Was ist eine Filiale und welche Filialtypen gibt es?

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Definition des Begriffs Filiale und Arten von Filialunternehmen aufgeteilt nach Filialtypen.

Definition des Begriffs einer Filiale: als Filialunternehmen werden Unternehmen bezeichnet, die unter der gleichen Leitung mehrere räumlich voneinander getrennte Einzelhandelsgeschäfte betreiben.4
Die Frage, ab wann der Unternehmer sich Filialunternehmer nennen kann ist noch nicht eindeutig geklärt. Laut Tietz und des Ausschuss für Begriffsdefinition ist ein Filialunternehmer nach fünf vorhandenen räumlich getrennten Verkaufsstellen erst einer.5

Lerchenmüller, Falk/Wolf und Barth hingegen definieren ein Unternehmen als Filialunternehmen, wenn dieser über zehn räumlich getrennte Verkaufsstellen verfügt.6

Beschreibung der verschiedenen Filialtypen


Bei der Beschreibung der verschiedenen Handelsformen greifen wir auf die Erkenntnisse der Handelsforschung zurück. Diese Unterscheidet zwischen der Institutionen orientierten, der Funktionen orientierten und der Waren orientierten Perspektive.

Der institutionellen Handel ermöglicht es bestehende Organisationsformen aus dynamischer und statistisch deskriptiver Sicht zu betrachten. Bei der dynamischen Sicht werden die Veränderungen der  Betriebsformen untersucht. Bei der statistisch deskriptiven geht es um die Abgrenzung der verschiedenen Organisationen voneinander. Dies geschieht durch die Zusammenfassung ähnlicher  Merkmale der Organisationen.

Funktioneller Handel umfasst jeglichen Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen Wirtschaftspartnern. Institutionell: Er umfasst jene Wirtschaftsbetriebe „ ... deren wirtschaftliche Tätigkeit ausschließlich oder überwiegend dem Handel im funktionellen Sinn zuzurechnen ist."9

Beratungsintensiver Einzelhandel wird dem funktionellen Handel zugeordnet: Die Beratungsfunktion  soll der Werbung des Produktes dienen und damit den Absatz fördern.
Dies geschieht in dem der Konsument  über die Verfügbarkeit und die Qualitätsmerkmale des Produktes aufmerksam gemacht wird. Die Merkmale des Produktes sollen dem Konsumenten die Bedürfnisbefriedigung vermitteln  die es beim Kauf erfüllen würde.

Die aktuelle Entwicklung zeigt uns, das Unternehmen in dem Streben sind dem Kunden flächendeckend die Produkte anzubieten. Dies erfolgt durch die Erweiterung ihrer Zweigstellen & Filialen.
Die Entwicklungen im Lebensmittelhandel wie auch im Elektrofachhandel zeigen uns deutlich, dass die Marktanteile zugunsten der freiwilligen Ketten, Massen- und Filialunternehmungen und zu Lasten des nichtorganisierten Einzelhandels gehen.

Filialunternehmen, wie die, die im Lebensmittelhandel dominieren erhöhen auch in Non-Food Branchen von Jahr zu Jahr ihre Marktbedeutung. Die Wachstumsmögichkeiten für Einzelhandelsunternehmen sind häufig/oft an den bestehenden Standorten begrenzt. Aus diesem Grund ist die Filialisierung  als eine Entwicklung zu verstehen, die zur langfristigen Sicherung der Marktstellung von expansiven und erfolgreichen  Einzelhandelsbetrieben dient.


Denn der  Stillstand  des  Unternehmenswachstums würde im Falle eines expansiven Marktes  zu  einem Rückgang der relativen Marktstellung führen.


Als Filiale werden meist Unternehmen klassifiziert, die lokal, regional, national wie auch international vertreten sind. Die Motivation zur Filialisierung entstand ursprünglich gesehen aus der Notwendigkeit, die Produkte (Ware) an die Konsumenten zu bringen, die über ein Absatzgebiet verteilt sind.


Warenorientierter Handel stellt  die Produkte im Vordergrund und unterscheidet die Produkte nach der Erklärungsbedürftigkeit in dem sie zwischen convenience goods, shopping goods und speciality goods unterscheidet. Es erfolgt auch eine Differenzierung der Produkte nach der Häufigkeit des  Konsums. Die wichtigste Frage dabei ist die, ob das Produkt, täglich, periodisch oder aperiodisch konsumiert. Bei dem beratungsintensiven Einzelhandel geht es meist um erklärungsbedürftige Güter, die  bei  den Konsumenten eine wichtige Bedeutung haben. Der Kauf dieser Güter ist daher mit einer  intensiven Beratung verbunden. Denn  der Informationsbedarf seitens der Kunden ist sehr hoch. Die intensive Auseinandersetzung vor dem Kaufprozess  ist unter anderem der Grund, weshalb sie unter  Special goods fallen.

Um Handelsbetriebe voneinander abzugrenzen gibt es verschiedene Kriterien, die zur näheren Bestimmung eingesetzt werden. Ein Kriterium ist die Bestimmung des Absatzgebietes. Hierbei wird unterschieden, ob es ein Binnenhandels-oder Außenhandelsunternehmen ist.
Die  Unterscheidung  anhand des Endkunden ist auch möglich Ist der Kunde der Endverbraucher, so handelt es sich um Einzelhandel. Falss der Kunde gewerblich aktiv ist
( Wiederverkäufer, Weiterverarbeiter), handelt es sich um Großhandel.

In der Vergangenheit war die Zuordnung der Unternehmenstypen einfacher da es sich  entweder um Einzelhandelsbetriebe oder Großhandelsbetriebe handelte.
Die Zuordnung der  Unternehmenstypen ist mittlerweile sehr viel Komplexer geworden.
Die Dynamik, die im Handelsbereich herrscht führt zu ständigen Veränderungen & Neuentwicklungen der Unternehmenstypen und Organisationsformen.


Aktuell erfolgt die Unterscheidung  durch Bedienprinzip, Verkaufsfläche, Standort, Preislage und Vertriebskanal. Die hieraus resultierende Unternehmenstypen sind folgende: Fachgeschäfte, Warenhäuser, Verbrauchermärkte, Online-Versand und Multimediamärkte.

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Autor: Krzysztof