Relevanz von neurobiologischen Erkenntnissen für die Untersuchung: Universität
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Im dritten Teil wird die Bedeutung der neurobiologischen Erkenntnisse im Bezug auf universitäre Bildung analysiert. Damit wird der einleitende Teil geschlossen. Im dritten Kapitel beginnt die Untersuchung.
Relevanz von neurobiologischen Erkenntnissen für die Untersuchung: Universität
Als zweites Beispiel für negative Konsequenzen von außer Acht lassen von potentiell fachfremden Disziplinen, bietet die höher bildende Instanz - die Universität. An vielen Hochschulen an denen Betriebswirtschaftslehre gelehrt wird, konzentrieren sich die Dozenten sowie die Hochschulführung sehr stark an der Vermittlung von praktischem, striktem Betriebswirtschaftlichem Wissen. Der Betrieb und dessen Wirtschaftlichkeit stehen im Mittelpunkt. Der komplexe, emotionale und dynamische Mensch wird in den meisten Fällen zu einem einzigen wirtschaftlichen Faktor komprimiert. Noch vor wenigen Jahren verbreitet wurde die Theorie, dass die Menschen vollkommen rational handeln und, um Bezug zur Wirtschaftswelt zu nehmen, Entscheidungen wie Kaufentscheidungen rational treffen.
Ein Betrieb stellt Güter her oder bietet Dienstleistungen an, die dann zu einem bestimmten Preis angeboten und an die Kunden verkauft werden. Unternehmen gibt es zum teil deshalb, weil es Kunden gibt, die mit jeder einzelnen Kaufentscheidung die Unternehmen unterstützen. Allerdings handelt der Mensch nicht rational (nur selten trifft der Mensch völlig rationale Entscheidungen), sondern emotional. (Vgl. Damásio (1994), S. 40, auch Damasio (2004), S.86). Jede einzelne Entscheidung wird getroffen vor einem prägnanten emotionalen Hintergrund. Dazu zählen auch die einzelne Kaufentscheidungen von Millionen von Kunden, die jeden Tag getroffen werden.
Beim genaueren und detaillierten Überprüfen der Studienpläne für den Studiengang Betriebswirtschaftslehre kommt man zur Erkenntnis, dass die Themen Emotionen und emotionale Hintergründe bei Entscheidungen, nur in seltensten Fällen untersucht werden. Vor allem bei Kaufentscheidungen erscheinen die Kenntnisse aus dem Bereich Verhaltenspsychologie hilfreich zu sein. Auch der Bereich Neurologie liefert an dieser Stelle weitere Hinweise, denn laut Neurologen haben Menschen erhebliche Schwierigkeiten wenn es um Entscheidungen geht, die mit dem Geld verbunden sind. Im Falle von Kaufentscheidungen sind das fast alle Entscheidungen. Manche Forscher liefern detaillierte Untersuchungen die belegen, dass das menschliche Gehirn „mit dem Geld nicht umgehen kann". (Vgl. Elger (2009), S.73).
An diesem Beispiel wird deutlich, dass die Kenntnisse aus potentiell fachfremden Disziplinen doch eine große Hilfe leisten können. Des Weiteren kann man argumentieren, dass Defizite in diesen Bereichen (in diesem Beispiel Biologie und Neurologie) die Überlebensfähigkeit eines Unternehmens stark beeinflussen können. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird gezeigt, dass dieses Muster, nicht nur für solch komplexe soziale Systeme wie Schulen oder Universitäten, sondern auch bei einzelnen Menschen und damit auch Berufsanfängern, beobachtet werden kann. Sowohl in der positiven Ausprägung - Kompetenzentwicklung, als auch in der negativen Ausprägung - Kompetenzverlust.
In dem zweiten Kapitel dieser Arbeit wurden die theoretischen Grundlagen erörtert. Die notwendigsten Begriffe wurden definiert. Das mentale Modell dient dem Überblick über die wichtigsten Themenbereiche und setzt die Begriffe und die Definitionen in Verhältnis zueinander. Damit wird der einleitende Teil abgeschlossen. Folglich werden die einzelnen Theorien, die für die Forschungsfragen relevant sind, kritisch analysiert.
Es folgt das dritte Kapitel: Voraussetzungen für gelungene Kompetenzentwicklung bei Berufsanfängern