Relevanz von neurobiologischen Erkenntnissen für die Untersuchung: Schule

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In diesem Teil wird erläutert welche Konsequenzen die Ignoranz und Nichtbeachtung von neurobiologischen Erkenntnissen im Bezug auf schulische Bildung haben kann.

Relevanz von neurobiologischen Erkenntnissen für die Untersuchung: Schule
Schule
Die Bildungssysteme in den meisten entwickelten Ländern basieren auf Linearität. Sie wurden von der industriellen Revolution geprägt um den Bedürfnissen der damaligen Epoche gerecht zu werden. Daher folgten sie dem linearen Schema: Primarstufe -> Sekundarstufe I/II -> Tertiarstufe/Universität -> Feste Anstellung (teilweise mit Weiterbildung). Einen solchen schulischen Weg kann man auch als „Kette der Spezialisierung" betrachten. Denn mit fortschreitender Stufe, erhöht sich der Grad der Spezialisierung. Hat ein Berufsanfänger in der vergangenen Epoche ein Hochschulstudium absolviert, könnte er in den meisten Fällen garantiert eine seinem Fach entsprechende Stelle finden.

Mit der zunehmenden Spezialisierung wurden auf diese weise immer mehr „Fach-Experten" ausgebildet, die allerdings keine oder nur geringe Fähigkeiten besaßen, themenübergreifende Aufgaben zu erledigen. Heutzutage garantiert ein Hochschulabschluss keine feste Einstellung mehr. (Vgl. Robinson (2010 b, 1:20) Des Weiteren steigt die Anzahl der Betroffenen von spychosomatischen Problemen wie Burn-out rasant, oder aber es werden neue Krankheiten erfunden (ADHS). Diese Entwicklung ist ein Ergebnis der linearen Betrachtungsweise im Bildungswesen, sowie der Ignoranz gegenüber der Neurobiologie. Das lineare System wurde den Schülern, den Menschen die komplexe Kompetenzen entwickeln könnten, aufgezwungen. Die Marktnachfrage nach „Fach-Experten" führte dazu, dass die neurobiologischen Gesetze der menschlichen Entwicklung außer Acht gelassen wurden. Sie waren fachfremd. Es wurden immer neuere Spezialisierungsfächer eingeführt und Sportunterricht, Theater, Musik, sowie Künste wurden bis auf eine homöopathische Dosis reduziert. Paradoxerweise haben sich im Laufe der Evolution bei Menschen und Tieren Gehirne entwickelt nicht um in einer Schulbank zu lernen. Aus biologischer Sicht wurde das Gehirn herausgebildet um komplexe Muskelbewegungen und Körpersteuerung zu koordinieren. „The reason to have a brain is to produce adaptable and complex movements" (Vgl. Daniel Wolpert (2011) TED-Vortrag, 0:50).

Heute wissen wir, die Persönlichkeitsentfaltung und die Kompetenzentwicklung erfolgen nicht linear sondern organisch. (Vgl. Robinson (2010), TED-Vortrag, 8:55).
Heute wissen wir, dass Sportunterricht, Theater, Musik sowie Künste fördern das Lernen in anderen Fächern (auch Spezialisierungen) fördern, weil während dieser Unterrichtsarten eine viel breitere Gehirnkapazität eingesetzt wird, als beim Erlernen von Vorratswissen.

„Every education system in der world is beeing reformed at the moment. And it is not enough. Reform is no use anymore. Beacuse that is simply an improving a broken modell. What we need, ... , is not evolution but revolution in education. This has to be transformed into something else." (Robinson (2010), TED-Vortrag, 4:35).

An diesem Beispiel wird Folgendes deutlich: zum einen - dass das isolierte Betrachten von Spezialdisziplinen verheerende negative Folgen haben kann. Zum anderen - dass ein System von vielen adaptiert wurde und weiterhin verwendet wird, und dass trotzt gewaltigen Widersprüchen zur Neurobiologie des Menschen, heißt nicht, dass das System auch richtig, gut und menschengerecht ist. Als Lehre daraus resultiert: je spezialisierter die Spezialisierung voran getrieben wird, desto komplexeren Problemen begegnet der Mensch.

Relevanz von neurobiologischen Erkenntnissen für die Untersuchung: Universität

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Autor: Krzysztof