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Umgang mit traumatischen Erinnerungen aus der Kindheit

Von am 14.10.14 22:47, Aktualisiert am 14.10.14 22:54 | 0 Kommentare |

Erwachsene Personen, die als Kinder vernachlässigt oder missbraucht waren, leiden unter schlechterer psychischer und physischer Gesundheit in späteren Jahren wenn sie erwachsen werden.

Eine neue Studie belegt, dass Personen die „von Tag zu Tag" leben, anstatt gedanklich tief in der Vergangenheit zu graben, weit aus stabilere Persönlichkeiten und bessere physische Verfassung aufbauen. Die negativen Gedanken und Emotionen, die immer wieder aufs neue aus der Erinnerung erlebt werden, haben einen stark negativen Einfluss nicht nur auf den Geist sondern auch auf den Körper.

Fazit: Zwei drittel der US Amerikaner berichten von negativen Erinnerungen, bzw. Erfahrungen aus der Kindheit, vor allem was deren Erziehung angeht.

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Die Studie gehört zu einer der Ersten, die sich mit der Verbindung zwischen Achtsamkeit, körperlicher Gesundheit und traumatischen Erlebnissen aus der Kindheit beschäftigt. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Zeitschrift „Preventive Medicine" publiziert und wurde an einer Gruppe von 2160 Personen durchgeführt, die an einem Programm für Familien mit schweren finanziellen Verhältnissen teilnahmen. Das Programm „Head Start" wurde von der US Amerikanischen Regierung ins Leben gerufen, mit dem Ziel: Familien ohne oder mit wenig Einkommen zu unterstützen. (Whitaker et al., 2014)

Zu den Autoren der Studie, die wie folgt betitelt wurde: „Negative Kindheitserfahrungen, dispositionelle Achtsamkeit und Gesundheit im Erwachsenster", gehören: Robert C. Whitakera, Tracy Dearth-Wesley, Rachel A. Gooze, Brandon D. Becker, Kathleen C. Gallagher, Bruce S. McEwen.

Traumatische Erlebnisse aus der Kindheit beeinträchtigen die körperliche Gesundheit in späteren Jahren

Die Teilnehmer wurden befragt, ob und welchen Arten der negativen Beeinträchtigung während der Kindheit sie ausgesetzt wurden. Auf der Auswahlliste könnte beispielsweise: Alkoholismus der Eltern, Drogensucht, Missbrauch oder körperliche Gewalt gewählt werden. Des Weiteren wurden die Teilnehmer befragt, ob sie unter Beschwerden leiden, die überwiegend durch Stress verursacht werden, wie beispielsweise: Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder Depressionen.

Die Ergebnisse der Studie von Whitaker lauteten: - 25 % der Teilnehmer hatten währen der Kindheit Erfahrung mit mindestens drei und mehr Typen der negativen Kindheitserlebnisse - 30 % der Teilnehmer litten unter drei oder mehr Stress-verwandten Beschweren.

Achtsamkeit und Akzeptanz der Vergangenheit hilft bei der Therapie

Wobei Personen die ihre, manchmal sogar traumatisierende Erlebnisse einfach akzeptierten und sich auf die Zukunft konzentrierten, zeigten eine 50 % geringere Wahrscheinlichkeit der Erkrankung auf Stressverwandte Beschwerden. Bei der Kontrollgruppe, die die negativen Kindheitserlebnisse immer wieder ins Erinnerung gerufen haben und sich anstatt auf die Zukunft, auf die Vergangenheit konzentriert hatten, wurde ein erhöhtes Risiko für Stressfundierte Beschwerden festgestellt.

Erstaunlich ist, dass sogar die Personen, die in der Kindheit sehr schwer missbraucht wurden, kaum posttraumatische Beschwerden aufgetreten sind, vorausgesetzt sie haben die Vergangenheit akzeptiert und sich auf die Neugestaltung der Zukunft konzentrierten.

Der Umgang mit negativen Erinnerungen aus der Kindheit entscheidet über Gesundheit im erwachsenen Alter

Der Leiter der Studie, Prof. Whitaker fasste zusammen: „Der Schlüssel zu wirksamen Bewältigung der traumatischen Erinnerungen aus der Kindheit liegt im achtsamen Umgang mit der Gegenwart und der Zukunft. Die Teilnehmer der Studie, die ihr Leben von Tag zu Tag neu gestaltet hatten, klagten nicht über Stressfundierte Beschwerden. Die Teilnehmer dagegen, die sich von der schweren Vergangenheit nicht lösen konnten, litten allgemein unter stark beeinträchtigter körperlicher Verfassung. Sie wurden einfach häufiger Krank, litten unter Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Depressionen. Unsere Vermutung ist, dass Achtsamkeit (also Bewusstes Erleben der Gegenwart und die Planung der Zukunft) hilft um eine Art Resilienz gegenüber stressbegründeten Beschwerden im erwachsenen Alter aufzubauen.

Übungen zur Achtsamkeit und bewusstem Erleben können somit Erwachsenen helfen, ihre negativen oder sogar traumatischen Erinnerungen aus der Kindheit zu verarbeiten. Dies schlägt sich positiv in der Gesundheitsverfassung wenn sie erwachsen werden. Bildquelle: Vale

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