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Mietrecht & Haustiere

K
von @Krzysztof
Wohnen & Umzug

Wie löse ich den Konflikt mit dem Vermieter, wenn dieser die Haltung einer bestimmten Rasse verbieten will?

Projekt-Plan

8 Aufgaben
1.

Prüfe, ob der Vertrag ein pauschales Verbot ("Hunde und Katzen sind verboten") enthält.

  • Gemäß BGH-Urteil (Az. VIII ZR 168/12) sind solche Klauseln in Formularverträgen unwirksam.
  • Unterscheide zwischen einem unwirksamen Totalverbot und einem zulässigen Erlaubnisvorbehalt (Zustimmung erforderlich).
  • Notiere den genauen Wortlaut für die spätere Argumentation. Erledigt, wenn: Die Klausel identifiziert und ihre rechtliche Gültigkeit (wirksam/unwirksam) grob eingeschätzt wurde.
2.

Sammle Dokumente, die die Ungefährlichkeit und Erziehung des Hundes belegen, um Vorurteile gegen die Rasse abzubauen:

  • Wesenstest: Kopie des Gutachtens über die Ungefährlichkeit.
  • Sachkundenachweis: Dein persönlicher Hundeführerschein.
  • Haftpflichtversicherung: Nachweis über Deckung von Mietsachschäden.
  • Steuernachweis: Beleg der Anmeldung bei der Stadt.
  • Foto & Steckbrief: Ein freundliches Foto und eine Beschreibung des Charakters (z.B. 'bellt kaum', 'besucht Hundeschule'). Erledigt, wenn: Eine PDF-Mappe mit allen 5 Dokumenten digital oder physisch bereitliegt.
3.

Pragmatismus schlägt Paragraphen: Ein kurzer Zweizeiler eines alten Vermieters ('Hund hat nie gestört, Wohnung war tadellos') entkräftet das Argument der 'Gefährdung des Hausfriedens'.

  • Kontaktiere den letzten Vermieter.
  • Frage 2-3 aktuelle Nachbarn, ob sie die Haltung schriftlich befürworten würden. Erledigt, wenn: Mindestens ein schriftliches Referenzschreiben vorliegt.
4.

Schreibe einen sachlichen Brief an den Vermieter.

  • Nutze die Argumentation der Einzelfallprüfung (BGH VIII ZR 168/12).
  • Erkläre, warum die Rasse in deinem Fall keine Gefahr darstellt (Verweis auf Portfolio).
  • Erwähne den Gleichbehandlungsgrundsatz, falls andere Mieter im Haus Hunde halten.
  • Setze eine Antwortfrist von 14 Tagen. Erledigt, wenn: Das Schreiben per Einschreiben/Einwurf versendet wurde.
5.

Sichere dich rechtlich ab, falls der Vermieter blockiert.

  • Suche den lokalen Mieterverein (z.B. über mieterbund.de).
  • Die Mitgliedschaft kostet ca. 80-100 € pro Jahr und beinhaltet oft eine Miet-Rechtsschutzversicherung (nach Wartezeit).
  • Lass das Antwortschreiben des Vermieters dort prüfen. Erledigt, wenn: Die Mitgliedsbestätigung vorliegt.
6.

Kalkuliere die Kosten für die Konfliktlösung ein:

  • Wesenstest: ca. 150 - 300 €.
  • Mieterverein: ca. 90 €.
  • Haftpflicht (mit Mietsachschäden): ca. 60 €/Jahr.
  • Erhöhte Kaution: Prüfe, ob du dem Vermieter freiwillig eine (rechtlich begrenzte) Sicherheit für den Bodenbelag anbietest (Achtung: Max. 3 Kaltmieten insgesamt zulässig). Erledigt, wenn: Eine Liste mit den Gesamtkosten erstellt wurde.
7.

Falls der Konflikt unlösbar ist und du umziehen musst:

  • Tag X (Umzug): Zieltermin festlegen.
  • Woche -12: Kündigung der alten Wohnung (3 Monate Frist beachten!).
  • Woche -16: Suche nach 'Hund erlaubt'-Wohnungen auf Portalen wie ImmoScout24 (Filter 'Haustiere erlaubt' nutzen).
  • Woche -20: Erstgespräch mit potenziellen neuen Vermietern direkt mit dem Hunde-Portfolio. Erledigt, wenn: Ein Kalender mit den Meilensteinen markiert ist.
8.

Recherchiere die spezifische Landeshundeverordnung (z.B. HundG NRW oder LHundG BW).

  • Prüfe, ob deine Rasse als 'gefährlich' oder 'Hund bestimmter Rasse' gelistet ist.
  • Stelle sicher, dass du alle behördlichen Auflagen (Maulkorbpflicht, Leinenzwang) erfüllst, um dem Vermieter keine Angriffsfläche zu bieten. Erledigt, wenn: Die für dich geltenden Regeln schriftlich notiert sind.
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