Wissenschaftliches Arbeiten, Recherche für Seminararbeit oder Referat
Veröffentlicht am: in der Kategorie: Studium
10 hilfreiche Tipps für die Recherche bei jeglichen schriftlichen Arbeiten. Damit wissenschaftliches Arbeiten besser gelingt muss man ein spezielles System entwickeln mit dem man effizient arbeiten kann. Diese 10 Tipps helfen Dir eine schriftliche Arbeit, Seminararbeit oder Referat besser zu gestalten.

Recherche effizient durchzuführen, egal ob für Referate oder Seminararbeiten, ist nicht so einfach. An der Universität kommt man an das Recherchieren nicht vorbei deshalb ist es sinnvoll sich einige Gedanken über die richtige Recherche-Strategie zu machen. Eine der besten Tipps wenn es um eine Quellenrecherche geht ist, einen konkreten Zeitplan für die Aufgaben zu erstellen. Man muss genau wissen was, wo und wonach man sucht. Danach grenzt man die Quellen ein, und wählt die Werke die die gewünschte Suchkriterien erfühlen.
Ich selbst dachte immer, dass ich besser nach Quellen und Materialien Suchen kann als die empfohlene Tipps im Internet. Leider habe ich mich geirrt und als Konsequenz, müsste ich ein paar Nachte mehr mit den Seminararbeiten verbringen. Später habe ich mir die Strategie noch mal überlegt und mit Hilfe von einigen sinnvollen Tipps aus den Büchern rund um wissenschaftliches Arbeiten habe ich ein Recherche System entwickelt. Das System hilft mir ungeheuer viel Zeit für andere Zwecke zu verwenden anstatt in den falschen Büchern rumsuchen. In diesem Post findest Du eine effiziente Strategie für Recherche und wissenschaftliches Arbeiten bei großen Projekten.
10. Tipps für Planung, Organisation und Durchführung einer vernünftigen Recherche. Speziell für schriftliche Arbeiten jeglicher Art.
1. Plan und Strategie ausstellen.
Das Wichtigste womit man eine Recherche beginnen soll ist nicht die Sucherei selbst, sondern ein Plan. Der Plan muss in Punkte untergliedert sein und er muss einige Meilensteine enthalten. Essentiell ist es auch, dass im Plan die Fristen vermerkt sind z.B.: 10 Werke über das thema "XYZ" finden bis zum 6 Mai.
dann diese Werke durchstudieren bis spätestens 30 Mai. usw.
Wenn ein Plan keine genauen Zeitangaben hat, dann wird die Recherche nie fertig. Der alte japanische Spruch sagt: "wenn Du etwas irgendwann tun kannst, dann wir das nie getan". Den Zeitplan gilt natürlich anzuhalten.
Erstmal musst Du Dir einen Überblick verschaffen über die allen Quellen die im Zusammenhang mit dem Thema stehen und verfügbar sind. Was gibt es in der Bibliothek in Deiner Nähe und in der Universitätsbibliothek. Plane genügend Zeit für das Studieren dieser Literatur, Notizen erstellen, vielleicht auch ein paar Mind Maps. Sinnvoll ist es auch eine "zweite Runde" der Recherche einzuplanen um möglichen Fehler auszuschließen, die Quellen zu überprüfen und auf Korrektheit zu prüfen. Danach erfolgt der erste Entwurf.
2. Beginne und nicht Ende mit Wikipedia
Die Enzyklopädie Wikipedia ist eine hervorragende Quelle um eine Recherche zu BEGINNEN. (Man sollte aber auf keinem Fall nur auf Wikipedia aufbauen). Bei der Suche in Wikipedia findet man nicht nur die Themenbezogene Informationen, sondern auch die Quellen, Querverweise und Themenverwandte Infos. Die einrührende Recherche verläuft über die Schlüsselwörter sehr schnell und man kann innerhalb der kürzen Zeit sehr viel Wissen finden. Dabei ist es empfehlenswert sich auch einige Notizen zu erstellen, vor allem dann, wenn die Quellen des Wiki-Artikeln wirklich fundiert sind.
Man kann sagen, dass Wikipedia einen sehr guten Überblick über das Thema verschaffen kann, und das innerhalb einigen Stunden.
3. Quellenverzeichnisse des Buches
Sobald Du ein bestimmtes Buch gefunden hast, das sich mit dem Referatthema detailliert auseinandersetzt, hast Du Joker in der Hand. Warum? Weil wenn das Buch wirklich perfekt das Thema beschreibt, dann alle die am Ende des Werkes enthaltene Quellen eignen sich auch für Deine Arbeit. Am Ende eines jeden Buches gibt es dutzende, manchmal auch hunderte von Quellen die zu diesem, gleichen Thema auch passen. Damit musst du nicht mehr "blind" nach Büchern zu suchen, sondern kannst direkt die Quellenverzeichnis dieses Buches nutzen um weitere Quellen zu finden.
Die Meisten Quellen tragen Titeln die sofort verraten ob das Buch sich für Deine schriftliche Arbeit eignen wird oder nicht. Jetzt, nach dem Du alles aus dem Punkt 1. und 2. in diesem Post durchgearbeitet hast, kannst du mit dem "goldenen Buch" prüfen ob Dir schon manche Autoren bekannt sind, vielleicht hast du die schon gefunden in Wikipedia und Co. Auf diesen Grundlagen kannst Du jetzt die Arbeit wirklich aufbauen.
4. Behalte die Kernfrage (Oder das Hauptthema) immer im Hinterkopf
Beim Studieren der vielen Quellen behalte immer die Kernfrage oder das Kernproblem, der mit Hilfe von Deinem Referat gelöst werden soll, im Hinterkopf. Unglaublich viele Studenten kommen häufig vom Thema ab und schreiben an der Thesis vorbei. Stelle Dir immer eine Frage: "Hilft mir diese Information das Problem zu lösen?"
Viele Informationen auch aus den Nebengebieten, die zu Deinem Thema passen sollen im Referat erwähnt werden. Auf zu viel verwandtes Wissen sollte man jedoch verzichten. Am besten wenn Du Dich auf 2 Werken beschränkst, die das Thema gut erklären und anhand dieser Quellen das Problem löst.
5. Bearbeite nur eine Quelle und nicht mehrere gleichzeitig
Die Themen die in Seminaren oder Referaten bearbeitet werden sind meistens sehr umfangreich. Daher versuche nicht direkt am ersten Tag zu Lösung zu kommen. Beim Verfassen einer schriftlichen Arbeit muss der Bearbeiter zeigen, dass er eine Palette von Problemen verstanden hat. Wenn Du einen Arbeitsplan mit Gliederung erstellt hast, versuche ein Punkt nach dem anderen konsequent zu bearbeiten. Die Verknüpfungen zwischen den Einzelteilen werden beim ersten schriftlichen Entwurf erst ersichtlich.
6. Wende ein System an
Perfektioniere Deinen Arbeitsplan. Wende ein System an, das hilft die Notizen zu organisieren und zu sammeln. Die Methode die ich immer bei den schriftlichen Arbeiten anwende ist: nutze für ein Thema, Punkt oder Bereich ein oder mehrere Blätter Papier. Beginne auf gleichem Blatt niemals einen neuen Gliederungspunkt. Warum? weil bis die Recherche zu Ende ist, wirst Du noch bestimmt mehr Informationen Finden, die Dein Referat ergänzen, und kannst sie einfach zu den anderen Blättern anheften. Ich erstelle meistens einen Plan der so detailliert ist, dass für jeden kleinen Gliederungspunkt ein Blatt Din A4 verwendet wird. Das Hilft mir auch mit einem Punkt aus der Mitte zu beginnen, falls ich gerade keine Quellen parat habe, die die ersten zwei oder vier Gliederungspunkte betreffen.
7. Lerne die Quellen besser kennen (Wissen über Autoren)
Investiere genügend Zeit um alle relevanten Quellen zu finden, sowohl online als auch offline. Falls Du im ersten Semester bist, besuche unbedingt die Einführungsveranstaltungen die von der Bibliothek an Deiner Hochschule angeboten werden. Dort lernt man die richtigen Quellen schnell zu finden. Sollte das nicht der Fall sein, dann erkundige Dich zumindest wo welche Abteilungen in der Bibliothek zu finden sind und wie groß die Literatursammlung angeboten wird. Beachte, dass auch die Zeitschriften-Abteilung essenziell für eine Recherche ist. Viele Universitäten sind in "digitale Bibliotheken" verbunden, so dass Du von einem Rechner aus mehrere Universitäts-Bibliotheken durchsuchen kannst.
Wenn die richtigen Bücher schon ausgesucht wurden, beginne nicht direkt diese zu Studieren. Erfahre etwas mehr über den Autor des Werkes, was hat er noch geschrieben, in welchem Bereich ist er der beste, oder wie wird er von anderen Autoren beurteilt.
8. Scheue nicht um Hilfe zu bitten
An einer Universität hat man Kontakt mit mindestens 2 oder mehr Jahrgängen die ähnliche Themen oder Studienfächer schon durchgearbeitet haben. Oft ist es sinnvoll sie oder Leute am Lehrstuhl des Professors um einen Rat zu fragen.
Wenn Dir gelungen ist die Gliederung für die Seminararbeit zu erstellen, frage in der Sprechstunde den Professor ob das überhaupt der richtige Weg ist, den du anschlagen möchtest. Damit verringerst du die Chancen des "schwarzes Scenario" - nämlich, dass Du am Thema vorbei schreibst.
9. Schaffe Dir ein Ideen-Buch an
Schaffe Dir ein kleines Notizbuch an, oder führe eine Datei auf dem Rechner in der Du alle Ideen festhalten kannst die Dir einfallen. Am Schreibtisch ist nicht immer als parat, oft vergisst man einige Gedanken die für die Arbeit sehr hilfreich wären. Viele Studenten haben die besten Ideeneinfälle ausgerechnet dann, wenn sie gerade nicht an der Seminararbeit tuffeln, sondern beim Sporttreiben oder sonst wo.
10. Die aktuellere Quellen haben Vorrang vor den älteren
Vergesse nicht auf die Aktualität der Quelle oder der Informationen zu achten. Viele Themengebiete, Theorien und Thesen entwickeln sich rasant schnell und werden ständig erweitert, korrigiert oder gar wiederlegt. Es kommt beim Professor sehr schlecht an, wenn man eine Arbeit auf Thesen aufbaut, die nicht mehr Geltung in der Wissenschaft finden. Dafür gibt es oft Punkteabzug, denn es beweist zwei Fakten. Zum Einen, dass man selbst nicht auf die Idee gekommen ist, dass die Theorie schlicht falsch sein kann. Zum Anderen (und das ist noch schlimmer), dass man nicht gründlich genug recherchiert hat und so zu sagen "schlampig" gearbeitet hat.
Diese Tipps sollen Dir helfen besser mit den schriftlichen Arbeiten und allgemein mit dem "wissenschaftlichen Arbeiten" umzugehen. Ein vernünftiges Referat oder Seminararbeit besteht nicht nur aus dem Haupttext der Arbeit sondern auch aus den Quellen, gut organisiertem Inhaltsverzeichnis und Themenrelevanten Quellenangaben. Bei Quellen die nur an der Universität erhältlich sind (Zeitschriften und Bücher) ist es sinnvoll einen Professor oder Bibliothek-Angestellten um Hilfe zu bitten. Mit Internetquellen sollte man jetzt eher vorsichtig sein. Da es heutzutage fast kein Problem darstellt eine professionell aussehende Webseite mit zweifelhaften Inhalten zu erstellen. Viele Studenten und Schüler bedienen sich dann solcher Quellen obwohl diese Inhaltlich mangelhaft sind.
Ich erwähne nur am Rande, dass noch vor 10 Jahren haben wir alle Recherchen ohne Internet durchgeführt! das war wie bergab im tiefen Schnee zu gehen - mühsam und schwer. :)
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