Gender-Sprache
Wie kommuniziere ich in einem Team, das unterschiedliche Ansichten zum Gendern hat, ohne zu polarisieren?
Projekt-Plan
Nutze dieses Buch, um die amtlichen Regelungen und die empfohlenen Ausweichformen (neutralisierende Begriffe) zu verstehen. Konzentriere dich besonders auf Kapitel 3 (Ersatzformen), um Alternativen zu Sonderzeichen zu finden, die oft polarisieren.
- Fokus: Substantivierung (z.B. 'Lehrkraft' statt 'Lehrer*in')
- Fokus: Partizipialformen (z.B. 'Mitarbeitende')
- Fokus: Direkte Ansprache. Erledigt, wenn: Die 5 wichtigsten neutralen Ersatzformen für deinen Berufsalltag notiert sind.
Ersetze aktiv Begriffe, die eine geschlechtsspezifische Endung haben, durch geschlechtsneutrale Alternativen aus der Datenbank von Johanna Usinger.
- Suche nach Begriffen wie 'Kollegen', 'Experten' oder 'Kunden'.
- Wähle die 'neutrale' Option (z.B. 'Team', 'Fachleute', 'Kundschaft'), um die Lesbarkeit zu erhalten und niemanden durch Sonderzeichen (Sternchen/Doppelpunkt) zu provozieren. Erledigt, wenn: 10 E-Mails ohne ein einziges Gender-Sonderzeichen, aber dennoch inklusiv versendet wurden.
Konfiguriere das Tool so, dass es dich auf geschlechtergerechte Sprache hinweist.
- Gehe in die Einstellungen -> 'Sprachausgabe' -> 'Gendern'.
- Das Tool markiert maskuline Formen und schlägt Alternativen vor, bevor du auf 'Senden' klickst.
- Dies hilft, unbewusste Muster zu durchbrechen, ohne dass du jedes Wort manuell prüfen musst. Erledigt, wenn: Das Add-on im Browser aktiv ist und die erste Korrektur in einem Dokument vorgenommen wurde.
Initiiere beim nächsten Team-Meeting einen kurzen Austausch nach der 'Pragmatismus-Formel'.
- Sage: 'Ich möchte, dass sich alle angesprochen fühlen, aber die Texte lesbar bleiben. Mein Vorschlag: Wir nutzen primär neutrale Begriffe (Team, Fachkräfte). Ist das für alle ein gangbarer Weg?'
- Vermeide ideologische Debatten.
- Ziel ist die Einigung auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner. Erledigt, wenn: Ein mündliches oder schriftliches 'Go' des Teams für die neutrale Schreibweise vorliegt.
Nimm ein bestehendes Dokument und wende die Passiv-Strategie oder Infinitiv-Konstruktionen an.
- Statt: 'Der Bewerber sollte...' schreibe: 'Wir freuen uns auf Kenntnisse in...'
- Statt: 'Jeder Teilnehmer muss...' schreibe: 'Die Teilnahme erfordert...'
- Dies ist die deeskalierendste Form des Genderns, da sie grammatikalisch unauffällig ist. Erledigt, wenn: Ein Dokument (min. 1 Seite) komplett neutralisiert wurde, ohne dass ein Leser 'Gendersprache' als solche explizit wahrnimmt.
Fixiere die pragmatischen Regeln für dein Team kurz und knapp:
- Neutralität vor Sonderzeichen (z.B. 'Personal' statt 'Mitarbeiter*innen').
- Direkte Ansprache in E-Mails ('Guten Tag zusammen').
- Akzeptanz von Vielfalt: Wer Sternchen nutzen will, darf das; wer neutral schreibt, auch. Erledigt, wenn: Die Notiz im Team-Kanal gepostet und von den Key-Stakeholdern mit einem Emoji bestätigt wurde.