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Digitaler Nachlass im Beruf

K
von @Krzysztof
Karriere & Beruf

Wie organisiere ich meine beruflichen Accounts und Daten für den Fall eines plötzlichen Ausscheidens?

Projekt-Plan

9 Aufgaben
1.

Erfasse in einer Tabelle (Excel oder Notion) alle geschäftskritischen Konten.

  • E-Mail: Outlook/Exchange, Gmail Business
  • Social Media: LinkedIn, XING
  • Cloud-Speicher: OneDrive, Google Drive, Dropbox
  • Spezial-Software: CRM (Salesforce/HubSpot), Projektmanagement (Jira/Asana), Admin-Panels
  • Finanzen: PayPal Business, Online-Banking. Erledigt, wenn: Eine vollständige Liste mit Account-Name, Zweck und hinterlegter Wiederherstellungs-E-Mail vorliegt.
2.

In Deutschland ist der digitale Nachlass vererblich, aber bei beruflichen Accounts greift oft das Fernmeldegeheimnis, wenn private Nutzung erlaubt ist.

  • Prüfe deinen Arbeitsvertrag oder die Betriebsvereinbarung auf Klauseln zur privaten E-Mail-Nutzung.
  • Wenn private Nutzung erlaubt ist, haben Erben oft keinen Zugriff auf den Account ohne explizite Vollmacht.
  • Notiere, ob du eine separate transmortale Vollmacht für den Berufskontext benötigst. Erledigt, wenn: Klarheit darüber herrscht, ob der Arbeitgeber oder die Erben Primärzugriff haben.
3.

Nutze Bitwarden (Empfehlung 2025 aufgrund von Open-Source und DSGVO-Konformität).

  • Erstelle einen Account.
  • Übertrage alle beruflichen Passwörter aus Browsern oder unsicheren Listen in den Tresor.
  • Aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) via App (z.B. Aegis oder Bitwarden Authenticator). Erledigt, wenn: Alle beruflichen Zugangsdaten verschlüsselt in Bitwarden gespeichert sind.
4.

Gehe in der Bitwarden Web-App auf Einstellungen -> Notfallzugriff.

  • Füge eine Vertrauensperson (E-Mail) hinzu.
  • Wähle den Zugriffstyp 'Übernahme' (Vollzugriff) oder 'Nur Ansicht'.
  • Setze die Wartezeit auf 7 Tage (Sicherheitsfrist, in der du die Anfrage ablehnen könntest). Erledigt, wenn: Die Vertrauensperson die Einladung bestätigt hat und im System als Notfallkontakt gelistet ist.
5.

Falls du Google Workspace/Gmail nutzt: Gehe auf myaccount.google.com/inactive.

  • Lege fest, ab wann das Konto als inaktiv gilt (z.B. 3 Monate).
  • Trage bis zu 10 Personen ein, die benachrichtigt werden sollen.
  • Wähle aus, welche Daten (Drive, Mails, Kontakte) geteilt werden.
  • Aktiviere die Option, dass das Konto nach der Datenweitergabe gelöscht wird. Erledigt, wenn: Der Plan aktiviert ist und die Bestätigungs-E-Mail von Google vorliegt.
6.

Schreibe eine kurze Anleitung für deinen Nachfolger oder die Vertrauensperson.

  • Struktur: Wo liegen wichtige Dokumente? Welche Abos müssen gekündigt werden?
  • Hardware: PINs für Firmenhandy und Laptop (oder Hinweis auf Bitwarden).
  • Kundenkontakte: Wer muss sofort informiert werden?
  • Speichere dieses Dokument als PDF in einem verschlüsselten Bereich oder drucke es für den physischen Notfallordner aus. Erledigt, wenn: Ein zweiseitiges Dokument existiert, das den Betrieb für 14 Tage ohne dich sichert.
7.

Um rechtliche Konflikte für Erben zu vermeiden:

  • Lösche private Browser-Verläufe und gespeicherte private Passwörter im Browser.
  • Verschiebe private Fotos/Dokumente auf einen privaten Cloud-Speicher oder USB-Stick.
  • Nutze Tools wie CCleaner, um temporäre Dateien sicher zu entfernen. Erledigt, wenn: Das Arbeitsgerät keine sensiblen privaten Informationen mehr enthält.
8.

Setze einen konkreten Termin im Kalender (z.B. nächster Freitag, 10:00 Uhr).

  • Erkläre der Person, dass sie als Notfallkontakt in Bitwarden hinterlegt ist.
  • Zeige den physischen Ort des Notfallordners oder den digitalen Speicherort des Handbuchs.
  • Kläre die Erwartungshaltung (Was soll im Ernstfall passieren?). Erledigt, wenn: Das Gespräch stattgefunden hat und die Person weiß, wie sie im Notfall reagieren muss.
9.

Erstelle eine wiederkehrende Aufgabe im Kalender (alle 3 Monate).

  • Checkliste: Passwörter aktualisieren, neue Accounts zur Liste hinzufügen, Notfallkontakt-Status prüfen.
  • Nächster Termin: [In 90 Tagen ab heute]. Erledigt, wenn: Die Serientermine für das gesamte Jahr im Kalender eingetragen sind.
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