer medial übersättigten Leserschaft treffen, verwundert insofern, als Safranskis Studie auf knapp vierhundert Seiten rund zweihundert Jahre deutsche Geistesgeschichte im Eiltempo verhandelt.
Die häufigste Kritik, die in den Feuilletons an dieses Buch herangetragen wurde, ist die mitunter nicht ganz nachvollziehbare geographische Verknappung der Studie. Tatsächlich handelt es sich bei der Romantik nicht nur um eine deutsche Geistesströmung, sondern um ein gesamteuropäisches Phänomen mit durchaus unterschiedlichen nationalen Ausprägungen. Diese Tatsache verschweigt Safranski auch dort, wo Bezugs- und Vergleichspunkte sich nachgerade aufgedrängt hätten.
Im Seminar soll versucht werden, die Romantik in ein gesamteuropäisches Paradigma einzubetten. Der Schwerpunkt liegt allerdings deutlich auf der deutschen und französischen Romantik, nicht nur, da beispielsweise Madame de Staëls De lÂ’Allemagne (1813/14) zu einer direkten Gegenüberstellung einlädt, sondern auch weil die intellektuellen Verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich im postrevolutionären Europa aus heutiger Sicht besonders anregend erscheinen.
Literatur Rüdiger Safranski: Romantik. Eine deutsche Affäre, München 2007.
Winfried Engler: Die französische Romantik, Tübingen 2003