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Smartphone süchtig, wie beeinflussen die Handys unser Gehirn und Denken?

Von am 12.03.15 14:45, Aktualisiert am 22.04.15 8:04 | 1 Kommentar |

Seit einigen Jahren bin ich Smartphone süchtig. Jeden Tag verbringe ich mehrere Stunden mit meinem Handy. Chatten, Fotos machen, verschicken, Telefonieren, Surfen, Musikhören, Selfies machen, Spiele spielen, Apps laden und so weiter - die ganze Palette der Tätigkeiten. Das alles gibt es bei mir jeden Tag und zwar den ganzen Tag. Ich weiß selbst, dass ich süchtig bin, weil wenn ich das Handy irgendwo verlege oder vergesse und später merke, dass ich es vergessen habe, ist das für mich eine reine Katastrophe. Ich kann mich dann an nichts mehr konzentrieren und denke permanent nur an das Smartphone und wo es sich befinden könnte. Die Tatsache, dass ich süchtig bin, stört mich wenig. Habe mich schon daran gewöhnt. Ein größeres Problem bereitet mir etwas anderes: und zwar mir ist aufgefallen, dass ich mich über den Tag verteilt weniger konzentrieren kann. Ich kann mir keine Sachen mehr merken. Vergesse was ich mir selbst vorgenommen habe. Irgendwie bin ich vergesslicher geworden. Kann das sein, dass eine Smartphonesucht auch Gedächtnisschwund verursachen kann?

Fazit: Sie Studie mit dem Titel: Gehirn in der Hosentasche zeigt negative auswirkungen von exzessiven Gebrauch von Smartphones und Computern. Die Wirkung die diese Medien auf unser Denken, Sprechen, Problemlösenu und Lernen ist verherrend. Man kann sagen, dass die Smartphones viele Menschen dumm machen.

https://www.allesgelingt.de/blog/Smartphone_Sucht_Dumm_Studie.jpg

Die Symptome die Du beschreibst treffen auf eine gewisse Abhängigkeit tatsächlich zu. Auch die Entzugserscheinungen stimmen mit einer Sucht überein. Was den Einfluss eines Smartphones auf die Gehirnleistung angeht, gibt es dazu einige Studien die belegen, dass Smartphones Menschen tatsächlich dümmer machen. Die neuste Studie besagt sogar: es gibt eine direkte Verbindung zwischen dem Zwang permanent mit dem Smartphone zu spielen, oder auf eine andere Art und Weise vom Smartphone Abhängig zu sein, und der Fähigkeit klar zu denken. Die klügere Menschen tendieren dazu, die Suchfunktionalität eines Smartphones deutlich weniger zu nutzen, als die weniger klugen.

Smartphones machen Menschen dummer


Der Leiter der Studie Gordon Pennycook teilte mit:

Menschen die als nicht intelligent gelten, suchen ihre Antworten viel Häufiger auf ihren Smartphones als Menschen deren Intelligenzgrad höher bewertet werden kann.


„Sie suchen nach Informationen, die sie vielleicht auch wissen, oder nach Antworten, die sie sich denken könnten. Das tun sie aber nicht - viele Menschen, egal ob sie die Antwort auf einer Frage wissen oder nicht, suchen automatisch auf ihrem Smartphone nach einer Antwort im Internet."


Im Gegensatz dazu, Menschen die analytisch Denken und deduktiv nach Antworten im Kopf suchen, nutzen Ihr Smartphones deutlich weniger um nach Antworten zu suchen.

Dr. Nathaniel Barr, der Co-Leiter der Studie meint:


„Im vergangenen Jahrzehnt konnten wir feststellen, dass Menschen dazu tendieren, Aufwand zu vermeiden, wenn sie auf eine simple und unaufwendige Lösung zurückgreifen können. Unser Problemlöseverhalten ändert sich mit der Zeit. Heute nutzen wir unser Smartphone als ein erweitertes, oder besser gesagt ausgelagertes Gehirn. Wir wissen nicht mehr so viel. Dafür aber wissen wir wo wir es finden können. In den Vergangenen Jahren galt ein solches Wissen nicht als Wissen. Heute schon."

Studie zu Smartphone Sucht

In der von Dr. Gordon Pennycook und Dr. Nathaniel Barr durchgeführten Studie, wurden 600 Menschen zu Nutzung ihrer Smartphones befragt. Bei den Versuchsteilnehmern die als Smartphonesüchtig diagnostiziert wurden, beobachteten die Forscher eine starke Beeinträchtigung der Fähigkeiten sich verbal auszudrücken. Auch das analytische Denken war bei dieser Gruppe deutlich beeinträchtigt. Sie konnten ein simples Problem kaum analytisch strukturieren und und durch logisches Denken lösen. Diese Gruppe der Teilnehmer hat beim kleinsten Problem immer ihr Smartphone und die Suchfunktion zurate gezogen.

Allerdings wurde auch eine positive Entdeckung gemacht. Die Teilnehmer, die fit im analytischen Denken waren, haben bei der Lösung der meisten Problemen, ihr Kopf verwendet und nicht ihr Smartphone. Diese Gruppe konnte sich auch deutlich besser verbal ausdrücken.

Die Studie wurde Publiziert in dem Journal: Computers in Human Behavior. Der Titel lautet Gehirn in der Hosentasche - ein Beweis dafür, dass Computer (Smartphones) zum Ersatz-Denken verwendet werden.

Dr. Pennycook sagte:


„Unsere Studie liefert den Beweis dafür eine Verbindung zwischen ausgeprägter Smartphone-Sucht und verringerten Denk-Fähigkeiten. Ob die Smartphones selbst die Intelligenz beeinträchtigen, oder die Schuld an der Zugänglichkeit zum Internet liegt, müsste in einer weiteren Studie untersucht werden."


Man kann also sagen, dass die exzessive Nutzung von Smartphones, tatsächlich das Denken, Problemlösen und verbale Ausdrucksweise negativ beeinträchtigen.

Was die Zukünftige Entwicklung angeht, zeigte sich Dr. Barr nicht so optimistisch.


„Die Auslagerung des Denkens auf externe Geräte wie Smartphones oder Computer beginnt erst zu wachsen. Immer mehr menschen werden sich auf ihre Elektronik verlassen, anstatt selbst zu denken. Es ist wichtig zu verstehen, in welchem Ausmaß beeinflussen uns die neuen Medien. Sie beeinflussen auch unsere Psyche. Es ist kaum zu glauben wie wir ohne diese Geräte die Vergangenheit gemeistert haben. Womöglich ist es schon zu spät und der Trend wird nicht mehr aufgehalten werden können. "


Die Studie zum Thema Smartphonesucht wurde durchgeführt von folgenden Wissenschaftlern: Nathaniel Barr, Gordon Pennycook, Jennifer A. Stolz, Jonathan A. Fugelsang

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1 Kommentar

Diese Studie sollte die Augen der Eltern und Lehrpersonen öffnen. An Elternbildungsveranstaltungen wird immer deutlicher, wie die Eltern in Not sind, beim Thema Smartphonesucht ihrer Kinder. Hausaufgaben werden aufgeschoben oder nicht gemacht, Mithilfe in der Familie kann kaum mehr erwartet werden und es gibt ständigen Streit wegen der Handyregeln.
Ich glaube, es ist wichtig, dass solche Studien bekannter werden, als bis anhin. Ich werde auf jeden Fall, bei meiner nächsten Veranstaltung auf diese Studie hinweisen. Danke für diesen tollen Blogbeitrag.

Christelle, Schläpfer, www.edufamily.ch/blog

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