Bokashi-Kompost in der Wohnung
Anleitung: Wie verwende ich Küchenabfälle ohne Geruchsbildung zur Düngergewinnung auf dem Balkon?
Projekt-Plan
Kaufe ein Set mit zwei Eimern, um einen kontinuierlichen Kreislauf zu ermöglichen (während einer fermentiert, wird der andere befüllt). Achte darauf, dass EM-aktiv (flüssig) oder Bokashi-Ferment (Kleie) sowie eine Glättkelle zum Verdichten im Lieferumfang enthalten sind.
Erledigt, wenn: Das Set inklusive Mikroorganismen in deiner Wohnung bereitsteht.
Platziere den Eimer an einem Ort mit Zimmertemperatur (ca. 18-22°C), z.B. unter der Spüle oder in einer Nische. Die Mikroorganismen arbeiten bei Wärme am effizientesten. Vermeide direkte Sonneneinstrahlung oder kalte Balkonlagerung während der aktiven Phase.
Erledigt, wenn: Der erste Eimer einsatzbereit an seinem festen Platz steht.
Sammle Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz, Teereste und sogar gekochte Speisereste oder kleine Mengen Fleisch/Fisch. Wichtig: Schneide alles klein, um die Oberfläche für die Mikroorganismen zu vergrößern und Hohlräume zu minimieren. Vermeide stark verschimmelte Lebensmittel.
Erledigt, wenn: Eine erste Portion zerkleinerter Abfälle (ca. 5-10 cm Schichthöhe) bereitliegt.
Gib die Abfälle in den Eimer. Streue pro Schicht ca. 2 Esslöffel Bokashi-Ferment (Kleie) darüber oder besprühe sie großzügig mit EM-aktiv. Dies verhindert Fäulnis und startet die Milchsäuregärung.
Erledigt, wenn: Die Abfälle im Eimer mit Startermaterial bedeckt sind.
Drücke den Inhalt mit der Kelle oder einem Kartoffelstampfer fest nach unten. Ziel ist es, sämtliche Lufteinschlüsse zu eliminieren, da Bokashi ein anaerober (sauerstofffreier) Prozess ist. Lege optional einen flachen Teller oder einen Sandsack direkt auf die Masse, um den Druck aufrechtzuerhalten.
Erledigt, wenn: Die Oberfläche fest komprimiert und der Deckel luftdicht verschlossen ist.
Öffne den Ablasshahn am Boden des Eimers. Der austretende Sickersaft ist ein hochkonzentrierter Dünger. Achtung: Er riecht säuerlich (wie Sauerkraut), darf aber nicht faulig stinken.
Erledigt, wenn: Die Flüssigkeit vollständig in ein Gefäß abgelaufen ist.
Mische den Bokashi-Saft im Verhältnis 1:100 (10 ml Saft auf 1 Liter Wasser) mit Gießwasser. Für Jungpflanzen nutze 1:200. Verwende den Saft zeitnah, da er nicht lagerstabil ist. Unverdünnt eignet er sich hervorragend als biologischer Abflussreiniger.
Erledigt, wenn: Deine Pflanzen mit der Nährstofflösung gegossen wurden.
Wenn der Eimer voll ist, verschließe ihn ein letztes Mal luftdicht und lasse ihn 2 Wochen ungeöffnet bei Zimmertemperatur stehen. In dieser Zeit beginnt der zweite Eimer seinen Dienst. Zapfe weiterhin regelmäßig den Saft ab.
Erledigt, wenn: Die 14 Tage Ruhezeit verstrichen sind und der Inhalt leicht säuerlich riecht.
Mische das fertige Bokashi-Ferment (das noch wie die ursprünglichen Abfälle aussieht, aber fermentiert ist) in einer großen Kiste oder einem Kübel mit alter Blumenerde. Mischverhältnis: 1 Teil Bokashi auf 2 Teile Erde. Decke das Ganze mit einer 5-10 cm dicken Schicht reiner Erde ab, um Gerüche und Insekten zu vermeiden.
Erledigt, wenn: Das Ferment vollständig unter der Erdschicht vergraben ist.
Lasse die Mischung auf dem Balkon ruhen. Die Mikroorganismen und Bodenlebewesen verwandeln das saure Ferment nun in tiefschwarze, nährstoffreiche Humuserde. Im Winter kann dieser Prozess bis zu 8 Wochen dauern.
Erledigt, wenn: Die groben Strukturen der Abfälle nicht mehr erkennbar sind und die Erde gebrauchsfertig ist.
Spüle den leeren Eimer gründlich mit heißem Wasser und einem Schuss Essigessenz aus. Reinige insbesondere das Sieb und den Zapfhahn, um Rückstände zu entfernen, die bei der nächsten Charge Fäulnis verursachen könnten.
Erledigt, wenn: Der Eimer sauber und trocken für den nächsten Einsatz bereitsteht.