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Entschuldigen lernen

K
von @Krzysztof
Kommunikation & Soziales

Wie formuliere ich eine Entschuldigung, die wirklich ankommt, statt nur Ausreden zu suchen?

Projekt-Plan

6 Aufgaben
1.

Die Forschung von Roy Lewicki (Ohio State University) zeigt, dass eine Entschuldigung umso wirksamer ist, je mehr dieser 6 Elemente sie enthält. Notiere dir diese Punkte für dein nächstes Gespräch:

  1. Ausdruck von Bedauern („Es tut mir leid“).
  2. Erklärung des Fehlers (Was ist passiert? Ohne Ausreden!).
  3. Anerkennung von Verantwortung („Es war mein Fehler“).
  4. Reuebekenntnis („Ich bereue mein Verhalten“).
  5. Angebot zur Wiedergutmachung („Wie kann ich es wiedergutmachen?“).
  6. Bitte um Verzeihung („Kannst du mir verzeihen?“).

Erledigt, wenn: Die 6 Punkte handschriftlich oder digital als Gedankenstütze für das nächste Konfliktgespräch notiert sind.

2.

Jeder Mensch gewichtet Entschuldigungen anders. Analysiere, welche der 5 Sprachen nach Gary Chapman & Jennifer Thomas für dich am wichtigsten ist, um sie auch bei anderen gezielter einzusetzen:

  • Bedauern ausdrücken: Fokus auf die emotionale Verletzung.
  • Verantwortung übernehmen: Fokus auf das Eingeständnis des Fehlers.
  • Wiedergutmachung: Fokus auf Taten statt Worte.
  • Reue zeigen: Fokus auf die Absicht, sich zu ändern.
  • Um Vergebung bitten: Fokus auf die Wiederherstellung der Beziehung.

Erledigt, wenn: Du für dich selbst festgelegt hast, welche dieser 5 Sprachen du am ehesten als „echt“ empfindest.

3.

Laut Harriet Lerner („Why Won't You Apologize?“) macht ein „Aber“ jede Entschuldigung zunichte, da es die Schuld relativiert. Übung: Formuliere 5 typische Sätze um:

  • Falsch: „Es tut mir leid, dass ich zu spät kam, aber der Verkehr war schrecklich.“
  • Richtig: „Es tut mir leid, dass ich zu spät kam. Ich weiß, dass deine Zeit wertvoll ist und ich werde nächstes Mal mehr Puffer einplanen.“

Erledigt, wenn: 5 konkrete „Aber-Sätze“ aus deinem Alltag ohne Relativierung schriftlich neu formuliert wurden.

4.

Eine Entschuldigung scheitert oft, weil wir uns rechtfertigen wollen. Übe die Technik von Harriet Lerner:

  • Höre zu, ohne zu unterbrechen.
  • Suche nicht nach Fehlern in der Schilderung des anderen.
  • Sage: „Erzähl mir mehr darüber, wie dich mein Verhalten beeinflusst hat.“
  • Widerstehe dem Drang, deine Sicht der Dinge sofort „richtigzustellen“.

Erledigt, wenn: Du in einem Gespräch (auch bei kleiner Kritik) mindestens 3 Minuten zugehört hast, ohne ein Gegenargument zu bringen.

5.

Worte sind „billig“, wenn keine Taten folgen. Überlege dir für einen aktuellen oder vergangenen Fehler eine aktive Wiedergutmachung.

  • Beispiel Arbeit: Ein Projekt verzögert sich -> Übernimm eine Zusatzaufgabe, um das Team zu entlasten.
  • Beispiel Privat: Einen Termin vergessen -> Plane eine Aktivität, die dem anderen besonders gefällt, als Ausgleich.

Erledigt, wenn: Eine konkrete Handlung (nicht nur ein Versprechen) für die nächste Woche terminiert ist.

6.

Nutze die Struktur aus Schritt 1 für eine reale Situation.

  1. Vereinbare einen Termin für das Gespräch.
  2. Gehe die 6 Punkte (Bedauern, Erklärung, Verantwortung, Reue, Wiedergutmachung, Bitte) nacheinander durch.
  3. Achte darauf, dass du die Verantwortung zu 100% übernimmst, auch wenn der andere eine Teilschuld trägt.

Erledigt, wenn: Das Gespräch stattgefunden hat und du alle 6 Komponenten der Lewicki-Methode ausgesprochen hast.

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