Leinenaggression stoppen
Anleitung: Wie reagiere ich richtig, wenn mein Hund bei Hundebegegnungen in die Leine springt?
Projekt-Plan
Leinenaggression hat oft körperliche Ursachen. Schmerzen im Bewegungsapparat oder eine Schilddrüsenunterfunktion (subklinische Hypothyreose) senken die Stresstoleranz massiv.
- Vereinbare einen Termin speziell für einen 'Verhaltens-Check-up'.
- Bestehe auf die Bestimmung von T4, fT4, T3, fT3 und TSH. Erledigt, wenn: Ein medizinischer Befund vorliegt und körperliche Ursachen ausgeschlossen oder behandelt werden.
Verzichte auf Halsbänder, da Druck auf den Kehlkopf die Aggression durch Schmerz verstärkt.
- Das AnnyX Fun bietet optimale Ellbogenfreiheit.
- Eine 3m Biothane-Leine (ohne Handschlaufe) ermöglicht dem Hund einen größeren Bewegungsradius zur Kommunikation, ohne dass du den Halt verlierst. Erledigt, wenn: Das Equipment am Hund angepasst ist und sicher sitzt.
Das Markersignal kündigt punktgenau eine Belohnung an.
- Wähle ein kurzes, prägnantes Wort (z.B. 'Top' oder 'Click').
- Konditionierung: 10-15 Mal Signal geben -> sofort hochwertiges Futter geben.
- Wiederhole dies an 3 aufeinanderfolgenden Tagen in ablenkungsfreier Umgebung. Erledigt, wenn: Der Hund beim Signal erwartungsvoll zu dir schaut.
Für das Training bei Leinenaggression reicht normales Trockenfutter nicht aus.
- Nutze hochwertiges Protein (Hähnchenbrust, Gouda, Fleischwurst).
- Schneide die Stücke sehr klein (Erbisengröße), damit der Hund nicht lange kauen muss. Erledigt, wenn: Eine Portion für den nächsten Spaziergang in einem Futterbeutel bereitsteht.
Dieses Standardwerk erklärt die Ursachen und bietet klare Trainingsschritte.
- Fokus auf das Kapitel: 'Die Individualdistanz'.
- Verstehe, warum Strafe (Leinenruck) das Problem durch negative Verknüpfung verschlimmert. Erledigt, wenn: Das Buch gelesen und die Kernkonzepte (Distanz, Stress) verstanden wurden.
Du musst in der Lage sein, die Richtung sofort und freudig zu wechseln, bevor dein Hund ausrastet.
- Gib ein Signal (z.B. 'Abdrehen!'), mache eine 180-Grad-Wendung und laufe zügig in die andere Richtung.
- Belohne den Hund massiv, wenn er mitkommt.
- Übe dies 5 Mal pro Spaziergang in neutralen Situationen. Erledigt, wenn: Der Hund auf Signal sofort freudig mit dir die Richtung wechselt.
Basiert auf Dr. Ute Blaschke-Berthold.
- Hund sieht den Auslöser (anderen Hund) in sicherer Distanz.
- In dem Moment des Erblickens sagst du dein Markerwort (z.B. 'Hund' oder 'Top').
- Hund schaut zu dir -> Belohnung.
- Ziel: Der Reiz wird zum Signal für 'Schau zu Herrchen/Frauchen'.
- Frequenz: Bei jeder Hundebegegnung im Alltag anwenden. Erledigt, wenn: Der Hund beim Anblick eines Artgenossen von selbst zu dir schaut (Umorientierung).
Du musst erkennen, wann dein Hund beginnt zu fixieren oder einzufrieren.
- Achte auf: Rutenhaltung, Ohrenstellung, Gewichtsverlagerung.
- Reagiere, wenn der Hund noch ansprechbar ist (bevor er bellt). Erledigt, wenn: Du 3 Anzeichen von Stress bei deinem Hund sicher benennen kannst.
Hunde kommunizieren nicht frontal.
- Gehe bei Sichtung eines anderen Hundes einen großen Bogen (ca. 5-10 Meter, je nach Hund).
- Nutze geparkte Autos oder Hecken als Sichtschutz.
- Frequenz: Konsequent bei jedem Spaziergang. Erledigt, wenn: Du einen Spaziergang ohne 'Ausraster' durch vorausschauendes Handeln absolvierst.
Ein Social Walk ist ein Lernspaziergang an der Leine ohne direkten Kontakt.
- Suche eine Hundeschule in Deutschland, die nach positiver Verstärkung arbeitet (z.B. Trainieren statt Dominieren Netzwerk).
- Frequenz: 1x alle 2 Wochen. Erledigt, wenn: Die erste Teilnahme an einem professionell geführten Social Walk erfolgt ist.