3.3 Tools für gelingende Kompetenzentwicklung mit Hilfe von Web 2.0, Blended Learning

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Im dritten Kapitel der Bachelorarbeit werden die Werkzeuge (Tools) für gelungene Kompetenzentwicklung vorgestellt. Im Abschnitt 3.3.1 wird Blended Learning näher untersucht.

3.3 Tools für gelingende Kompetenzentwicklung mit Hilfe von Web 2.0

3.3.1 Blended Learning

Sämtliche Formen der Kompetenzentwicklung im Netz (Netz im Sinne von Web 2.0) sind als kooperative Formen der Kompetenzentwicklung in Gruppen zu verstehen. Eine individuelle Kompetenzentwicklung im Netz ist höchst unwahrscheinlich aus dem Grunde, dass niemand im Netzwerk alleine präsent ist. Das Netzwerk besteht aus seinen Elementen - den Teilnehmern. In Anlehnung nach Niklas Luhmann kann man interpretieren, dass das Netzwerk aus Kommunikation zwischen den Teilnehmern besteht. Ohne die Kommunikation ist kein Netzwerk möglich. Die Möglichkeit des Austausches, der freien Kommunikation und der Interaktionen zwischen den Teilnehmern ist daher unabdingbar.

In der Literatur erscheint häufig der Begriff „Blended Learning". Darunter ist eine Kombination zu verstehen, die aus dem traditionellen Frontalunterricht und dem E-Learning Ansatz resultiert. Eine der möglichen Systematisierungen die hier vorgenommen werden können ist die Aufteilung auf strikte gruppenorientierte Communities und auf individuum-orientierte Formen des Lernens. Entscheidend ist dabei von dem die Kontrolle über die Inhalte überwiegend ausgeübt wird.
In den gruppenorientierten Communities wird die Kontrolle von einer Gruppe von Moderatoren ausgeübt. Die Teilnehmer sind zwar unabdingbar, sie müssen sich aber bestimmten „Spielregeln unterwerfen" und sie akzeptieren.

Bei den individuenorientierten Formen der Zusammenarbeit liegt der Fokus auf dem einzelnen Teilnehmer, dem Projektbetreiber. Er entwirft die „Spielregeln" und ist überwiegend für das gesamte Projekt verantwortlich.

Folgende Alternativen können unterschieden werden (Vgl. Erpenbeck (2007), S. 141-144), sie alle basieren auf asynchroner Kommunikation (Vgl. Kuhlmann / Sauter (2008), S. 107-115).

Gruppenorientierte Communities:
Learning Communities - Gemeinschaften von Pädagogen und Andragogen die auf Basis von formalen, didaktischen Methoden die Lernprozesse einleiten, beobachten und steuern.
Communities of Practice - Gemeinschaften in denen das Lernen nicht formalisiert gestaltet wird. Lernprozesse laufen überwiegend individuell, spontan und problemorientiert ab.
Foren - Wissenaustausch zu bestimmten Themen, stark problem- und lösungsorientiert.
Newsgroups - Gruppen die die neusten Nachrichten zu bestimmten Themen bereitstellen oder weiterleiten.
Mailinglists und Newsletter - Wissensaustausch erfolg ähnlich wie in den Newsgroups, mit dem Unterschied, dass die Kommunikation per Email und damit nicht öffentlich erfolgt.
Wikis - Gemeinschaften die große Mengen von Informationen zu bestimmten Themen verwalten, ergänzen und einbringen. Wikis können sowohl von Gruppen, also von Zahlreichen Autoren betrieben werden. Präsent sind aber auch umfangreiche Wikis, die von einzelnen Autoren, oder von sehr keinen Gruppen von Autoren zur Verfügung gestellt werden.

Individuenorientierte Formen der Zusammenarbeit.
Weblogs, - Ursprünglich als Tagebücher (Web + Log) gedachte formen der Onlinepublikation. Die einzelnen Einträge erscheinen in der chronologischen Reihenfolge. Die Einträge bestehen überwiegend aus Text.
Videoblogs, - Eine Videoalternative zu Blogs. Anstatt Texte, wird in Videoblogs bewegtes Bildmaterial publiziert.
MoBlogs - Mobile Blogs - ein Einträge können aus Bildern oder Videos, oder aber kurzen Texten bestehen, die mit Hilfe von Mobiltelefonen (Smartphones) aufgenommen und publiziert werden.
Moodle - eine formal organisierte Lernplattform, die häufig von Bildungseinrichtungen verwendet wird um die Nutzer zentral mit dem Lernmaterial zu versorgen.
E-Portfolio - digitale Projektdokumentationen. Elektronische Portfolios können im Sinne von Kompetenzprofilen genutzt werden. Anhand der Dokumentation wird ersichtlich womit, mit welchen Thematiken, welchen Projekten sich ein Individuum beschäftigt (Vgl. Hornung-Prähauser (2008), S. 88-145).
Bliki - kann als eine Verknüpfung von Blogs (die eher von individuellen Autoren publiziert werden) und von Wikis (die überwiegend von vielen Autoren zur Verfügung gestellt werden).
RSS - steht für Really Simple Sindication. Dabei handelt es ich um eine Funktion, die bei Programmen für Online-Publikationen für Zusammensetzung, bzw. für Generierung von Inhaltsverzeichnissen genutzt wird. Eine Abwandlung von RSS ist als Atom bekannt. In beiden Fällen werden die Funktionalitäten sowohl von den Autoren, als auch von Lesern von Onlinepublikationen genutzt.
Podcasting - Inhalte werden im Audio-Format bereitgestellt. Dabei kann es sich um Vorträge, Vorlesungen, Sprachkurse und Hörbücher handeln.
Mobile-Learning - Möglichkeiten der Wissensaufbereitung und des kooperativen Arbeitens mit Hilfe von mobilen Geräten wie Laptops, Mobiltelefone, Handhelts, Tablets.

Zur Verwaltung von redaktionellen Inhalten wird ein eine Softwarelösung genutzt die die Inhalte in den Datenbanken der Server ablegt - CMS.
CMS steht für Content Management System. Das CMS kann als Verknüpfung für alle oben beschriebenen Blended Learning Alternativen beschrieben werden. Unter CMS wird eine Softwarelösung verstanden, die das Aufbereiten, Publizieren und Verwalten von Onlineinhalten, sowie Verwalten von Feedback, Interaktionen und Kommunikationen, ermöglicht.
Wikis, Blogs, Moodle und E-Portfolios bedürfen ab einer gewissen Größe die Nutzung eines CMS, damit die Verwaltung überschaubar und zuverlässig gestaltet werden kann.

Erpenbeck und Sauter betonen, im Bezug auf alle oben genannten Alternativen der Kompetenzentwicklung, dass sie auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichen Ausprägungen die Labilisierungspotenziale und Dissonanzpotenziale aktivieren. Unter dem Labilisierungspotenzial wird emotionale Anbindung innerhalb eines Tätigkeitsfeldes verstanden. Dissonanzpotenzial bildet die „Störungsfähigkeit" einer Tätigkeit, die den Erregungsmuster aktiviert, der für das emotional-motivationale Lernen notwendig ist (Vgl. Erpenbeck (2007), S. 46-47). Die Labilisierungs- und Dissonanzpotenziale verstärken die Motivation Probleme zu lösen, neues zu Lernen und damit um Kompetenzen zu entfalten. Praktisch keine der dargestellten Alternativen verursacht keine Labilisierung mit Emotionen oder ruft keine Kognitive Dissonanz hervor. Vor diesem Hintergrund ist es fraglich, welche der Blended Learning Alternativen für Kompetenzentwicklung bei Berufsanfängern geeignet ist.

3.3.2 Kompetenzentwicklung mit Blogs, Web 2.0

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Autor: Krzysztof