Offizielle Vorlage

Freelancer-Stundensatz berechnen

K
von @Krzysztof
Finanzen & Geld

Wie kalkuliere ich meinen Stundensatz als Selbstständiger unter Berücksichtigung von Inflation und Sozialversicherung?

Projekt-Plan

9 Aufgaben
1.

Erstelle eine Liste deiner monatlichen Privatausgaben. Berücksichtige dabei:

  • Wohnen (Miete/Kredit, Nebenkosten, Internet)
  • Lebensmittel & Haushalt
  • Freizeit & Mobilität (Auto, ÖPNV, Hobbys)
  • Private Vorsorge (Berufsunfähigkeit, Haftpflicht). Nutze hierfür am besten eine einfache Excel-Tabelle oder ein Haushaltsbuch-Tool wie Finanzguru. Erledigt, wenn: Eine Summe für den monatlichen Netto-Bedarf feststeht.
2.

Notiere alle Kosten, die direkt durch deine Selbstständigkeit entstehen:

  • Software-Abos (z.B. Lexoffice für Buchhaltung, Adobe Cloud, Microsoft 365)
  • Versicherungen (Betriebshaftpflicht, Rechtsschutz)
  • Arbeitsmittel (Hardware-Abschreibung, Büromaterial)
  • Marketing & Weiterbildung (Website-Hosting, Coaching). Erledigt, wenn: Die jährlichen Gesamtkosten für den Betrieb deines Business bekannt sind.
3.

Gehe von 365 Tagen aus und ziehe konsequent ab:

  • Wochenenden (104 Tage)
  • Feiertage (ca. 10-12 Tage, je nach Bundesland)
  • Urlaub (plane mindestens 25-30 Tage ein)
  • Krankheitstage (statistischer Durchschnitt 2024: ca. 15 Tage). Rechne mit ca. 210 realen Arbeitstagen pro Jahr. Erledigt, wenn: Die Anzahl deiner verfügbaren Arbeitstage pro Jahr feststeht.
4.

Setze die aktuellen Sätze für Deutschland (Stand 2025) an:

  • Krankenversicherung (GKV): ca. 14,6 % + Zusatzbeitrag (Ø 1,7 %) = 16,3 % (bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 66.150 €/Jahr)
  • Pflegeversicherung (PV): 3,4 % (mit Kind) oder 4,0 % (kinderlos)
  • Rentenversicherung (RV): 18,6 % (falls pflichtversichert oder freiwillig gewünscht). Bedenke, dass du als Selbstständiger den vollen Beitrag (Arbeitgeber- + Arbeitnehmeranteil) trägst. Erledigt, wenn: Die monatliche Belastung für Sozialabgaben in Euro berechnet ist.
5.

Schlage auf deine Kosten folgende Faktoren auf, um zukunftssicher zu sein:

  • Inflationsausgleich: Addiere 3-4 % auf deine Gesamtkosten (Basis 2025 Prognose).
  • Risikopuffer: Addiere 10-20 % für Leerlaufzeiten, Akquisephasen oder unvorhergesehene Reparaturen. Erledigt, wenn: Dein Brutto-Umsatzziel inkl. Puffer und Inflation definiert ist.
6.

Nicht jede Arbeitsstunde ist verkaufbar. Ziehe Zeit für Buchhaltung, Marketing und Akquise ab.

  • Realistischer Wert: 5 bis 6 fakturierbare Stunden bei einem 8-Stunden-Tag.
  • Formel: [Arbeitstage] x [fakturierbare Stunden] = Gesamtstunden pro Jahr. Erledigt, wenn: Du deine jährliche Kapazität an abrechenbaren Stunden kennst.
7.

Nutze die Formel: (Jahres-Netto-Wunschgehalt + Sozialversicherung + Betriebskosten + Steuerrücklage) / fakturierbare Stunden. Verwende zur Verifizierung den professionellen VGSD Stundensatzrechner oder das Tool von Freelancermap. Erledigt, wenn: Ein konkreter Euro-Betrag als Stundensatz feststeht.

8.

Prüfe, ob dein berechneter Satz marktfähig ist. Laut Freelancer-Kompass 2025 liegen die Durchschnitte bei:

  • IT/Software: ca. 95-105 €
  • Beratung/Management: ca. 100-110 €
  • Design/Medien: ca. 75-85 €. Liegt dein Satz deutlich darunter, erhöhe ihn sofort, um Selbstausbeutung zu vermeiden. Erledigt, wenn: Dein Satz gegen aktuelle Marktdaten 2025 validiert wurde.
9.

Um deinen Stundensatz in der Praxis zu kontrollieren, musst du wissen, wie lange du wirklich an Projekten arbeitest.

  • Erstelle Accounts für deine Projekte.
  • Tracke konsequent jede Minute.
  • Evaluiere nach einem Monat: Entspricht der 'Effektive Stundensatz' (Umsatz / tatsächlich investierte Zeit) deiner Kalkulation? Erledigt, wenn: Das erste Projekt mit Toggl Track oder Clockify vollständig erfasst wurde.
0
0

Diskussion

Melde dich an, um an der Diskussion teilzunehmen.

Lade Kommentare...