Ärger und schlechte Erfahrungen mit dem Bafög? wer kann berichten?

Veröffentlicht am: in der Kategorie: Studium

nach meinem erstantrag musste ich echt ganze 6 monate auf mein geld warten! und es hätte noch länger gedauert, wenn ich nicht angefangen hätte, druck zu machen.. dieses jahr habe ich im mai meinen antrag gestellt (für oktober) und mir mitte diesen monats sagen lassen, dass ich mindestens einen monat werde irgendwie überbrücken müssen, weil der antrag nicht rechtzeitig bearbeitet werden kann. klar, ich meine, 5 monate vergehen ja auch wie im flug.. gez-bescheinigung? miete? strom? essen? tja, pech gehabt..

Wer von Euch hat schon man Ärger oder schlechte Erfahrungen mit dem Bafög und Bafögamt gemacht? Könnt Ihr von Euren Problemen und Lösungen berichten?

Also bei mir ist es definitiv die Tatsche, dass ich mehr Bafög- Schrott erledigen muss, als dass ich studieren kann. Nach dem Grundstudium stand ich drei Semester Mietezahlend ohne Geld da, weil das System so ausgerichtet ist, dass das Amt auf die Scheine wartet, die die Profs noch nicht fertig haben. ÄTZEND!!! Und jetzt vor dem Examen das Gleiche schon wieder. Wer hat sich das ausgedacht?!

- ich hab diesen Monat mal einfach 200 Euro weniger bekommen, weil ein Fehler in der Datenbank aufgetreten ist. Natürlich wird der fehlende Betrag erst nächsten Monat überwiesen. Nicht, dass ich das Geld jetzt bräuchte...Aber das interessiert da natürlich auch niemanden...

-Das stimmt allerdings. Du machst denen klar, dass Du verzweifelt bist und Miete zahlen musst und es Dir nicht leisten kannst, Wochenlang zu warten, und dass Du schließlich unschuldig am aktuellen Dilemma bist, und die Sesselfurzer sagen Dir: "Jaaaa, kommen se morgen mal wieder. Mach jetzt Mittag." Oder "kann ich nicht ändern, ist ja wohl EINMAL nicht so schlimm". Hab ich auch alles schon erlebt.
Die sollten mal einmal selbst in so einer Lage stecken, damit die mal sehen, was das bedeuten kann.
Echt, als ob man als Student nichts anderes zu tun hat.

-Das kommt mir alles sehr bekannt vor...
Habe letztes Jahr für ein Semester Auslandsbafög beantragt.--> Was für ein Wahnsinn an Aufwand...was ich da in der UNI-Verwaltung für Klinken geputzt habe um die nötigen Nachweise zu bekommen war nicht mehr feierlich, ganz zu schweigen von dem zeitlichen Aufwand in der Prüfungszeit der die ein oder andere Note unvorteilhaft beeinflusst hat. Und das Ergebnis-->Antrag abgelehnt da dem Bedarf von 600 Euro ein anrechenbares Einkommen von 640 Euro entgegenstand......arrrghhh
Nun gut, dieses Jahr wurde mein Vater pensioniert und so kann ich mir wenigstens für mein letztes Semester berechtigte Hoffnung machen einmal im Leben BAföG zu bekommen.
Irgendwie hab ich das Gefühl, BAföG bekommen nur diejenigen mit assozialen oder verrenteten Eltern. Da fehlt absolut die Verhältnismässigkeit. Da können 100 Euro Einkommen mehr oder weniger schon Ablehnung oder 300 Euro BAföG bedeuten.
Die 500 Euro Studiengebühren die dann ab SS 2007 erhoben werden schiessen den Vogel ab.
Da kann man schon mal übers Auswandern nachdenken;-)

-hab da nen guten Tipp für alle Mädels: Kind kriegen!
1. Bekommt man da noch mehr Bafög und
2. kann man das Kind als druckmittel einsetzen.
Hab ne Freundin mit Kind, die über 3 Monate kein Bafög bekommen hat. Die ist einfach mit der quengeligen Kurzen (vorm Mittagessen und Mittagsschlaf) ins Bafögamt getigert und hat da Druck gemacht.
Und innerhalb einer Woche hatte die den Bescheid zuhause liegen. Ja, so geht das!
Nachteil: Die kriegt keinen Wohngeldzuschuss vom Bafögamt mehr, da ihre Wohnung nicht mehr groß genug ist. Teilt sich ja jetzt die Wohnung mit ihrer Kurzen. Im klartext bewohnt sie nur noch die Hälfte der qm. Also kein geld mehr vom Bafög. Tipp von denen: Miete von der Tochter einfordern! (KEIN SCHERZ!)

-Genauso lief das bei mir auch. Du kannst aber eine Studienabschlußförderung beim Bafög- Amt beantragen. Die läuft maximal ein Jahr, und man muss sie KOMPLETT zurückzahlen, und das auch ziemlich bald danach. Auf meine Frage, wie ich das direkt nach dem Examen machen soll, so zwischen Studium und Referendariat, sagte mein Berater, einem nackten Mann könne man nicht in die Tasche greifen.
Schriftlich gibt es dazu nichts, die Broschüren sind aus den 70ern mit DM, die galten schon Mitte der Siebziger nicht mehr. Und im Internet gibt es nichts, denn (Zitat Berater:) "Wir haben kein Internet, dann könnten wir ja privat surfen."
Klasse.
Nachteil: Man kann das nur beantragen, wenn man sich komplett für das Examen angemeldet hat. Wenn man also gesplittet erst die Arbeit schreibt, und DANN (einen Block danach) die Prüfungen macht, kriegt man Bafög ein halbes Jahr zu spät, weil die komplette Anmeldung noch fehlt.

Vor 2 Jahren ist meine Tante gestorben... meine Eltern haben mir damals nur gesagt, dass ich etwas Geld geerbt hätte... Ich habe mich um das Geld nicht weiter gekümmert, hatte anderes im Kopf... Beim Ausfüllen des nächsten Bafögantrages hab ich dann überlegt wie viel Geld ich auf dem Girokonto habe, hab das dann auch lieb eingetragen... Vor 4 Wochen hab ich dann einen Brief bekommen, dass vom Bafögamt meine Konten überprüft wurden, und die auf Unstimmigkeiten getroffen sind... Sie wollten dann genau Eine Auflistung der Geldbeträge aller Konten... dabei waren auch das Konto mit dem geerbten Geld (an das ich echt nicht gedacht hatt, das anzugeben... es waren 3000 Euro) und ein Konto von meiner Oma, das sie mal als ich geboren wurde für mich angelegt hatte, von dem ich gar nichts wusste...
... jetzt steh ich da und muss in den nächsten Monaten 5000 Euro Bafög zurückzahlen, weil ich sie unrechtmäßig bekommen habe... Hätte ich das Geld einfach vom Konto genommen, wäre das alles kein Problem gewesen... hab ich aber nicht dran gedacht...
Im letzten Semester war ich in Norwegen und habe da recht viel Geld ausgegeben, weil es so teuer ist... Das heisst Faktisch jetzt: Ich bin total Bankrott! Alles Geld was ich noch besitze vom Erbe muss ich direkt zurückgeben und ich hab dann insgesamt noch etwa 1000 Euro Schulden plus ein eventuells Bußgeld wegen Kreditbetrugs... Ich bin im Arsch... hätt ich den ganzen Bafög Scheiß mal nicht gemacht... jetzt muss ich mir Geld vom meinen Eltern leihen um mir was zu essen zu Kaufen...seeeehr dummes Gefühl...

Aber: Das war noch nicht alles!!!! Ich würde ja sogar wieder Bafög bekommen, sobald das mit der Rückzahlung erledigt wäre... aber....
Ich habe Lebensmittelchemie studiert... Die Professoren haben uns gesagt, wir sollten uns nebenher auch bis zum 4. Semester für Chemie einschreiben, weil wir dann einige Vorteile in bestimmten Prüfungen hätten (Vordiplom etc.)... Genau das habe ich gemacht. Chemie gefiel mir dann allerdings sogar noch besser als Lebensmittelchemie, also hab ich mich nach dem 4. Semester für Lebensmittelchemie exmatrikuliert und nur noch chemie gemacht...
Die Regelstudienzeit für Lebensmittelchemie ist 8 Semester, für Chemie 9... Jetzt sagt mir der Penner vom Bafögamt, dass ich nur 8 Semester gefördert werde, weil ich ja Lebensmittelchemie studiere... TU ICH ABER NICHT... Ich studiere Chemie!!! Naja, fakt ist, ich hätt mich bis zum 3. Semester für Lebensmittelchemie exmatrikulieren müssen... Aber die Professoren haben ja gesagt, man soll BEIDES bis zum 4. Semester machen...
Der Bafögpenner sah das gar nicht ein... wäre mein Problem und nicht sein... Er wäre ja nicht die Uni...
Naja... nun bin ich Bankrott... und weil ich jetzt im 9. Semester bin, bekomm ich GAR nix mehr... obwohl ich ALLES an Scheinen gemacht habe...

-Hey..ihr bekommt aber wenigstens Bafög.
Ich wohne noch bei meinen Eltern, weil es sonst viel zu teuer werden würde..Also nichts mit in andere Stadt ziehen und so..
Bafög bekomme ich nicht, weil wir knapp über der Grenze sind.Keinen Cent.

Also heißt es nebenbei arbeiten..Freizeit bleibt da nicht...
Wenn ich aber zum Beispiel eine Freundin von mir sehe: Die bekommt den Höchstsat(mit zusätzlich wohngeld glaub ich), hat also ne eigene Wohnung, kann dauernd feiern gehen, geht nicht nebenher arbeiten und kommt mit ihrem Bafög echt gut klar(Eltern zahlen keinen Cent mehr).
Würde die nebenher noch soviel arbeiten, wie es viele andere Studenten auch tun müssen(und auch die müssen lernen), dann hätte sie ca. 800 Euro im Monat zur Verfügung. Da kann man sich ja wohl kaum beschweren...

So, dass das mit dem beantragen des Bafögs auch ganz schön scheiße ist, und das mit den Scheinen von der Uni auch nicht immer optimal läuft ist richtig...Aber 500 Euro im Monat zur Verfügung zu haben, ohne dafür nebenher arbeiten zu müssen, ist für eine Person ausreichend würd ich sagen...

Die Sache ändert sich mit den jetzt eingeführten Studiengebühren. Das ist richtig.