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Side Hustle & Hauptjob

K
von @Krzysztof
Karriere & Beruf

Wie melde ich eine Nebentätigkeit korrekt an und vermeide rechtliche Probleme mit meinem Arbeitgeber?

Projekt-Plan

10 Aufgaben
1.

Analysiere deinen Arbeitsvertrag sowie geltende Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträge. Suche nach Formulierungen wie 'Anzeigepflicht' oder 'Genehmigungsvorbehalt'.

  • Achte auf das Wettbewerbsverbot (§ 60 HGB analog): Du darfst deinem Arbeitgeber keine direkte Konkurrenz machen.
  • Prüfe, ob eine Nebentätigkeit untersagt ist, wenn sie die Leistungsfähigkeit im Hauptjob beeinträchtigt. Erledigt, wenn: Alle relevanten Vertragsklauseln schriftlich notiert und auf Vereinbarkeit mit dem Side Hustle geprüft sind.
2.

Stelle sicher, dass du die gesetzliche Höchstgrenze des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG) einhältst.

  • Gesetzliches Maximum: 48 Stunden pro Woche (6 Werktage à 8 Stunden).
  • Ruhezeit: Zwischen Ende der Nebentätigkeit und Beginn des Hauptjobs müssen zwingend 11 Stunden Ruhezeit liegen.
  • Beispiel: Arbeitest du 40h im Hauptjob, bleiben dir max. 8h für den Side Hustle. Erledigt, wenn: Ein Wochenplan erstellt ist, der zeigt, dass die 48h-Grenze und die 11h-Ruhezeit strikt eingehalten werden.
3.

Verfasse ein formloses Schreiben an die Personalabteilung/Geschäftsführung.

  • Inhalt: Art der Tätigkeit, zeitlicher Umfang (Stunden pro Woche), Beginn der Tätigkeit.
  • Bestätige explizit, dass keine Konkurrenzsituation vorliegt und die Haupttätigkeit nicht beeinträchtigt wird.
  • Nutze die Vorlage: 'Hiermit zeige ich die Aufnahme einer Nebentätigkeit als [Tätigkeit] ab dem [Datum] mit einem Umfang von [X] Stunden/Woche an.' Erledigt, wenn: Das Schreiben per E-Mail oder Einschreiben versendet und der Erhalt bestätigt wurde.
4.

Informiere deine gesetzliche Krankenkasse (z.B. TK, AOK, Barmer) über die geplante Selbstständigkeit.

  • Die Tätigkeit gilt als 'nebenberuflich', wenn sie weniger als 20 Stunden pro Woche umfasst und das Einkommen geringer als im Hauptjob ist.
  • In diesem Fall fallen meist keine zusätzlichen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an. Erledigt, wenn: Eine schriftliche oder telefonische Bestätigung der Krankenkasse vorliegt, dass der Status 'nebenberuflich' anerkannt wird.
5.

Prüfe, ob deine Tätigkeit unter die Katalogberufe (§ 18 EStG) fällt (z.B. IT-Beratung, Journalismus, Unterricht).

  • Freiberufler: Nur Anmeldung beim Finanzamt nötig, keine Gewerbesteuer.
  • Gewerbe: Anmeldung beim Gewerbeamt nötig (Kosten ca. 20-60 €), IHK-Pflichtmitgliedschaft. Erledigt, wenn: Die Entscheidung basierend auf der Tätigkeitsbeschreibung final getroffen ist.
6.

Nur nötig, wenn du kein Freiberufler bist.

  • Gehe auf das Online-Portal deiner Stadt (z.B. 'Gewerbeanmeldung Berlin Online').
  • Halte deinen Personalausweis bereit.
  • Kosten variieren je nach Kommune (z.B. München 50 €, Hamburg 20 €). Erledigt, wenn: Die Bestätigung der Gewerbeanmeldung (Gewerbeschein) vorliegt.
7.

Logge dich bei ELSTER ein und übermittle den 'Fragebogen zur steuerlichen Erfassung'.

  • Wähle die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG), wenn dein Umsatz im ersten Jahr voraussichtlich unter 25.000 € (Stand 2025) liegt. Vorteil: Keine Umsatzsteuer auf Rechnungen, weniger Buchhaltungsaufwand.
  • Gib deine voraussichtlichen Einkünfte realistisch an. Erledigt, wenn: Das Übermittlungsprotokoll von ELSTER als PDF gespeichert wurde.
8.

Trenne private und geschäftliche Finanzen strikt, um Probleme bei der Steuerprüfung zu vermeiden.

  • Empfohlene Tools für 2025: Finom, Qonto oder Kontist (spezialisiert auf Freelancer/Kleingewerbe).
  • Achte auf Schnittstellen zu Buchhaltungssoftware. Erledigt, wenn: Die neue IBAN einsatzbereit ist.
9.

Installiere eine automatisierte Buchhaltungssoftware, um die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) vorzubereiten.

  • Verknüpfe das Geschäftskonto.
  • Erstelle eine Rechnungsvorlage, die alle Pflichtangaben nach § 14 UStG enthält (insb. Hinweis auf Kleinunternehmerregelung). Erledigt, wenn: Die erste Test-Rechnung als Entwurf erstellt und das Bankkonto synchronisiert ist.
10.

Blocke dir fest 60 Minuten für aktives Networking.

  • Kontaktiere 5 potenzielle Kunden oder Partner via LinkedIn.
  • Nutze personalisierte Nachrichten, keine Massen-Mails.
  • Ziel: Vereinbarung eines Erstgesprächs für die Folgewoche. Erledigt, wenn: 5 individuelle Nachrichten versendet und die Termine im Kalender dokumentiert sind.
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