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Ölfarben-Trocknungszeit

K
von @Krzysztof
Kreativität & Hobbys

Wie beschleunige ich das Trocknen von Ölfarben ohne Rissbildung (Einsatz von Malmitteln)?

Projekt-Plan

10 Aufgaben
1.

Besorge dir für die Beschleunigung der Trocknung ein alkydbasiertes Malmittel.

  • Winsor & Newton Liquin Original halbiert die Trocknungszeit (staubtrocken in ca. 1-6 Tagen).
  • Alternativ: Schmincke Medium L (Art. 50042), das den Verlauf verbessert und die Trocknung stark beschleunigt. Erledigt, wenn: Eines der beiden Produkte im Atelier bereitsteht.
2.

Nutze für die ersten Schichten Farben, die von Natur aus schneller trocknen.

  • Schnell: Umbra Natur, Lichter Ocker, Kobaltblau, Preußischblau (trocknen oft in 1-2 Tagen).
  • Langsam (vermeiden): Elfenbeinschwarz, Titanweiß, Zinnoberrot. Erledigt, wenn: Die Palette für die Untermalung überwiegend aus Erdtönen oder Kobaltpigmenten besteht.
3.

Verwende eine Acryl-Grundierung (Gesso) statt einer Öl-Grundierung.

  • Acryl-Gesso ist saugfähiger und entzieht der ersten Ölschicht schneller das Bindemittel, was die Trocknung beschleunigt.
  • Trage 2-3 dünne Schichten auf und lass diese vollständig trocknen. Erledigt, wenn: Die Leinwand eine matte, gleichmäßige und trockene Oberfläche hat.
4.

Um Risse zu vermeiden, muss jede folgende Schicht ölhaltiger (fetter) sein als die darunterliegende.

  • Schicht 1: Farbe mit Terpentinersatz verdünnen (sehr mager).
  • Schicht 2: Farbe mit Alkyd-Medium (Liquin/Medium L) mischen.
  • Schicht 3: Farbe pur oder mit minimalem Standöl-Zusatz. Erledigt, wenn: Der Bildaufbau von mager (unten) nach fett (oben) erfolgt.
5.

Halte dich exakt an die Dosierungsempfehlung von Schmincke für das Medium L.

  • Eine Zugabe von nur 10% halbiert bereits die Trocknungszeit.
  • Überschreite niemals 20%, da die Farbschicht sonst zu spröde werden kann und Rissbildung droht. Erledigt, wenn: Das Medium tröpfchenweise auf der Palette mit dem Malmesser unter die Farbe gemischt wurde.
6.

Falls du ein Kobalt-Sikkativ (z.B. von Lukas oder Schmincke) nutzt, sei extrem vorsichtig.

  • Dosierung: Maximal 0,1% bis 1% (ein kleiner Tropfen auf eine walnussgroße Menge Farbe).
  • Zu viel Sikkativ führt zu Runzelbildung und macht die Farbe langfristig instabil. Erledigt, wenn: Das Sikkativ nur in den obersten Schichten und in minimalster Dosis verwendet wurde.
7.

Ölfarben trocknen durch Oxidation (Sauerstoffaufnahme), nicht durch Verdunstung.

  • Sorge für konstante Luftzirkulation (gekipptes Fenster).
  • Stelle das Bild in einen hellen Raum (UV-Licht beschleunigt die Oxidation).
  • Wichtig: Niemals direkt föhnen oder in die pralle Sonne stellen, da die Oberfläche sonst zu schnell schließt und darunterliegende Schichten das Bild beim Trocknen aufreißen. Erledigt, wenn: Das Bild an einem hellen, gut belüfteten Ort bei ca. 20°C steht.
8.

Ein Geheimtipp für Eilige: Platziere eine sanfte Wärmequelle (keine direkte Hitze!) hinter der Leinwand.

  • Da die Leinwand von hinten atmungsaktiv ist, kann Wärme die chemische Reaktion beschleunigen, ohne die vordere Farbhaut zu schnell zu versiegeln. Erledigt, wenn: Das Bild mit der Rückseite in sicherem Abstand zu einer Heizung oder Wärmequelle platziert wurde.
9.

Sicherheit geht vor: Lappen mit Leinöl oder Malmitteln können sich selbst entzünden.

  • Lege benutzte Lappen flach im Freien zum Trocknen aus oder bewahre sie in einem luftdichten Metallbehälter mit Wasser auf. Erledigt, wenn: Alle Arbeitsmaterialien sicher verstaut oder entsorgt sind.
10.

Auch wenn sich das Bild nach 2 Tagen trocken anfühlt, arbeitet die Ölschicht im Inneren monatelang weiter.

  • Trage eine Schlussfirnis erst auf, wenn das Bild komplett durchgehärtet ist (Fingernageltest an einer dicken Stelle: darf keine Delle hinterlassen).
  • Nutze für die Zwischenzeit ggf. eine Retuschierfirnis, die das Bild atmen lässt. Erledigt, wenn: Ein Kalendereintrag für die Firnis in 6 Monaten erstellt wurde.
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